Schumacher Nicole DAS TABU

Meine Rezension zu
Nicole Schumacher – Das Tabu

Auf dem Weg zu einem Date fällt der junge Journalist Dominik Novak in die Hände eines Sadisten. Dieser lässt ihn später frei
und von da an beherrscht ihn nur noch Angst. Zur Polizei geht er aus Scham nicht.
Zwecks Recherchen wird er zu einem Tatort geschickt und findet dort eine Leiche mit den gleichen Misshandlungen vor, die er selbst erlebt hat. Der Alptraum nimmt kein Ende. Ist der Tote etwa dem gleichen Psychopathen zum Opfer gefallen?

Wow, was für ein Debütthriller von Nicole Schumacher. Ihr ist hier ein äußerst spannender Thriller gelungen.
Dieser nahm mich von Anfang bis Ende gefangen. Ich stand unter Strom und das Ganze hat mich nicht mehr ruhig schlafen lassen.
Eine Story, die ich so noch nicht gelesen habe. Ein männliches Opfer.
Absolut gekonnt hat die Autorin die Ängste, Schmerzen und Gefühle des Opfers dargestellt. Gleichzeitig bekommt der Täter eine Stimme und aus seiner Sicht wird berichtet.
Das Ganze ist glaubhaft und gut dargestellt und besticht durch detaillierte Beschreibungen.
Dieses Buch beinhaltet so viele Gefühlsregungen. Man leidet und fühlt mit Dominik.
Bis zum Schluss erfährt man nicht, wer der Täter ist und man wird wirklich überrascht.
Vorsicht, dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven.
Fazit: dieser Thriller ist intelligent konstruiert, hat lebhafte Szenen, ist schockierend, nervenaufreibend, beklemmend, fesselnd und angsteinflößend.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
💥💥💥💥💥
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Würdinger Sebastian GRENZENLOS AN DEINER SEITE

Meine #Rezension zu
Sebastian Würdinger
GRENZENLOS AN DEINER SEITE

Johann hat eine kleine körperliche Behinderung und wird deshalb in der Schule gemobbt. Auf seine Mutter ist auch kein Verlass, denn sie ist dem Alkohol verfallen. Er lernt einen Fischer kennen und dieser akzeptiert ihn so, wie er ist und sein Leben geht allmählich aufwärts und er findet sein Glück.

Sebastian Würdiger hat sich hier dem Thema Behinderung angenommen.
Die Leute zeigen Abneigung und Ablehnung und haben keinerlei Toleranz und Anerkennung für die Behinderten.
Leider wurde ich mit Johann nicht warm. Die Ausdrucksweise und Verhalten passt nicht zu einem Jugendlichen.
Die Handlung erfolgt zu plötzlich, Zeitsprünge sind nicht nachvollziehbar.
Der Schreibstil ist einfach gehalten. Potenzial nach oben ist gegeben.
Es wurde in dieser kurzen Geschichte zu viele Handlungen integriert, so dass sie unglaubwürdig erscheinen.
Auch Logikfehler sind enthalten.
Trotz allem regt das Thema zum Nachdenken und Umdenken an.
Von mir gibt es 3 Sterne.
Nach Rücksprache mit dem Autor werden in einer Neufassung diverse Fehler behoben. Gerne gebe ich dem Autor dann nochmals eine Chance und lese das überarbeitete Buch.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Edhor Svarlen MEINE EIER

Meine Rezension zu

Svarlen Edhor MEINE EIER

Was für eine Bescherung. Kurz vor dem Osterfest bricht sich der Osterhase Tobias sein Bein. Wie sollen jetzt die Eier bemalt und ausgeliefert werden.
Der Schreck ist groß. In seiner Verzweiflung wendet er sich an den Weihnachtsmann und dieser überlässt ihm sein Rentier Schlüpper und den Schlitten.
Auch auf den Paketdienst ist kein Verlass. Ladet er doch 700 Paletten mit 3 Millionen Eier einfach auf der Straße ab. Wie bekommt er jetzt diese in die Lagerhalle.
Probleme über Probleme.
Mit einer List bringt er seine Schwiegermutter dazu ihm zu helfen. Wird es ihm gelingen, die Eier rechtzeitig zu bemalen und auszuliefern?

