Teichert Fritzi Storchenherzen

Die Störche fliegen tief: zwei Hebammen zwischen Chaos und Liebe

Helga (42) betreibt zusammen mit Kollegin Monika das »Storchennest«, eine kleine Hebammenpraxis. Zwar liebt Helga ihren Job sehr, aber nicht alle werdenden Mütter können mit ihrer ruppigen Art etwas anfangen. Die Beschwerden häufen sich und Monika beschließt, dass sich etwas ändern muss. Ihre Lösung: Madita (22). Sie ist seit Kurzem ausgebildete Hebamme, strotzt vor Tatendrang und kann ihren ersten Job im »Storchennest« kaum erwarten.

Doch Helga ist entsetzt von der Neuen: Madita redet ohne Punkt und Komma, ist ekelhaft mitfühlend und macht laufend esoterische Verbesserungsvorschläge. Die gemeinsamen Hausbesuche laufen mehr als ruckelig an. Doch schon bald stellt sich heraus, dass die beiden Frauen mehr gemein haben, als gedacht…

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Vielen Dank für das Überraschungspaket an #dtvverlag #droetkerdeutschland

Sand Marie

Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Marie Sand vorstellen.
Vielen Dank,  dass du heute mein Gast bist.

Wer mich abends fragt, was ich tagsüber erledigt habe, dem nenne ich die Zeichen. Meist sind es ein paar Tausend, denn Schreiben ist das, was meinem Tag eine Struktur gibt. Ich schreibe aus Laune, im Auftrag, schreibe für Unternehmen, für Wissenschaftler – und am liebsten für meine leise Heldin im Roman.

Im Oktober 2022 erschien mein Debüt „Ein Kind namens Hoffnung“, es handelt von einer Heldin, die in ihrem kleinen Leben Großartiges vollbringt, weil sie ihrem inneren Kompass folgt. Weder Verrat noch Hunger, schon gar nicht Vertreibung halten die deutsche Köchin Elly Berger davon ab, ihre Treue zu einem jüdischen Jungen zu schwören. Was immer geschieht, sie hält daran fest. Auch mein zweiter Roman erzählt eine Heldinnengeschichte von einer himmelschreienden Ungerechtigkeit, die in der Nachkriegszeit ihren Anfang nimmt und bis in die Gegenwart wirkt.

Mir gehen die Schicksale leiser Heldinnen unter die Haut, ich leide und liebe mit ihnen. Übrigens hat dieses Gefühl kein Autor, keine Autorin je packender ausgedrückt als Franz Kafka: „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ Diesen Satz nehme ich mit an den Schreibplatz, gebe ihm einen Rhythmus, den Rhythmus dieser einen Geschichte, die seitenweise wächst und mich bis zum Schlusspunkt in Atem hält.

Und wenn ich nicht schreibe? Komme ich im Alltag wieder an, bin da für meine Familie, für Freunde, halte die Asanas im Yoga durch – oder verschlinge Romane wie andere Schokolade, wobei wir fast wieder beim Schreiben wären …

Mehr auf Instagram und Facebook: https://instagram.com/mariesand_autorin?igshid=YmMyMTA2M2Y=


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Oder auf: https://www.droemer-knaur.de/hoffnung

Foto ©️ Oliver Look


Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter

Sagenroth S. Monsieur Lucile und die Suche nach dem Glück

Mit dem Rollstuhltaxi durch die Zeit.
Von der Weltausstellung 1900 bis nach Woodstock 1969.

Das klingt skurril und ungewöhnlich. Und das ist es auch. Vier Menschen, die mit Hilfe einer alten Kamera unversehens durch die Zeit wirbeln. Sie könnten zudem kaum unterschiedlicher sein.
Luisa, eine etwas zerstreute junge Frau, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Die unkonventionelle Elsa, die aus ihrem Altersheim abhaut. Der in die Jahre gekommene, obdachlose Rocker Fiete. Und der Schriftsteller Frederic, der unter einer Schreibblockade leidet.
Sie wollen Jean Baptiste Lucile finden, den Elsa vor vierzig Jahren in Paris getroffen hat. Doch welches dunkle Geheimnis verbirgt sich hinter dem alten Foto, das Elsa zufällig bei Lucile entdeckt hat? Lauert da irgendwo eine Gefahr für die vier Zeitreisenden?

