Konrad Cleo – Homestory

Rezension

Eine Journalistin hat vor, einen Artikel über den abgelegenen Steingruberhof zu verfassen, wo eine Gemeinschaft lebt, die eigene Regeln für sich aufgestellt hat. Bald darauf wird sie tot aufgefunden, und Eva kommt nach 13 Jahren zurück zum Hof, um den Bewohnern rechtlich beizustehen, angesichts der Verdächtigungen gegen sie. Sie fragt sich, wer einen Grund gehabt haben könnte, die Journalistin zu ermorden.

Nach dem Buch „Deepfake“ war ich sehr neugierig auf diesen neuen Thriller und hatte große Erwartungen. Leider konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen.
Der Einstieg fiel mir unerwartet schwer. Es dauert eine Weile, bis die Geschichte richtig in Schwung kommt. Da zahlreiche Charaktere involviert sind, war ich dankbar für das Personenverzeichnis am Anfang des Buches.
Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Grundsätzlich mag ich diesen Erzählstil, weil er verschiedene Blickwinkel eröffnet. Die Kapitel aus Tonis Sicht hatten für mich allerdings keinen echten Mehrwert geboten. Stattdessen hätten sie zugunsten eines strafferen Erzähltempos gekürzt werden können.
Auch die Spannung ließ für meinen Geschmack zunächst zu wünschen übrig. Viele kleine Nebensächlichkeiten schmälerte die Dramatik. Erst etwa ab der Mitte wird die Geschichte so, wie ich es mir von Beginn an erhofft hatte. Ab diesem Moment wollte ich unbedingt herausfinden, wie alles miteinander verbunden ist und wie sich die Ereignisse weiter entwickeln.
Dagegen fand ich die Atmosphäre gelungen. Das Leben auf dem abgelegenen Hof wird sehr anschaulich beschrieben. Die Selbstversorgung, die Abgeschiedenheit und das besondere Zusammenleben der Bewohner wirken authentisch.

Fazit: Es ist ein Buch mit einer spannenden Ausgangsidee und einer gelungenen Atmosphäre, der für mich jedoch zu lange braucht, um mich zu fesseln. Das Ende hält zwar noch eine interessante Wendung bereit, doch für mich kam sie zu spät, um den eher zähen ersten Teil auszugleichen. Mit einem strafferen Aufbau und etwas weniger Umfang hätte mich die Geschichte vermutlich deutlich mehr begeistert.
Von mir gibt es 3,5 Sterne

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Lübbe herzlich bedanke.

Hinterlasse einen Kommentar