Wow, was für eine tolle Geschichte hat sich hier das Autorenduo Svarlen Edhor ausgedacht. Diese Geschichte zeichnet sich durch schwarzen Humor aus und ist so skurril und voller Sarkasmus.
Der Schreibstil ist locker, man fliegt nur so durch die Seiten.
Ich kann euch diese außergewöhnliche Story auch außerhalb Ostern und Weihnachten empfehlen. Das Schmunzeln ist vorprogrammiert.
Ob es der Hase, der Weihnachtsmann oder die anderen Protagonisten sind, alle sind so ausdrucksstark, so dass man sich das ganze Geschehen bildlich vorstellen kann.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
💥💥💥💥💥
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Baumeister Uta SO WEIT DER HIMMEL DICH TRÄGT

Meine Rezension zu

Uta Baumeister / Autorin
SO WEIT DER HIMMEL DICH TRÄGT

Maria lernt ihren Mann Maximilian kurz vor Kriegsanfang kennen und lieben. Voller Hoffnung sehen sie in eine schöne Zukunft, bis Maximilian einberufen wird. Sie bekommt eine Tochter und fortan bestimmen Krieg, Bombardierungen, Hunger, Angst und Plünderungen ihr Leben.
Ihren jüdischen Freunden gibt sie einen sicheren Platz und ist völlig fassungslos, warum diese aus ihren Häusern vertrieben werden.
Der Großvater von Malin ist gestorben und sie erbt das Haus, indem sie groß geworden ist. Ihre Eltern sind nach Deutschland ausgewandert und machen ein Geheimnis daraus, warum. Im Haus findet sie Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter und taucht tief in ihre Geschichte ein.
Wird sie hinter das Geheimnis kommen und wie hat sich das weitere Leben von Maria entwickelt?

Uta Baumeister hat hier einen historischen Roman mit wahrer Begebenheit geschrieben.
In mehreren Zeitzonen wird hier die Geschichte Marias und der darauf folgenden Generationen erzählt. Eindrucksvoll wird hier Bezug auf den Krieg und die daraus entstehenden Probleme geschildert.
Der Verfolgung der Juden sowie den schrecklichen Zuständen in den Konzentrationslagern wird hier Raum gegeben.
Es ist erschütternd zu lesen, was in dieser Zeit vorgegangen ist. Auch das Thema Gleichberechtigung wird angesprochen. Maria wird verwehrt, was ihren Brüdern zugestanden wird.
Ihre Leben wird Stück für Stück preisgegeben.
Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Raum für die Lüftung des Geheimnisses gegeben hätte.
Fazit: berührend, schockierend und mit viel Gefühl geschrieben.
Ich gebe hiermit eine klare Leseempfehlung.
💥💥💥💥💥
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Aurass Dieter

📖📖#Buchvorstellung #Neuzugang📖

Auf dieses Buch von Autor Dieter Aurass bin ich schon sehr gespannt.
Vielen Dank an den CW Niemeyer Buchverlage GmbH für die zwei Exemplare.
Ein Exemplar könnt ihr im Oktober auf meinem Blog gewinnen, für alle, die dieses Jahr nicht auf die Messe gehen können oder wollen.

Hier habt ihr schon mal den Klappentext

Eine Stadt in Angst.
Koblenz, die beschauliche Touristenstadt an Rhein und Mosel, wird in Angst und Schrecken versetzt. Jeden 3. Tag geschieht ein grauenvoller Mord, jede Tat trägt eine andere Handschrift und die Opfer haben keinerlei Gemeinsamkeiten.

Obwohl Kriminalhauptkommissar Auer, Leiter der Mordkommission, frühzeitig die Handschrift eines Serienkillers vermutet, nehmen seine Vorgesetzten ihn nicht ernst. Er ist wegen seines vorlauten Mundwerks in Ungnade gefallen und sein Team besteht aus Beamten mit Disziplinarstrafen, aber er widmet sich trotz der Widerstände mit aller Kraft der Aufklärung der Verbrechen. Dabei erhält er unerwartete Unterstützung durch eine junge Praktikantin, die kurz vor ihrer Prüfung zur Kommissarin steht.

