Eric Sanders spürt, dass diese Rolle seine große Chance ist. Und er soll recht behalten: Die Resonanz auf seine schauspielerische Leistung im Münchner Tatort ist rundum positiv, seine Bekanntheit wächst, seine Followerzahlen auf Social Media steigen.
Bis plötzlich jemand anfängt, sich für ihn auszugeben. Seine Identität zu übernehmen, sich in sein Leben zu drängen. Zunächst digital, dann in Person.
Eric fühlt sich massiv bedroht, kann es sich nicht erklären.
Bis die Nachricht bei ihm eintrifft: Gestehe den Mord, oder alle, die du liebst, werden sterben. Und Erinnerungsfetzen auftauchen.
Was hat er getan? Damals, als er gerade einmal elf Jahre alt war.
Meine Rezension zu Monika Lüthi Was du vergessen musst
Lena wacht im Krankenhaus auf und hat keinerlei Erinnerungen an die letzten zwei Jahre. Bei einer Wanderung in den Bergen ist sie gestürzt und hat ihr Gedächtnis verloren. Sie ist mit Jan verheiratet und hat ein Kind, obwohl sie sich daran erinnert, dass sie nie Kinder wollte. Völlig fremd fühlt sie sich. Auf eine Morddrohung, die sie kurz vor ihrem Sturz erreichte, kann sie sich keinen Reim machen. Sie beschließt, sich nochmals in die Berge zu begeben. Was ist geschehen und erlangt sie ihre Erinnerung zurück?
Was für ein Alptraum. Lenas Gedächtnisverlust stelle ich mir äußerst belastend vor und ich litt mit ihr. Nachdem eine Zeit vergangen ist und ihre Erinnerungen immer noch nicht zurückgekehrt sind, begibt sie sich erneut auf die gleiche Wanderung. Auf ihrer Tour begegnet sie misstrauischen und wortkargen Menschen. Mit jedem Schritt hofft sie, ihre Erinnerung wiederzufinden. Wem kann sie trauen? Bei diesem Roman steigt die Spannung stetig an und unvorhergesehene Wendungen lassen alles immer wieder in einem neuen Licht sehen. Dazu die Wanderung in den Bergen, die die Autorin vortrefflich geschildert hat. Dies ließ mich tief in die Geschichte eintauchen.
Fazit: Es ist ein spannender und sehr atmosphärischer Roman, der mit einem ungeahnten Ende aufwartet und mir sehr schöne Lesestunden bereitet hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Sarah Kempfle vorstellen. Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.
Sarah Kempfle wurde 1985 in Bayern geboren und siedelte bald schon mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern nach Baden-Württemberg ins schöne Oberschwaben um. Obwohl, oder vielleicht auch weil es in der Grundschule überwiegend schlechte Noten in Diktaten und Aufsätzen für sie hagelte, beschloss sie nach dem Abitur Deutsch und Sport auf Lehramt zu studieren. Nach ihrem Umzug nach Stuttgart, schloss sie sich den Mörderischen Schwestern e.V. an und begann bald schon, dank der Förderung innerhalb des Vereins, ihre ersten Kurzgeschichten zu schreiben und zu veröffentlichen. Auch der Traum vom eigenen Kriminalroman nahm in dieser Zeit konkrete Züge an. Nach elf Jahren an einer öffentlichen Schule wagte Sarah Kempfle den Wechsel in eine Justizvollzugsanstalt, wo sie seitdem Jugendliche auf den Hauptschulabschluss vorbereitet. Ihr Debütroman „Übung macht den Mörder“ erschien am 20. September 2023 im blanvalet Verlag und handelt von einer Lehrerin, die sich lieber mit unaufgeklärten Mordfällen beschäftigt, statt mit ihrer eigentlichen Arbeit. Sehr zum Leidwesen ihres neuen Mitbewohners Kommissar Bähr. „Mord im Rotsiftmilieu“, der zweite Band der Reihe, ist am 17. Juli 2024 im blanvalet Verlag erschienen und setzt Isa Kleins unorthodoxe Spurensuche fort. Foto: Copyright Michael Diehl Photography
Veröffentlichungen: Frauen morden schöner, Hrsg. Mareike Fröhlich, Wellhöfer Verlag, 2018 Geschmackvoll morden, Hrsg. Mareike Fröhlich, Wellhöfer Verlag, 2019 Schwabens Abgründe, Hrsg. Mareike Fröhlich, Silberburg Verlag, 2021 Übung macht den Mörder. Ein Provinzkrimi (Bähr und Klein ermitteln, Band 1), blanvalet 2023 Mord im Rotstiftmilieu. Ein Provinzkrimi (Bähr und Klein ermitteln, Band 2), blanvalet 2024
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Eindrücke. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.
