Winter Florence – Die Gezeitentochter

Rezension

Emma zieht nach dem Ende ihrer Ehe auf eine abgelegene Insel in Schottland. Dort findet sie ein beeindruckendes Herrenhaus, in das sie sich sofort verliebt, und sie beschließt, es zu kaufen. Während der Renovierung stößt sie auf eine Leiche hinter einer Wand und sie möchte mehr über diese Entdeckung erfahren. Vor zweihundert Jahren lebten Abigail, ihre Schwester und deren Mutter in diesem Haus, und durch die Erbfolge musste sie eine schwerwiegende Entscheidung fällen, die ihr Leben völlig veränderte.

Der Roman hat mich sofort gefesselt. Nach „Sturmtochter“ ist der Autorin erneut ein spannender Roman gelungen, der von Geheimnissen, Spannung und starken Charakteren lebt. Die Handlung spielt auf zwei zeitlichen Ebenen. In der Gegenwart begleiten wir Emma, die ein altes Herrenhaus kauft und dabei auf die Spuren der Vergangenheit stößt. Während sie versucht, die Ereignisse von damals zu verstehen, tauchen wir parallel in die Vergangenheit ein. Dort begegnen wir Abigail, die als Frau von der Erbfolge ausgeschlossen wird. Diese Ungerechtigkeit hat tiefgreifende Folgen und beeinflusst ihr Leben auf dramatische Weise.
Die Erzählung bleibt durchweg spannend und hat mich völlig mitreißen können. Immer wieder gibt es neue Hinweise, sodass keine Langeweile aufkommt. Besonders beeindruckt hat mich die lebendige Charakterzeichnung. Die Schauplätze sind anschaulich beschrieben und haben mich vollständig in die Geschichte eintauchen lassen. Darüber hinaus sorgen kriminelle Elemente dafür, dass die Spannung bis zum Ende hoch bleibt.

Mein Fazit: Es handelt sich um eine äußerst gelungene, temporeiche und fesselnde Geschichte, die mich vollkommen begeistert hat. Ich schätze die Werke von Florence Winter sehr, und auch dieser Band hat mich überzeugt. Jetzt freue ich mich schon auf das nächste Buch und kann es kaum erwarten.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich herzlich bedanke.

Teige Trude – Der Gesang der See

Rezension

Nach dem Verlust ihres Mannes hat Kristiane es schwer, denn man möchte ihr das Lotsenrecht entziehen, welches ausschließlich Männern zusteht. Sie sieht sich gezwungen, erneut zu heiraten, damit die Schifffahrt fortgesetzt werden kann, und muss darüber nachdenken, ob Vernunft oder Liebe wichtiger sind.

Die Handlung dieses Buches spielt im 19. Jahrhundert in Norwegen. Es wird eine Geschichte erzählt, in der Frauen kaum Gehör finden und oft den Vorschriften einer von Männern bestimmten Gesellschaft folgen mussten. Kristiane hat es nicht leicht,  dennoch fügt sie sich nicht einfach in diese Rolle. Mit viel Mut behauptet sie sich und es scheint, dass niemand mit ihrer Entschlossenheit gerechnet hat. Aus diesem Grund hat sie mich fasziniert. 
Sehr gut gefallen hat mir auch die Atmosphäre des Romans. Die raue Landschaft sowie das Leben am Meer werden  eindrucksvoll beschrieben.

Fazit: Es handelt sich um einen atmosphärischen historischen Roman mit einer beeindruckenden Frau und einer starken Kulisse. Die Autorin erzählt ruhig.
Dies war mein erstes Buch von Trude Teige und sicherlich nicht das Letzte. Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt und fand besonders Kristiane und die eindrucksvolle Kulisse gelungen.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung da Rezensionsexemplar wofür ich mich bei S.Fischer Verlage herzlich bedanke.

Rikl Claudia –  Elbland

Rezension

Nina hat sich über viele Jahre um ihre Mutter gekümmert, und als diese verstirbt, zerbricht für sie alles. Sie entscheidet sich, in den Ort zu reisen, den sie damals mit ihrer Familie besucht hat. Es war der Geburtsort ihrer Mutter vor dem Krieg. Nach diesem Urlaub war nichts mehr so, wie es einst gewesen war.

Dies ist eine berührende Geschichte über Familie, Herkunft und die Spuren der Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht Nina. Mit dem Tod ihrer Mutter bleiben viele ungeklärte Fragen zurück. Nina hat gemerkt, dass ihre Mutter ihr Leben lang mit etwas Schwerem gerungen hat. Um mehr darüber zu erfahren, begibt sie sich nach Böhmen und beginnt, die Wurzeln ihrer Familie zu erkunden.
Während ihrer Nachforschungen begegnet sie einem Historiker, der ihr hilft, die Vergangenheit besser zu verstehen. Nach und nach fügen sich für Nina die Puzzlestücke zusammen. Sie entdeckt, weshalb ihre Mutter oft melancholisch und verschlossen war und warum das Verhältnis zu ihrer Schwester Katja so belastet ist mit Spannungen.
Die Erzählung wird auf verschiedenen Zeitebenen präsentiert. Allmählich entsteht ein umfassendes Bild der Familiengeschichte. Der Schreibstil ist ruhig und stimmungsvoll, was gut zur Atmosphäre des Buches passt.
Das Buch steht stellvertretend für viele Lebensgeschichten von Vertriebenen und zeigt, wie stark Vergangenheit und Herkunft auch noch nach Generationen nachwirken können. Wichtige Themen wie Geheimnisse, Schuld, Verarbeitung und die Möglichkeit zur Versöhnung haben hier ihren Platz.