https://www.niemeyer-buch.de

Kalpenstein Friedrich PROST, AUF DIE WIRTIN

Meine #Rezension zu

Friedrich Kalpenstein PROST, AUF DIE WIRTIN

Hauptkommissar Tischler ist von München nach Brunngries versetzt worden.
Er ist noch von Umzugskartons umgeben, als ihn die Nachricht erreicht, dass es eine Tote gibt. Es stellt sich heraus, dass die Tote die Wirtin Franziska Leidinger ist.
Brunngries ist normalerweise ein Ort, wo es ruhig und heimelig ist.
Mit Polieiobermeister Fink macht er sich auf zum Tatort.
Ein Verdächtiger ist schnell im Umfeld von Franziska gefunden.
Bei der ersten Befragung ist Fink zu eifrig und Tischler muss ihn erst einmal bremsen.
Es gibt außerdem noch weitere Verdächtige.
Akribisch wird im gesamten Team ermittelt.
Wenn ihr wissen wollt, wer der Mörder ist und was es mit der F-U-T Methode auf sich hat, dann kann ich euch den Provinzkrimi wärmstens empfehlen.

Ich war schon sehr gespannt wie sich Friedrich Kalpenstein in dem Genre Krimi macht.
Bisher kenne ich nur die Herbert Reihe.
Es ist ihm sehr gut gelungen.
Mit Tischler und Fink hat er ein gutes Duo
kreiert.
Anfangs muss er Fink noch bremsen, aber am Schluss gibt es großes Lob.
Überhaupt ist das ganze Kommissariat stimmig.
Bis zum Schluss weiß man nicht, wer der Täter ist. Somit bleibt alles spannend.
Die Sprache ist sehr bildhaft und zeichnete mir auch öfter ein Lächeln ins Gesicht. Der Humor und die gewohnten Dialoge kommen nicht zu kurz.
Ich würde mich sehr über eine Fortsetzung mit Tischler und Fink freuen.
Fazit: ein toller Provinzkrimi gespickt mit Humor und Spannung
Von mir gibt es 💥💥💥💥💥
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Kraus Christian

🎙🎙🎙 #Autorenvorstellung 🎙🎙🎙
Heute möchte euch euch den sehr sympathischen Autor Christian Kraus vorstellen.

Vielen Dank, dass du mitgemacht.

Hallo!

Erstmal ganz lieben Dank für die Möglichkeit, mich und meine Bücher hier vorstellen zu dürfen.

Ich bin gebürtiger Hamburger und nur im Nebenberuf Schriftsteller. Mein Interesse für Naturwissenschaften und Psychologie hat meine Neigung zum kreativen Schreiben und dem Ausdenken von Geschichten lange in den Hintergrund gedrängt.
Nach dem Abi habe ich Medizin studiert, mich auf Psychiatrie und Psychotherapie spezialisiert und einige wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.
Ich musste erst durch eine Zwischenprüfung in der Psychoanalyseausbildung rasseln und einige Wochen Frust schieben, um ernsthaft mit dem kreativen Schreiben zu beginnen. Damals (das ist jetzt gute fünfzehn Jahre her) brauchte ich dringend eine Abwechslung von Krankenhausalltag und Ausbildung und habe meinen ersten (unveröffentlichten) Roman geschrieben – eine, wie ich noch immer finde, ganz nette Fantasygeschichte. Meiner zehnjährigen Tochter hat sie sehr gut gefallen.
Die Prüfung habe ich erfolgreich nachgeholt und arbeite nach etlichen Jahren in der Hamburger Uniklinik inzwischen als Psychiater und Psychoanalytiker in meiner eigener Praxis – aber beim Schreiben bin ich geblieben.
Mein Interesse an Menschen, eine Leidenschaft für bewegende Geschichten und Freude an der Sprache sind die roten Fäden sowohl meiner schriftstellerischen als auch meiner psychotherapeutischen Arbeit.
Da ich einige Jahre in einer forensischen Abteilung tätig war, also einer Einrichtung, in der psychisch kranke Menschen, die schwere Straftaten begangen haben, begutachtet und behandelt werden, liegt es für mich Nahe, meine Krimis im psychiatrischen bzw. forensischen Umfeld anzusiedeln.
In meinen ersten veröffentlichten Roman „Der Seele dunkle Seite“ geht es um einen forensischen Psychiater, der ins Visier eines psychopathischen Killers gerät. Gerade die psychologische Ausgestaltung des Bösewichts finde ich immer wieder herausfordernd und spannend.
Um die Frage, welche Erlebnisse und unbewussten Motive einen Menschen zum Verbrecher oder gar Mörder werden lassen, geht es auch in meinem zweiten Buch, „Töte, was du liebst“. Ein junger Polizist und eine Gerichtsmedizinerin jagen einen unheimlichen Killer, der erst Katzen und später Menschen tötet. Was zunächst klingt wie ein Sonntagsabendfernsehkrimi, entwickelt sich zu einer intensiven Psychogeschichte. In meinem dritten Buch „Nichts wird dir bleiben“ steht ein Psychoanalytiker im Mittelpunkt, dessen sicher geglaubtes Leben Stück für Stück auseinanderbricht und der erst spät begreift, dass er ins Visier eines gefährlichen Sektenführers geraten ist.
https://www.krauskrimi.de
https://www.facebook.com/krauskrimi.de/