Link zum Buch https://amzn.to/3YBJAQf

https://www.sagenroth.de/

Rodeit Julia K. 📖 Sommerglück im kleinen Café am Meer

Katja ist völlig überrascht und entsetzt, als ihr Mann ihr eine WhatsApp schickt, mit der Nachricht, dass er eine Auszeit braucht. Er hat ihr nicht nur eine marode Bäckerei hinterlassen, sondern auch einen Riesenberg Schulden. Sie krempelt die Ärmel hoch und möchte die Bäckerei renovieren. Durch ihren Sohn lernt sie den Taxifahrer Jonas kennen, der ihr tatkräftig unter die Arme greift. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen.
Was passiert, wenn Uwe wieder zurückkommt?

Dies ist ein richtig schöner Wohlfühlroman, der an der Ostsee spielt. Jahrelang war Katja Hausfrau und hat ihre beiden Kinder großgezogen, aber ihren Traum von einem kleinen Café am Meer nie aufgegeben. Erst wurde sie von ihrem Vater ausgebremst und später von ihrem Ehemann.
Sie wächst mit ihren Aufgaben und über sich hinaus und möchte sich endlich selbst verwirklichen
Sehr liebevoll hat die Autorin die Charaktere gezeichnet und wir nehmen an ihrem turbulenten Leben teil. Auch die Entwicklung der Kinder war interessant.
Der schöne und bildhafte Schreibstil lässt uns das ganz gut vor Augen erscheinen und wir sind mitten drin.

Fazit: Ein schöner Wohlfühlroman der zeigt, wie sich Katja weiterentwickelt und über sich hinauswächst. Ich habe die Lesestunden an der Ostsee sehr genossen und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.
Von mir gibt es eine  Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter https://helgasbuecherparadies.com/

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https://julia-rodeit.de/

Mein Buch des Monats Januar 2023

Mein Buch des Monats Januar 2023 ist

Ellen Berg Von Spaß war nie die Rede

Wie immer ist mir die Auswahl schwer gefallen, aber die Spaß und vor allem die sehr gut durchdachte Story mit Tiefgang haben mich absolut überzeugt.
Welches sind eure Lese-Highlights?

https://helgasbuecherparadies.com/2023/01/23/berg-ellen-%f0%9f%93%96-von-spass-war-nie-die-rede/

Sand Juli

Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Juli Sand vorstellen.
Vielen Dank,  dass du heute mein Gast bist.

Juli Sand wurde als mittlere von drei Schwestern in Weimar geboren. Der Liebe wegen zog sie nach Hamburg und die Stadt wurde zu ihrer Heimat.
Sie studierte Germanistik, Betriebswirtschaft und die Menschen im Allgemeinen, die sie immer wieder zu neuen Romanideen inspirieren.
Die Faszination fürs Schreiben begleitet Juli Sand schon ihr ganzes Leben. Ihre zahlreichen Reiseerlebnisse lässt sie gern in ihre Bücher einfließen: Ihre Feelgood-Romane spielen an wunderschönen Orten und verbinden Wohlfühl-Atmosphäre mit Ideen zu nachhaltigem Leben. 
Ihr aktueller Roman „Frühstück im kleinen Cottage in Schottland“ ist Band 1 der Bright Blossom Cottage-Reihe, die in einem kleinen Cottage in Schottland spielt. Hier köcheln die Gefühle und die Herzen schlagen höher. „Ein kleines Cottage, Whisky und ganz viel Gefühl. Perfekt, um sich für ein paar gemütliche Lesestunden nach Schottland zu träumen.“ (Carina Schnell, Bestsellerautorin)

Website: http://www.julisand.de
Instagram: @juli_sand_autorin
Facebook: Juli Sand https://m.facebook.com/people/Juli-Sand/100069349495411/
Twitter: @JuliSandAutorin

Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
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Scherf H.C. Lockruf der Nordsee

Tom Banett lernt Nicole in der schwersten Stunde ihres Lebens kennen. Bisher hatte sie nur die Schattenseiten kennengelernt. Mit Tom erlebt sie, dass es auch einfühlsame Männer gibt und genießt seine Umsorgung, bis ihr Ehemann auftaucht. Nicole ist von ihm abhängig und er manipuliert sie. Doch Tom gibt nicht auf und ein neues Drama beginnt.

Schon zu Beginn des Buches ist es spannend und beklemmend und dem Autor gelingt es, dies beizubehalten. Nicole ist eine Frau, die Misshandlungen über sich ergehen lässt und trotz Wiederholungen bei ihrem Mann bleibt. Erst durch Tom erkennt sie, dass es auch andere Männer gibt. Doch das Glück ist nicht von langer Dauer. 
Tom hat bereits zwei gescheiterte Ehen hinter sich und möchte Nicole helfen.
Sehr emotional ist dieser Roman, mit Höhen und Tiefen, die erschüttern.
Die Abhängigkeit von Nicole hat mich tief ergriffen.
Durch die Perspektivenwechsel bleibt es spannend und es gibt verschiedene Themen.

