Bei einem verheerenden Brand auf einem Gutshof verloren neun Menschen ihr Leben. Erste Ermittlungen zeigen jedoch, dass sie zuvor ermordet wurden. Angeklagt ist die Magd Ida, die kurz zuvor wegen Diebstahls entlassen wurde. Sie soll die Taten mit ihrem Verlobten begangen haben, der aber vermisst wird. Die Redakteurin Mathilde von Tabouillot ist von Idas Unschuld überzeugt und nimmt Kontakt zum Rechtsanwalt Dr. Venedey auf. Unterstützung erhält er von seinem Referendar Bas und dem Gendarm Schäng.
Die Erzählung spielt im Jahr 1847 in Köln, wo Ida sich in einem Strafverfahren befindet. Es fehlen konkrete Beweise, und der Verurteilung liegen lediglich Indizien zugrunde. Die Autorinnen schildern packend, wie schwer es ist, aus dünnen Hinweisen eine belastbare Schuld abzuleiten. Mathilde, Dr. Venedey, Bas und Schäng setzen all ihre Kraft und ihr Wissen ein, um Ida zu entlasten, was sich als schwierige Aufgabe herausstellt. Der Gerichtsprozess liefert grandiose Schlagabtausche, doch Dr. Venedeys Gegenüber, zeigt sich als äußerst starker Gegner. Sie stehen unter Zeitdruck, was sich immer deutlicher abzeichnet. Die Schilderung der damaligen Verhandlungsmethoden ist äußerst spannend und vermittelt sehr gut, wie damalige Gerichtsverhandlungen durchgeführt wurden. Besonders imponiert hat mir Mathilde. Sie behauptet sich in einer von Männern dominierten Umgebung und zeigt Mut, Scharfsinn und Entschlossenheit.
Fazit: Es ist ein spannender und fesselnder, sowie informativer Kriminalroman, in dem Fiktion und wahre Begebenheiten mit künstlerischer Freiheit in einer düsteren Geschichte erzählt werden. Die lebendige Sprache dieses historischen Rechtsdramas ist beeindruckend. Der gelegentliche Dialekt, verleiht dem Buch zwar Authentizität, bereitete mir jedoch etwas Schwierigkeiten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich herzlich bedanke.
Irma Weckmüller lebt zusammen mit ihrer Schwester und unterstützt sie bei einer schweren Entscheidung. Sie lernt den netten Arzt Erich Bragenheim kennen und verliebt sich in ihn. Obwohl sie heiraten möchten, steht der Nationalsozialismus dem entgegen, da Erich jüdischer Herkunft ist. Nach Erichs Tod sehnt sich Irma danach, auch nach seinem Ableben eine Eheschließung zu erreichen.
Der Prolog beginnt mit Irmas Suche nach Erich und wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln bis ins Jahr 1952 erzählt. Die Erzählung handelt zunächst von Irma, die sich rührend um ihre Schwester Martha kümmert. Als Irma sich in einen jüdischen Arzt verliebt, wendet sich Martha von ihr ab, und sie sowie Erich sehen sich in ihrem Umfeld mit viel Unverständnis konfrontiert. Die Geschichte beschreibt die vielen Demütigungen, die das Paar erdulden musste, sowie Irmas unerschütterlichen Glauben an die Liebe und ihren Einsatz für Erichs Andenken. Nach Erichs Tod liegt der Fokus auf Irma. Sie unternimmt alles, um eine Heirat anerkennen zu lassen, obwohl viele Hindernisse ihr im Weg stehen. Ihr großes Leid wird ausführlich dargestellt. Irma wird als eine sehr starke Frau sichtbar, deren Mut und Ausdauer im Mittelpunkt der Erzählung stehen.
Fazit: Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die über den Tod hinausgeht. Die Autorin erweckt die Geschichte mithilfe hinterlassener Dokumente zum Leben und verwandelt sie in einen biografischen Roman, der künstlerische Freiheit mit historischen Tatsachen verbindet. Diese Erzählung ist sehr berührend, bewegend, traurig, doch auch voller Hoffnung. Sie ist eine eindrucksvolle und einfühlsame Hommage an Irmgard Weckmüller und zeigt, was Liebe und Hartnäckigkeit bewirken können. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Hinweis: Die Anmerkung zur Gesetzeslage vom 23. Juni 1950, die Verfolgten des Nationalsozialismus die nachträgliche Anerkennung der Rechtsfolgen einer standesamtlichen Ehe zu ermöglichen, macht die Lektüre noch nachvollziehbarer.