Liebe Grüße und spannende Lesestunde wünscht

Christian Kraus

Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.
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Korte Alizee

1. Erzähle kurz über Dich

Hallo und danke für die Einladung! Es freut mich, dass ich hier sein darf. Was kann ich über mich erzählen? Ich bin 49 Jahre alt, vollzeitarbeitende Familienernährerin und Freizeitautorin. Als Autorin Alizée Korte bin ich seit 3 Jahren aktiv. Ich habe bisher zwei Bücher veröffentlicht, meinen Roman „Dein Weg, meine Liebe“ im Oktober 2017 und im Juli 2018 den Erzählungsband „Das Echo der Farben“. Beide Bücher finden sich im Genre zeitgenössische Belletristik.

2. Mit Deinem Debütroman „Dein Weg meine Liebe“ hast Du einen großartigen Liebesroman mit Tiefgang geschrieben. Du hast Dich dem Thema Behinderter angenommen und sehr glaubhaft das Leben im Rollstuhl beschrieben. Wie bist Du auf dieses Thema gekommen?

Ich glaube, das Thema ist über viele Jahre zu mir gekommen. Für prägende Menschen in meinem Umfeld waren Krankheit und Behinderung immer das schlimmste vorstellbare Unglück, das sie mit allen Mitteln aus ihrem eigenen Leben ausklammern wollte. Man schaute „diese Leute“ nicht an, man war froh, dass man selbst nicht betroffen war. Als Heranwachsende fing ich an, diese Sichtweise in Frage zu stellen. Hier und dort kreuzten Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen meinen Weg, mal war der Kontakt flüchtig, mal etwas enger. Was ich aus diesen Begegnungen mitnahm, war, dass das Leben dieser Menschen definitiv nicht „das schlimmste vorstellbare Unglück“ war. Diese simple Erkenntnis fand ich in Büchern und Filmen kaum abgebildet. Das hat mich gewundert und ich habe angefangen, in meine Manuskripte Figuren mit Behinderung einzuarbeiten. Während des Studiums verliebte ich mich dann kurz, aber heftig, in einen Rollstuhlfahrer, was für mich einige Fragen aufwarf. Warum faszinierte er mich? War ich noch „normal“? Hatte ich ein Helfersyndrom? Einen Fetisch gar? Im Endeffekt scheiterte die Beziehung, bevor sie wirklich begann, an Dingen, die nichts mit Behinderung zu tun hatten. Danach habe ich mich noch mal stärker mit der Frage befasst, warum Menschen mit Behinderung in Büchern so seltsam dargestellt werden. Ich meine, wer schreibt, sucht doch in der Regel nach starken Persönlichkeiten für die Hauptfiguren, nach Menschen mit Ecken und Kanten. Und Menschen, die aufgrund einer Behinderung immer wieder mit Benachteiligung konfrontiert werden, entwickeln sehr häufig besonders starke Persönlichkeiten, lassen sich weniger von Oberflächlichkeit blenden. Ich fand, so eine Persönlichkeit hat durchaus das Zeug zur Hauptfigur. Das habe ich um die Jahrtausendwende erstmals mit meiner Geschichte „Der letzte Mord“ ausprobiert, und ab 2012 in „Dein Weg, meine Liebe“ noch konsequenter umgesetzt.