Zwanzig Jahre sind nach einer missglückten Entführung und dem Tod eines kleinen Jungen vergangen und es scheint sich ein Drama zu wiederholen. Die junge Charlotte wurde entführt und die Ermittler Juha und Lux nehmen die alten Akten zu Hilfe. Während dieser Vermisstenfall schnell aufgeklärt werden konnte, stellen sie fest, dass die damaligen Unterlagen Unstimmigkeiten aufweisen sie rollen den Fall neu auf.
Es beginnt gleich spannend. Die Ungereimtheiten in den Akten veranlassen die Ermittler die Suche nach der Wahrheit. Der damalige mutmaßliche Täter begann Selbstmord. Psychisch war er jedoch zu einer Entführung gar nicht in der Lage. Ein erster Hinweis führt die beiden Ermittler zu einem Feuerwehrverein. Eine schwere Aufgabe liegt vor ihnen, denn das Verbrechen ereignete sich vor zwanzig Jahren. Mit Juha und Lux sind den Autoren gute Charaktere gelungen. Während Juha eher von Gefühlen geleitet wird und oft los pirscht, ist Lux eher analytisch und vernünftig. Sie ergänzen sich jedoch perfekt. Dennoch laufen viele Spuren ins Leere. Spannend ist der Krimi aufgebaut und eine wilde Verfolgungsjagd hält einen in Atem.
Fazit: Dies ist ein spannender Krimi mit einem sehr guten Ermittlungsteam. Es ist gut gewählt und sie wirken authentisch. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die hervorragende bildliche Sprache. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zu einigen unvorhersehbaren Wendungen. Den Autoren ist ein guter Start einer neuen Reihe gelungen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Rowohlt Verlag herzlich bedanke
Buch des Monats Juli 2024Ella Stein Diesmal ist es echt
Wie immer ist mir die Auswahl schwer gefallen, aber der Roman von Ella Stein hat mich sehr beeindruckt. Nicht nur die Thrillerelemente, auch die Spannung und der Tiefgang.
Bei der Anprobe ihres Hochzeitskleides erhält die Polizeichefin Kate Burkholder einen Anruf. Sie eilt zum Ort des Geschehens. Der junge amische Aden Karn liegt tot am Straßenrand. Zuerst dachten sie, es sei ein Unfall gewesen, doch erste Erkenntnisse zeigen, dass er brutal ermordet wurde. Aden war sehr beliebt und lernt außerhalb seiner Glaubensgemeinschaft ein anderes Leben kennen. Woran war er beteiligt oder verwickelt?
Dies ist Kate Burgholders 15. Fall und auch ohne Vorkenntnisse gut zu lesen. Dieses Mal steht sie einem äußerst brutalen Täter gegenüber. Das Opfer war allgemein sehr beliebt. Verdächtige gibt es genug, aber die meisten Hinweise verlaufen im Sand. Als Kate der Wahrheit näher kommt, kommt sie selbst in Gefahr. Sehr spannend aufgebaut ist die Geschichte und überraschende Wendungen halten einen Atem. Auch privat gibt es endlich Fortschritte. Interessant sind die Einblicke der Amish-Glaubensgemeinschaft bei denen Kate aufgewachsen ist und denen sie vor langer Zeit den Rücken gekehrt hat.
Fazit: Es ist ein spannender Fall mit schrecklichen Wahrheiten. Am Ende sigt das Gute. Ein gelungener Thriller, der mich von der ersten Seite an sehr gut unterhalten hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei S. Fischer Verlag herzlich bedanke
Buchvorstellung Eva Maria Silber und Kirsten Wilczek Die Schwestern
23 Jahre nach dem Doppelmord an zwei kleinen Mädchen, der damals das ganze Land in Atem hielt, gibt es auf einmal neue Hinweise. Angeblich hat der Vater der Kinder nun die Tat gegenüber einer unbeteiligten Zeugin gestanden. Grund genug für die zwei pensionierten Richterinnen Marie-Louise Rebell und Dr. Marte Campferbrinck den Fall wieder aufzurollen, denn insgeheim waren sie schon damals überzeugt: Die Verurteilung der Mutter war ein Justizirrtum. Doch die Ermittlungen gestalten sich heute noch schwieriger als damals und die Frauen treffen auf Mauern des Schweigens. War es die Mutter oder doch der Vater? Oder lauert der wahre Mörder an ganz anderer Stelle?
Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Schwesterntod.
Ein Totengräber findet eine Leiche in einem frisch ausgehobenen Grab. Bei der Autopsie wird eine teuflische Münze gefunden, doch das ist noch nicht alles, denn sie machen eine grausame Entdeckung. Jana Brinkhorst und ihr Team haben bald einen Verdächtigen und je tiefer die Ermittlungen gehen, desto entsetzter werden sie.
Dies ist bereits der vierte Fall für Jana und das Team und beginnt gleich spannend. Nach und nach kommen schreckliche und fürchterliche Wahrheiten ans Licht. Eine Spur führt in satanistische Kreise. Es bleibt nicht die einzige Leiche, auch weitere weisen die gleichen Merkmale auf und ihr Verdacht wird bestätigt. Es ist Eile geboten, um weitere Verbrechen zu verhindern.
Fazit: Ein wirklich spannender Thriller, der sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt. Es ist von Anfang an fesselnd und durch clevere Wendungen wurde ich mehrere Male auf eine falsche Fährte geführt. Das Team arbeitet gut zusammen und sie sind allesamt sympathisch. Auch dieser Teil ist in sich abgeschlossen. Es bleibt rasant bis zum Schluss. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Yoko ist wie du und ich. Bis das Glück sie verlässt.
Yoko ist Ende zwanzig, als sie die von ihrem Vater geerbte Metzgerei in eine kleine Manufaktur umwandelt – liebevoll verpackt sie fortan das Glück in kleine Kekse, anstatt Schweinehälften zu zerlegen. Sie ist verliebt, ihr Leben ist das erste Mal erfüllt von Leichtigkeit.
Doch dann ist sie eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie liefert eine Kiste Glückskekse an ein chinesisches Restaurant aus, und als sie versucht, im Hinterhof einem kleinen Hund zu helfen, wird sie für ihre Courage von dessen Peinigern bestraft. Yoko ist das leichte Opfer zweier Männer im Gewaltrausch. Alles zerbricht, ihr Leben liegt von einem Moment zum nächsten in Scherben.
Aber Yoko fasst einen Entschluss: Nicht ihre Verfolger werden entscheiden, wann ihr Leben endet. Nicht das Schicksal wird bestimmen, wie ihre Geschichte verläuft. Sie selbst wird es tun.
Noch ahnt sie nicht, mit wem sie es zu tun hat. Und mit welch ungeahnter Härte sie sich rächen wird. Yoko wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Und kämpft erbarmungslos für ihre Zukunft.
Meine Rezension zu Fiona Limar Die Nebel des Schweigens
Tuva wird verstört in einer Kirche aufgefunden. Ihre Freundin Celine ist spurlos verschwunden und Tuva kann sich an nichts erinnern. Ein Jahr später möchte eine Journalistin Nachforschungen anstellen und verschwindet genauso plötzlich. Tuvas Freundinnen überreden sie, im selben Hotel zu übernachten wie damals, damit sie sich endlich daran erinnert, was mit Celine passiert ist. Kurz darauf kommt es zu ein Mord. Polizeiinspektorin Alva Claesson und ihr Team, sowie ihr Partner Birger Nyberg wollen herausfinden, was wirklich geschah. Schnell ist allen klar, dass mehr dahintersteckt.
Dies ist bereits der zehnte Fall für Alva Claesson und Team und verliert keineswegs an Spannung. Im Gegenteil, die Autorin bringt immer wieder neue und aktuelle Themen auf. Die ganze Zeit rätselte ich mit, was wirklich geschah, aber das Ausmaß war doch ganz unerwartet. Die ganze Zeit tappte ich im Dunkeln. Sehr geschickt wurde dies inszeniert. Das Ermittlerteam finde ich einfach klasse. Sie arbeiten Hand in Hand.
Fazit: Sehr undurchsichtig ist die ganze Geschichte und wird erst zum Ende aufgelöst. Das hält die Spannung absolut aufrecht. Sie ist und bleibt eine meiner Lieblingsautoren, denn jedes Buch ist anders und die Charaktere sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. So muss Thriller sein: spannend, fesselnd, aufregend und packend. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