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Heute möchte ich euch den sehr sympathischen Autor Nick Stein vorstellen. Vielen Dank, dass Du heute mein Gast bist.
Vielen Dank für die Einladung! Ich komme aus Niedersachsen, und dass meine friesische Mutter mir schon die Anlagen zum Schreiben von Ostfrieslandkrimis mitgegeben hat, liegt somit nahe. Davon sind inzwischen elf erschienen, der Thriller „Quantenkiller“ ist der bisher letzte aus der Reihe. Es war schon immer die Lust am Fabulieren, die mich zum Schreiben brachte. Ich erinnere mich noch an die 7. Klasse – wir sollten damals im Deutschunterricht eine Geschichte fortsetzen, die der Lehrer uns vorgesetzt hatte. Ich machte daraus eine spannende Jagd, die in Tanger tragisch endete. Mein Lehrer empfahl mir, mit dem Schreiben anzufangen. War das der posthypnotische Befehl, jetzt ein Buch nach dem anderen aus meiner Feder zu entlassen? Wer weiß. Vielleicht lag es auch an der Lust zu lesen, denn die Dorfbibliothek mit ihren 300 Büchern hatte ich schnell durch. Irgendwer gab mir den Rat: Wenn du was veröffentlichen willst und bekannt werden willst, fang mit Krimis an. Da mir schon immer die Natur sehr am Herzen lag, wurden Umwelt- und Klimaschutzfragen gleich in die Krimis mit hineingepackt. Der erste, Adlerkiller, handelte von Kriminellen, die die damals noch wenigen Seeadler aus wirtschaftlichen Gründen bekämpften. Durch alles zog und zieht sich das sehr ernste Thema, wie wir leben sollten, wie die Natur um uns überleben kann, wie wir uns zu verhalten haben. Das musste irgendwann ein Ende haben, und so entstand „Tyrannthropos muss sterben“, das Sachbuch über notwendig erachtete Änderungen des politischen und wirtschaftlichen Systems und unserer selbst. Mein letztes Buch, „Quantenkiller“, spielt in der Jetztzeit und verarbeitet sehr aktuelle Themen. Zwei weitere Bücher, eine Fortsetzung des historischen Romans „Die Bierhexe“ und ein Sachbuch, sind ebenfalls fast fertig. Ich bin selbst gespannt, wie es danach weitergeht.
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.
Die sehr talentierte Eiskunstläuferin Leonie wird tot in einem Eisloch aufgefunden. Erste Untersuchungen ergeben, dass sie ermordet wurde. Hauptkommissarin Gretchen Larssen und ihr Kollege Henry finden einige Verdächtige. Was ist das Motiv?
Dies ist bereits der neunte Fall auf Rügen und verspricht wieder Spannung. Durch Rückblicke war ich auch gleich wieder informiert, was bisher geschah. Es gibt viele Fährten und Motive, doch die Kommissare kommen nicht weiter, sehr zum Leidwesen ihres Vorgesetzten Kampe. Endlich gibt es eine erste Spur und diese erweist sich als gefährlich. Zudem gibt es private Neuigkeiten von Gretchen, was das Ganze etwas auflockert.
Fazit: Es ist wieder eine spannende Krimilektüre. Der Showdown ist gut inszeniert und glaubwürdig. Die winterliche Kulisse Rügens trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
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Die Journalistin Iris Baumann begibt sich nach Kreta, um einen Bericht über das Hippiedorf Matala zu erstellen. Sofort trifft sie einige Einheimische, die sie herzlich willkommen heißen. Doch als eine junge Frau plötzlich verschwindet, wird sie misstrauisch. Ihr Interesse als Journalistin wird geweckt und sie stößt in den Höhlen auf einen geheimen Kult.