3. Ganz groß ist gerade das Thema Inklusion. Ich habe keinerlei Kontakte zu Behinderten, würde es sehr begrüßen, wenn in unserer Gesellschaft das Miteinander mehr gefördert würde. Ist das auch Dein Anliegen und hast Du im Bekanntenkreis Behinderte, da Du so warmherzig darüber geschrieben hast?

Vor einiger Zeit las ich im großen weiten Internetz im Zusammenhang mit Inklusion den schönen Satz: Auch Nicht-Behinderte haben ein Anrecht auf den Umgang mit Behinderten. Ich finde, das bringt sehr gut auf den Punkt, dass Inklusion keine Einbahnstraße ist. Es wird ja immer nur betont, dass Menschen mit Behinderung vom Umgang mit Nicht-Behinderten profitieren. Dabei steht unausgesprochen im Raum, dass dies auf Kosten der Nicht-Behinderten geschieht. Sie sollen Rücksicht nehmen, langsamer machen, helfen. Doch ein wesentlicher Punkt wird dabei vergessen: Je mehr wir mit Menschen zu tun haben, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Besonderheiten anders sind, umso vielfältiger wird unser eigenes Denken. Wir hinterfragen mehr, wir finden neue Lösungsansätze, wir sehen klarer, worauf es ankommt. Wenn wir erfahren, wie Menschen mit Behinderung leben, mit ihrer Besonderheit umgehen und was ihnen wichtig ist, hilft uns das – ganz egoistisch betrachtet – sogar für unser eigenes Leben. Denn wir haben gute Chancen, irgendwann selbst mit Einschränkungen zurechtkommen zu müssen. Manche erst in hohem Alter, manche früher. Und wir sind gut beraten, wenn wir dann nicht glauben, dass uns „das schlimmste vorstellbare Unglück“ ereilt hat, sondern in der Lage sind, weiterhin unser Leben als lebenswert zu empfinden.

4. Ich bin ja eine absolute Coverkäuferin und Dein Cover sagt nichts dazu, um was es ihm Buch geht. Ist das gewollt oder eher Zufall?

Das ist durchaus gewollt. „Dein Weg, meine Liebe“ ist die Geschichte von Vika und Etienne. Nicht die Geschichte eines Rollstuhls. Leider funktionieren viele von uns so, dass sie zuerst den Rollstuhl sehen, nicht die Person darin. Wer einen Rollstuhl auf dem Cover sieht, denkt zu neunzig Prozent: Ohoh, ein Schicksalsroman. Da brauche ich Taschentücher. In die Ecke wollte ich mein Buch nicht stellen.

5. Wie lange hast Du für dieses Buch gebaucht und wie viel Zeit nahm die Recherche in Anspruch?

An „Dein Weg, meine Liebe“ habe von 2012 bis 2017 gearbeitet. Also fünf Jahre. In diesem Zeitraum habe ich nicht zwischen Schreib- und Recherchephasen unterschieden. Viele Situationen habe ich selbst erlebt, darüber hinaus habe ich viel gelesen. Fachliteratur zur psychischen Bewältigung von Traumata, Blogs von Querschnittgelähmten und Inklusionsaktivisten, aber auch etliche Romane mit behinderten Protagonisten. Und Youtube schlägt mir immer noch so ziemlich jedes neue Video zum Thema Rollstuhlkarate vor.

6. Die Schauplätze des Buches sind zum großen Teil in Japan. Warst Du dort selbst überall? Sie spielen aber auch in Heidelberg. Hast Du eine besondere Beziehung zu dieser romantischen Stadt?

An den meisten Schauplätzen in Japan war ich tatsächlich. Manche habe ich allerdings räumlich verrückt. Das beschriebene Dojo in Amagasaki ist nicht wirklich in Amagasaki. Leider sind mehrere Kapitel, die in meiner persönlichen japanischen Lieblingsstadt Kyoto spielten, verschiedenen Kürzungen zum Opfer gefallen. In Heidelberg habe ich studiert und nach meinem Abschluss noch vier Jahre dort gearbeitet. Ich liebe die Stadt immer noch.