Fazit: Das Buch geht unter die Haut und lässt tief blicken, ist gleichzeitig aber auch sehr dramatisch. Schonungslos geht der Autor auf viele Themen ein, die mitunter oft verschwiegen werden.
Es hat mich sehr berührt und am Ende blieb ich sprachlos zurück.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter
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Scherf H.C.

Heute möchte ich euch den sehr sympathischen Autor H.C. Scherf vorstellen.
Vielen Dank,  dass du heute mein Gast bist.

Interview mit dem Thrillerautor H.C. Scherf

🎤 Vielen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten. Ich möchte Fragen stellen, die etwas abweichen von denen, die Sie vielleicht ständig beantworten müssen.

Ich glaube nicht, dass eine gibt, die ich noch nicht hörte.

🎤 Das eine oder andere Buch habe ich von Ihnen bereits gelesen. Dabei fiel mir auf, dass Sie sich besonders mit den von Ihnen kreierten Figuren abseits des üblichen Rahmens bewegen. Ich vermisse dieses so oft dargestellte Heldentum, mit dem die Figuren ihre Fälle lösen.

Eigentlich ist diese Frage recht einfach zu beantworten. Meine Figuren – und das betrifft sowohl Protagonisten wie auch Antagonisten – sind Menschen wie du und ich. Und sind wir mal ehrlich, wer von uns ist ein wirklicher Held im Alltag? Natürlich müssen die Protagonisten Aufgaben bewältigen, die hier und da außergewöhnlich sind. Doch das muss nicht ständig in einer außergewöhnlichen Mutprobe gipfeln. Ich beobachte gerne Menschen und versuche dabei, ihre Grenzen kennenzulernen. Dabei stelle ich fest, dass sie überwiegend pragmatisch handeln und Fehler produzieren. Beziehen wir das einmal nur auf die Täter. Täten sie das nicht, würde kein Fall gelöst. Also sehe ich meine Hauptaufgabe darin, solche Fehler zu erkennen, sie zu benennen. Das darf natürlich nicht zu plump geschehen, da ansonsten die Leser*innen gelangweilt würden.

🎤 Wenn ich das richtig sehe, fordern Sie die Leser*innen heraus, diese Fehler möglichst selbst zu erkennen.

Das wäre natürlich das Optimum. Doch damit mache ich meine Ermittler brotlos. Eigentlich sollten sie die eigentlichen Helden sein. Doch das sind sie nur in wenigen Fällen. Sie leben mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Schwächen, was sie menschlicher wirken lässt. Sind wir doch einmal ehrlich. Die Kinohelden gibt es in der Realität nicht. Über neunzig Prozent aller Mordtaten z.B. werden in Deutschland aufgeklärt. Das basiert jedoch nicht auf der Tatsache, dass unser Kommissar durch eine Scheibe aus dem 12. Stock auf ein fünfzehn Meter entfernt fahrendes Lkw-Dach springt. Kriminalfälle zu lösen bedeutet irre viel Kleinarbeit in Laboren, Beweismittel am Tatort erkennen, Profiling, Rechtspsychologie und jede Menge Berufserfahrung. Für Heldentum ist da kaum Platz.

🎤 Aber auch Ihre Figuren müssen Aufgaben bewältigen, die speziell sein können. Damit kontakarieren Sie Ihre vorherigen Feststellungen doch.

Da gebe ich Ihnen recht. Doch das Schreiben von Büchern gibt uns Autor*innen auch gewisse Regeln vor. Ein Buch, das die trockene Arbeit der Ermittler beschreiben würde, kauft niemand, da es einem Sachbuch gleichkommen würde. Sie wollen schließlich unterhalten werden. Dazu gehört der Aufbau von Spannung, was besonders den Thriller betrifft. Das bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass wir die präzise Polizeiarbeit vernachlässigen. Jetzt eine gehörige Portion Dramaturgie einzubauen, ist hier das Zauberwort. Aber auch dabei lasse ich nur in seltenen Fällen Heldentum aufkommen. Meine Ermittler haben stets auch etwas Menschliches: Ich spreche von Angst. Es ist keine Schande, diese zu zeigen und doch den Job zu machen, für den man bezahlt wird.

🎤 Schaffen Sie ganz bewusst den Antihelden?