Die Kulisse von Matala verleiht diesem Krimi seinen besonderen Reiz und die Autorin beschreibt den Ort äußerst lebendig. Die Beschreibung wirkt fast mystisch und geheimnisvoll, sodass man die Felsen, die Küste und die besondere Atmosphäre der Hippie-Ära vor Augen hat. Iris wird von Anfang an freundlich aufgenommen. Und es herrscht eine unbeschwerte Stimmung, die aus Sonne, Strand und Party besteht. Doch schon bald bröckelt die Fassade. Zunächst wird eine Frau vermisst, danach wird eine Leiche am Strand entdeckt. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf, während sich Iris in gefährliche Situationen begibt. Sie erschien mir oft etwas naiv.
Fazit: Es ist eine solide Krimigeschichte, die durch die Kulisse Matala besticht. Dass mehr dahintersteckt, hatte ich nicht geahnt, und es reicht weit in die Vergangenheit zurück. Das offene Ende lässt Raum für eine Fortsetzung, die laut der Autorin auch geplant ist. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐
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Die Beziehung zwischen Liv und Jan ist seit einiger Zeit angespannt, da ihr Wunsch nach Kindern nicht in Erfüllung gegangen ist. Um sich zu distanzieren und neue Gedanken zu fassen, fährt Liv nach Norderney. Dort trifft sie Malte und eine Freundschaft im Internet lässt ihr Herz höher schlagen. Als Jan unerwartet vor ihrer Tür steht, wird ihr Gefühlsleben ordentlich durcheinandergebracht. Bekommen die beiden noch eine Möglichkeit, wieder zueinanderzufinden?
Der Einstieg gelingt der Autorin besonders gut. Der Humor knallt einem gleich zu Beginn entgegen, sodass ich laut loslachen muss. Im Mittelpunkt steht Liv, die nach Norderney reist, um Klarheit über ihre Gefühle für Jan zu gewinnen. Die Zeit des Kinderwunsches war sehr belastend. Doch nun sorgen gleich mehrere Männer für Verwirrung. Von Beginn an wollte ich wissen, wie sich die weitere Beziehung zwischen Liv und Jan entwickelt.
Fazit: Dies ist eine stimmige und unterhaltsame Geschichte, die Norderney lebendig erscheinen lässt und mir den Wunsch gibt, die Insel selbst zu entdecken. Es gibt humorvolle, aber auch nachdenkliche Momente. Auch wenn es der dritte Teil ist, kann man ihn unabhängig lesen. Es ist ein Winterroman, der perfekt zur jetzigen Jahreszeit passt und gleichzeitig das Herz wärmt. Eine gelungene Mischung aus Liebe und Inselromantik. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Sarah hatte schon immer den Wunsch, im Finanzbereich tätig zu sein, und sie erzielt in ihrer Position beachtliche Erfolge. Doch schließlich beginnt sie, alles zu hinterfragen und entscheidet sich, ihren Job zu kündigen. Zunächst begibt sie sich auf den Jakobsweg und ihr Wunsch, eine eigene Pension zu führen, wird immer klarer. Im Schwarzwald findet sie schließlich ein renovierungsbedürftiges Objekt.
Sarah Tischers Buch „750 Meter Glück“ ist eine autobiografisch erzählte Reise, die voller Offenheit ist. In diesem Buch begleiten wir die Autorin auf ihrem persönlichen Weg zu ihrem Traum. Sie möchte ihn verwirklichen und nimmt uns mit auf ihren Pilgerweg, den New York City Marathon und die aufwendige Sanierung einer Pension im Schwarzwald. Besonders bemerkenswert ist, wie die Bewohner von Igelsberg sie herzlich begrüßen und sie sofort in die Gemeinschaft integrieren. Zwei Jahre der Sanierungsarbeiten verdeutlichen das Ausmaß des Projekts sowie die Energie, die in einem solchen Herzensanliegen steckt. Die liebevolle Unterstützung durch ihre Eltern und weitere Helfer wird eindrucksvoll dargestellt und zeigt, wie viele Personen letztendlich zum Erfolg beigetragen haben. Zudem gibt es Einblicke in finanzielle Herausforderungen und Planungen.