7. Du schreibst unter einem Pseudonym. Gibt es einen speziellen Grund dafür?

Ich bin ja nur Freizeitautorin. In meinem Hauptberuf kümmere ich mich seit zwölf Jahren um die Kommunikation des deutschen Zweigs eines globalen Agenturnetzwerks. Das heißt, wenn man meinen Klarnamen googelt, findet man alles, was mit Websites, Informationen und Pressemeldungen für diesen Arbeitgeber zu tun hat. Auch verschiedene Interviews mit meinen Chefs sind darüber zu finden. Da wollte ich nicht mit der lila Invasion dazwischenfunken.

8. Hast Du selbst Zeit zum Lesen und wenn ja, was liest Du und bevorzugst Du einen Lieblingsautor?

Die Zeit ist immer ein Problem. Aber ich lese gern und entdecke auch immer wieder neue Bücher, die mir gefallen. Zuletzt war das „Unter Leuten“ von Juli Zeh. Bei ihren Büchern stimmt einfach alles. Eine großartige Erzählerin, dazu klug und engagiert. Sehr gefallen hat mir auch „Dunkelgrün, fast schwarz“ von Mareike Fallwinkl. Ein tolles Debüt, beeindruckender Schreibstil. Ansonsten kämpfe ich seit dem Sommer mit dem neapolitanischen Quartett von Elena Ferrante. Ich hadere, finde es streckenweise zu langatmig, will aber auch nicht abbrechen. Wenn ich eines Tages den vierten Band beendet habe, werde ich vermutlich in Lobeshymnen ausbrechen. [Anmerkung: Ich bin bereits heute, 15. Januar, begeistert, obwohl ich soeben erst Band 3 begonnen habe. ;-)]

9. Tauscht Du Dich mit anderen Autoren aus?

Ja, aber nicht mit den genannten, sondern mit denen, die eher mein Level sind und die ich über Social Media kennenlerne.

10. Dein zweites Buch „Das Echo der Farben“ enthält sechs Erzählungen und ist wieder sehr berührend. Wann können wir mit einem neuen Buch von Dir rechnen und wann gibt es eine Fortsetzung von Etienne und Vika?

Tatsächlich arbeite ich seit einigen Monaten an der Fortsetzung von „Dein Weg, meine Liebe“. Mein Gefühl war ja immer, dass die Geschichte von Vika und Etienne nicht nach 396 Seiten zu Ende ist. Insofern geht es einfach weiter. Im Moment bin ich bei Kapitel 13. Die gute Nachricht zum Veröffentlichungszeitpunkt: Es ist relativ wahrscheinlich, dass ich nicht wieder fünf Jahre bis zur Fertigstellung brauchen werde. Die schlechte Nachricht: Wie lange es konkret dauern wird, weiß ich nicht. Wie gesagt, ich bin nur Freizeitautorin und mein Hauptberuf hat Priorität. Das liegt nicht zuletzt daran, dass an ihm das finanzielle Wohl der Familie abhängt, denn mein Mann ist seit einigen Monaten offiziell schwerbehindert. Ja, das Schicksal hat durchaus einen Sinn für Ironie.

11. Was sind Deine Wünsche für die Zukunft und möchtest Du Deinen Lesern noch etwas mitteilen?

Ja! Ein großes Dankeschön an alle, die Rezensionen zu meinem Roman auf Amazon, LovelyBooks etc. gepostet haben und/oder das Buch im Freundeskreis weiterempfehlen. Ich bin wahnsinnig froh, dass die Geschichte nicht – wie von so manchen Buchprofis prognostiziert – nur Betroffenen und ihren Angehörigen gefällt. Gewissermaßen lässt mich das hoffen, nicht nur für meine eigene Zukunft als Autorin, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander im wirklichen Leben. Vielleicht parken ein paar Menschen weniger „nur mal kurz“ auf Behindertenparkplätzen oder verkneifen sich die Frage „Was ist denn mit dir passiert?“, weil ein rollstuhlfahrender Karatelehrer namens Etienne Jeancour etwas in ihrem Kopf bewegt hat. Das wäre schön.