Das wäre natürlich kontraproduktiv, denn schnell verwechselt man das mit Feigheit. Das wäre fatal, wenn Leser*innen diesen Eindruck gewinnen könnten, obwohl es ein interessanter Ansatz wäre, eine neue Figur zu schaffen. Leser fordern den Helden in gewissen Grenzen ein. Doch gestatte ich meinen Figuren auch den einen oder anderen Lapsus, der wiederum zu Konflikten  führen kann. Und damit kommen wir zum wesentlichen Teil eines Buches. Es lebt von Konflikten. Gäbe es die nicht, würde das Buch unwirklich und langweilig erscheinen.

🎤 Wenn ich Sie richtig verstehe, bewegen Sie sich vorzugsweise in der Realität?

Oh nein. Das ist fast unmöglich. Hier und da muss ich vom geraden Pfad etwas abweichen, um Spannungselemente zu schaffen. Allerdings sollte man als Autor nicht zu sehr in die Welt der Fantastereien abdriften. Lassen Sie mich allerdings etwas erklären. Wenn Sie als Leserin glauben, dass der Autor etwas weit über das Ziel hinausgeschossen ist, darf ich klarstellen, dass die Realität viel schrecklicher sein kann, als das gerade Gelesene. Oft können oder besser gesagt, wollen wir die Realität gar nicht so schildern, wie wir sie bei der Recherche vorfanden. Die Leser*innen haben oft gar keine Vorstellung davon, wie grausam Menschen vorgehen, wenn sie Gewalttaten an Mitmenschen ausüben. Das Böse lebt direkt neben dir – Tür an Tür.

🎤 Jetzt möchten Sie aber verunsichern, oder?

Wieder muss ich verneinen. Damit übertreibe ich nicht im Geringsten. Kaum jemand, außer den Polizeibehörden und vielleicht den Mitarbeitern der forensischen Psychologie, wissen, wozu Menschen wirklich fähig sind. Wir alle besitzen von Geburt an gute und böse Gene in uns. Wie sie sich entwickeln, hängt von vielen Faktoren in unserer Erziehungsphase ab. Geht es in die falsche Richtung, entwickelt sich daraus schlimmstenfalls ein Serien- oder Mehrfachtäter. Die Geschichte zeigt uns immer wieder auf, wozu diese Menschen dann fähig sind. Mich persönlich fasziniert der Werdegang dieser abnormen Menschen sehr, doch weigere ich mich, deren Leben und Taten detailliert darzustellen. Vielleicht ist es auch gut so, dass Leser*innen alle Geschichten, die wir anbieten, als rein fiktiv ansehen. Die Realität wäre um ein Vielfaches Grausamer. Denken Sie z.B. nur an die Geschehnisse um die vielen Kindesmissbräuche, von deren wahren Ausmaße nur die gepeinigten Ermittler und die Täter selbst wissen. Wie ich zuvor schon erwähnte: Wir leben mit dem abgrundtief Bösen Tür an Tür.

🎤 Ich muss zugeben, dass Sie mich jetzt verunsichert haben. Doch kommen wir noch einmal zurück auf die Eingangsfrage. Sie weigern sich, dem gebräuchlichen Klischee des Starken und Schönen bei Ihren Figuren zu folgen? Wie sehen das Ihrer Meinung nach Ihre Leser*innen?

Eine Frage, die sich aus meiner Sicht nur schwer beantworten lässt. Das sollten Ihnen besser die Verbraucher beantworten. Aber für mich gibt es keine Alternative zu dem, was ich bisher schrieb. Die Darstellung des smarten, mit Waschbrettbauch versehenen Supermannes liegt mir nicht. Ebenso verpasse ich den Frauen nur selten das Aussehen eines Topmodels. Viel zu gerne beschreibe ich Figuren, die uns tagtäglich auf der Straße begegnen. Es freut mich, wenn sich meine Leser*innen in den Figuren selbst  wiederfinden können. Oft zaubert es ein Lächeln auf ihr Gesicht. Darin liegt auch der Grund, warum ich z.B. wie ein Voyeur am Nebentisch im Café sitze und alle möglichen Reaktionen der Mitmenschen aufsauge. Das findet sich irgendwann in einem meiner Bücher wieder. Der Bezug zur Realität ist mir sehr wichtig. Doch genau hier liegt die Krux. Wer ein Buch kauft, will sehr oft aussteigen, den Alltag hinter sich lassen und in eine Welt abtauchen, die es eigentlich nicht gibt. Das ist unendlich befreiend, wenn die Traumwelt betreten werden kann. Das kann ich gut nachvollziehen. Doch es ist nicht meine Welt. Und das muss man mir zugestehen, wenn eines meiner Bücher in die Hand genommen wird. Viel zu gerne halte ich uns den Spiegel vor und halte Leser*innen fest in der realen Welt,  wo das Böse mittlerweile die Herrschaft übernommen hat.