Fazit: Das Buch schildert anschaulich und inspirierend, wie man trotz aller Ungewissheiten einen Traum verwirklichen kann. Die Reise ist ein mutiger Schritt ins Unbekannte, und ich bewundere solch einen Mut. Sehr beeindruckend und berührend zugleich. Der Schreibstil ist locker, und lässt die Leidenschaft spürbar werden. Auf ihrer Webseite gibt es einen Blog, der über die Fortschritte informiert und zusätzliche Informationen bereitstellt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei 8 Grad Verlag herzlich bedanke. https://8gradverlag.de/buecher/
In einem abgelegenen Tal in Tirol lebt Theres, die seit ihrer Kindheit Leopold versprochen ist. Als der unbekannte Xaver ins Dorf kommt, verliebt sie sich in ihn. Nachdem er spurlos verschwand, stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Aus dem Dorf verstoßen, zieht sie sich in eine Berghütte zurück und lebt dort mit ihrer Tochter Maria. Maria fühlt sich als Erwachsene sehr einsam und wünscht sich, ins Dorf zurückzukehren, was jedoch auch Risiken mit sich bringt.
Die Handlung spielt in Tirol gegen Ende des 19. Jahrhunderts und wird in unterschiedlichen Erzählsträngen erzählt. Im Mittelpunkt steht Theres, deren Lebensgeschichte vom Kindheitsalter bis zu ihrem Erwachsensein (38 Jahre) erzählt wird. Ihr unbändiger Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit treibt sie voran. Sie wird zur Heilerin und unterstützt Kranke und Leidende, doch jedes Mal, wenn jemand stirbt, muss sie einen hohen Preis dafür zahlen. Parallel dazu wird von Maria, der Tochter von Theres, erzählt. Ihre Kindheit und Jugend sind geprägt von Einsamkeit. Sie möchte den Bergen den Rücken kehren, sehr zum Missfallen ihrer Mutter. Was diesen Roman besonders macht, ist die lebendige, ausdrucksstarke Sprache der Autorin, die Missgunst, Neid, Entbehrungen und Hunger ebenso erfahrbar macht wie das Streben nach Freiheit. Die düstere Stimmung spiegelt die Härte jener Zeit wider und lässt eine große Tragödie deutlich werden.
Fazit: Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt. Die Beschreibungen der Tiroler Berge, der Kälte des Winters, aber auch die Leidenschaft und der Ernst des Lebens der Menschen tragen maßgeblich zur bedrückenden Intensität bei. Das Buch hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck, an den ich mich noch lange erinnern werde. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Droemer Knaur herzlich bedanke.
Die Privatdetektivin Elena Gerink erhält den Auftrag, den Mörder einer Frau ausfindig zu machen. Vor vielen Jahren konnte ihm die Tat nicht nachgewiesen werden, weshalb er freigesprochen wurde. Ihre Nachforschungen führen sie nach Griechenland. Dort treffen Elena, ihr Mann Peter und dessen Partner Dino Scatozza aufeinander, die nach einer vermissten Urlauberin suchen. Das gestaltet sich als nicht einfach.
Einige Jahre nach Herzgrab erscheint der zweite Teil. Das Buch hat mich von der ersten Seite in eine spannungsgeladene Geschichte mitgenommen. Zwei Handlungsstränge dominieren das Geschehen. Zum einen begleitet man Elena auf der Suche nach einem freigesprochenen Mann und stößt dabei auf zahlreiche Ungereimtheiten, die alles andere als ungefährlich sind. Andererseits suchen die BKA-Entführungsspezialisten eine vermisste Frau. Bald arbeiten sie gemeinsam an den Ermittlungen. Besonders gut gelingt es dem Autor, das Tempo und die Spannung durchgängig zu steigern. Mit jeder neuen Seite wuchs die Anspannung, und die düstere Stimmung ließ es mir schwerfallen, das Buch aus der Hand zu legen.
Fazit: Der Einstieg hat mich sofort abgeholt. Ich mag die Charaktere und ihr Zusammenspiel. Insbesondere der Perspektivwechsel sorgt für abwechslungsreiche Spannung. Gegen Ende nimmt die Handlung nochmals deutlich Fahrt auf, und das Finale bietet einen packenden Höhepunkt. Insgesamt empfinde ich Herzfluch als stärker als Herzgrab. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