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Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Interview und wünsche Dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg

Korte Alizee DEIN WEG MEINE LIEBE

Meine Rezension zu

Alizee Korte
Als Vikas Freund Daniel stirbt, will sie sich eine Auszeit in Japan nehmen. Von ihrem Nachbarn bekommt sie den Tipp, sich an Etienne zu wenden, der einige Jahre in Japan gelebt hat.
Sie sucht sämtliche Orte auf, die ihr Etienne genannt hat und veröffentlicht diese auf ihrem Profil. Leider meldet sich auf ihre Fotos und Kommentare Etienne nie.
Was für ein Geheimnis umgibt ihn?
Nach ihrer Heimkehr lernen sie sich kennen und stellen fest, dass beide schwere Schicksalsschläge verbinden.
Alizée Korte Autorin hat hier nicht nur einen Liebesroman geschrieben, sondern ein Buch mit Tiefgang.
Den Umgang mit Behinderten umschreibt sie glaubhaft und es wirkt nie übertrieben.
Sie bringt dem Leser nahe, dass ein Leben im Rollstuhl durchaus lebenswert ist und genauso viel Spaß und Freude haben, wie ein Nichtbehinderter.
Das Leben im Rollstuhl wird aber keinesfalls als einfach dargestellt.
Die Tücken im Alltag werden angesprochen.
Das Buch ist sehr warmherzig und emotionsvoll geschrieben. Es liest sich flüssig und ist bildhaft beschrieben.
Ich hatte an manchen Stellen Tränen in den Augen.
Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.
Von mir gibt es 💥💥💥💥💥

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Fürbaß Julia

🎙🎙🎙 Autorenvorstellung 🎙🎙🎙

Heute möchte ich euch die sympathische Autorin Julia Fürbaß vorstellen.

Julia Fürbaß, geboren am 12. Juli 1992 in Bruck an der Mur (Österreich), hatte schon immer eine Vorliebe für Bücher. Mit fünf Jahren bekam sie ihr erstes Lexikon, weil sie es nicht erwarten konnte, endlich selbst lesen und schreiben zu können. Schon zu diesem Zeitpunkt wusste sie, was sie einmal werden wollte: Autorin.
Wenn ihre Mutter ihr Geschichten vorlas, fragte sie stets: „Mama, wann kann ich das endlich selbst lesen?“
Dass „Lesen und Schreiben“ in der Grundschule auf Anhieb ihr Lieblingsfach wurde, war keine Überraschung. Im zarten Alter von sieben Jahren begann sie, eigene Kurzgeschichten zu schreiben. Die meisten davon handelten von sprechenden Tieren, großteils von Waldbewohnern, die untereinander Freundschaften knüpften und Abenteuer erlebten. Sie schrieb sogar ganze Reihen, die alle von einem kleinen Hasen und seinen Erlebnissen handelten.

Wenn sich Julia heute diese Geschichten durchliest, amüsiert sie sich sehr darüber.

Im Jugendalter rückte diese Leidenschaft immer mehr in den Hintergrund und jahrelang schrieb sie gar keine Geschichten mehr. Dafür entdeckte sie ihre Leidenschaft zu Psychothrillern. Sie begann, Bücher von Jilliane Hoffman, Sebastian Fitzek und anderen Schriftstellern regelrecht zu verschlingen.

Julia erlernte einen Beruf in der Metallindustrie, der ihr bis heute Spaß macht.

Doch eines Tages, als sie ein Buch von Joy Fielding ausgelesen hatte, kam ihr ein Gedanke: „Warum sollte ich das nicht auch können?“
Ehe sie sich versah, begann sich in ihrem Kopf eine Geschichte zu entwickeln. Sofort griff sie zu einem Blatt Papier, um eine Zusammenfassung zu schreiben.
Die Jahre vergingen und irgendwann hatte Julia mit Bleistift über vierhundert Seiten geschrieben. Natürlich musste nun ein Laptop her, um das Ganze auch bearbeiten zu können. Sie verbrachte mehrere Monate damit, ihr Manuskript abzuschreiben und Fehler auszubessern.

Sie entschied sich für den Weg, ihr Debüt „Negatio“ als Self-Publisherin zu veröffentlichen.

Es vergingen weitere Monate, bis auch diese Hürde überwunden war.

Als Julia am 1. April 2019 (und nein, das war kein Aprilscherz) den Probedruck der Printausgabe in den Händen hielt, kamen ihr die Tränen. In diesem Augenblick wusste sie, dass sich die jahrelange Arbeit gelohnt hatte und in ihrem Kopf entstanden Worte, die sie stets zum Weiterschreiben animieren: „Fantasien entstehen im Kopf – und ich habe vor, sie mit der Menschheit zu teilen!“

Vielen Dank für diese interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
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