🎤 Nun haben Sie aber aktuell einen Roman geschrieben, der sich in einem völlig anderen Genre bewegt. Wie mir scheint, handelt es sich bei „Lockruf der Nordsee“ um ein Liebesdrama. Wie kam es dazu? Schließlich kennt man Sie als Vertreter der harten Schiene.

So verrückt wie es klingt, ist es gar nicht. Verwechseln Sie bitte dieses Buch nicht mit den herkömmlichen Liebesromanen, in denen nur heile Welt verkauft wird. Das ist schon harter Stoff und beschreibt das Schicksal zweier Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise die Tiefen des ehelichen Beisammenseins kennenlernen mussten. Hier zeige ich, dass ein Krimiautor auch in Gefühle machen kann. Die Rezensionen und Reaktionen auf das Buch sind erstaunlich. Man zeigt sich ergriffen, erstaunt, schockiert und betroffen. Spannung ist auch hier reichlich gegeben. Ich zeige meinen Leser*innen, dass niemand an seinem Schicksal verzweifeln muss. Aufgeben ist die falsche Option. Wahre Liebe und echte Freundschaft gibt es auch heute noch. Oft wird es nicht erkannt oder abgelehnt, weil schlechte Erfahrungen dies vorgeben. Ich gebe zu, dass der Roman nichts für Feiglinge ist und für Betroffene eine Triggergefahr besteht. Doch die Betroffenheit, der Hass auf den Antagonisten und das Unverständnis im Handeln der Figuren ist vergessen, wenn die letzte Seite umgeblättert wird. Dieses Buch hallt lange nach. Es gibt Bücher, die gelesen werden und wieder im Regal ein stilles Schicksal fristen. Ich garantiere, dass diese Story lange im Gedächtnis haften bleibt. Und das Bedeutsame an dieser Tasche ist, dass es keine erfundene Geschichte ist, sondern dem realen Leben entnommen wurde. Ich schicke meine Leser*innen auf eine Gefühlsachterbahn.

🎤 Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich lesen möchte, denn auch ich gehöre zu den Menschen, die gerne der Realität entrücken möchte. Dafür ist mein Buch da. Doch hört es sich sehr spannend an und ich werde es versuchen.

Das würde mich freuen, denn ich bin mir sicher, dass dieses Drama Sie mehr beanspruchen wird, als so mancher Thriller. Das reale Leben  kann, ich sagte es vorher bereits, härter sein als erfundene Storys. Sie werden es nicht bereuen.

🎤 Dass Sie das Schreiben nun aufgeben wollen, gaben Sie bekannt. Das ist doch nur ein Bluff, ein Marketingtrick. Oder?

Oh, nein. Das habe ich mir vorgenommen. Aber lasse ich mir ein kleines Türchen offen. Messen und Lesungen finden auch weiterhin statt. Nach vielen Jahren des intensiven Schreibens möchte ich wieder einmal Urlaub machen und ausspannen. Das habe ich mir mit 74 Lebensjahren redlich verdient. Allerdings will ich danach einen Rücktritt vom Rücktritt nicht völlig ausschließen. Wen einmal der Virus befallen hat, wird niemals wirklich davon befreit.

🎤 Genau das wollte ich von Ihnen hören, Herr Scherf. Ich hoffe mit Ihren Lesern auf einen Return. Für heute möchte ich nicht weiter in Sie dringen und bedanke mich für die Zeit, die Sie sich für die Antworten genommen haben.

Immer wieder gerne.
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter

https://www.scherf-autor.de/

Heldt Dora Vier Frauen und ein falsches Leben

Wie geht man damit um, wenn alle Lebensträume zerplatzen? Wie gut kennen wir unsere Eltern? Über ein Projekt im Pflegeheim ihrer Mutter ist Friederike zum ersten Mal gezwungen, sich mit Esthers Leben auseinanderzusetzen. Vieles erscheint in einem anderen Licht … Alex recherchiert für ein Buchprojekt über die Industriellenfamilie Hohnstein, deren weiße Weste angesichts der Verstrickungen in das Nazi-Regime immer mehr Risse bekommt. Jule, deren Tochter Pia – wie sie selbst einst – ihren Alltag als alleinerziehende Mutter stemmt, muss lernen, dass sie jetzt, mit Mitte Fünfzig, die vielleicht letzte Chance hat, ihr Leben noch einmal zu ändern. Frauenleben: Nur mit der Kraft der Erinnerung kann der Weg in die Zukunft gelingen.

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Berg Ellen Romane

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