Fazit: Die Geschichte hat mich von Anfang an berührt und ich habe Nina sehr gerne auf ihrer Reise begleitet. Für mich war es eine bewegende und zugleich nachdenkliche Lektüre, die lange nachhallt.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Ullstein Verlag herzlich bedanke.

Gruchot Sylvia –  Ungeliebt Täuschung tötet

Rezension

Henning hat es schwer in der Schule. Nur Julia gelingt es, ihn zu erreichen, während er von anderen gemobbt wird. Der Lehrer Torsten Albrecht nimmt das Leben locker, bis seine Frau spurlos verschwunden ist. Er ist überzeugt, dass sie ihn nicht verlassen hat, und informiert die Polizei. Doch die Ermittler Susann Greve und Reiner Groß finden keinerlei Hinweise auf sie. Dann passiert ein tragisches Ereignis.

Die Handlung beginnt ruhig und nimmt sich bewusst Zeit, um die Charaktere und ihre Sichtweisen näherzubringen. Mehrere Blickwinkel eröffnen die Handlung und geben nach und nach Einblick in das Leben der Beteiligten.
Im Mittelpunkt stehen die Lehrkräfte Bettina und Monika, die an einer Schule arbeiten, wo Mobbing alltäglich ist und häufig vorkommt. Bettina ist verliebt und möchte einen speziellen Mann für sich allein gewinnen. Aus dieser Eifersucht heraus entwickelt sie einen Plan, der immer mehr außer Kontrolle gerät.
Etwa ab der Mitte des Buches gewinnt die Geschichte deutlich an Intensität und mündet in einem unerwarteten Drama.

Fazit: Ich habe mich gut unterhalten. Besonders die zweite Hälfte sorgt für Spannung. Für mich fühlt sich die Erzählung eher wie ein Krimi an, statt wie ein Thriller. Dennoch bietet das Buch eine interessante und dramatische Geschichte mit mehreren ernsten Themen, wie Mobbing und Eifersucht.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Dco Verlag herzlich bedanke.

Fitzek Sebastian – Die Therapie

Rezension

Der Psychiater Viktor Larenz ist verzweifelt, denn seit 4 Jahren fehlt jede Spur von seiner Tochter Josy. Um eine Anfrage für ein Interview von einer Zeitung zu bearbeiten, zieht er sich auf die Nordseeinsel Parkum zurück. Dort wird er von einer Frau besucht, die eine Therapie bei ihm starten möchte, und nach anfänglichem Zögern stimmt er zu. Ab diesem Moment nimmt die Geschichte einen unerwarteten Verlauf.

Nach zwei Jahrzehnten wurde dieses Buch erneut veröffentlicht und ich habe die Gelegenheit ergriffen, es nocheinmal zu lesen. Der ursprüngliche Reiz ist geblieben und ich war erfreut, wieder in diese Erzählung einzutauchen. Die Handlung ist sehr gut durchdacht und intelligent gestaltet. Dr. Larenz ist weiterhin auf der Suche nach seiner Tochter und es scheint, dass seine Patientin mehr über ihren Verbleib weiß, als sie bereit ist zu offenbaren. Diese Situation schafft eine Spannung, die fesselt, und ich konnte mitfiebern und mitfühlen. Zudem gibt es unerwartete Wendungen und der Autor zeigt, wie geschickt er dies in der Spannung einsetzt.

Fazit: Ich habe das Buch nahezu im Handumdrehen gelesen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Am Ende präsentiert der Autor  ein Finale, das mich völlig überrascht hat. Sebastian Fitzek zählt ohne Zweifel zu den besten in seinem Fach und zeigt, wie fesselnd dieses Genre sein kann. So muss ein Psychothriller sein.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Droemer Knaur herzlich bedanke.

Winkelmann Andreas – Moorland Die Zwillinge

Rezension

Kommissarin Malia Gold sieht sich schon am ersten Arbeitstag mit einem Fall von Vermissten konfrontiert. Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana sind nicht vom Moor zurückgekehrt, und kurze Zeit später erscheint ein beunruhigendes Video auf ihrem TikTok-Account. Malia setzt alles daran, sie zu suchen, muss gleichzeitig aber auch mit ihrer eigenen Vergangenheit umgehen.

Malia steht vor einem komplizierten Fall der Vermissten und muss sich zugleich mit den Schwierigkeiten ihrer Mutter auseinandersetzen. Die Hintergründe ihres Rückzugs aus der Stadt vor 15 Jahren werden nach und nach offenbart und so geschickt integriert, dass sie die Hauptgeschichte nicht beeinträchtigen. Die Suche nach den Zwillingen gestaltet sich als herausfordernd, da es keinerlei Spuren gibt, die auf ihren Verbleib hinweisen. Zudem läuft die Zeit davon, denn die Temperaturen sind bitterkalt.
Es werden geschickt falsche Hinweise gestreut, und es gibt mehrere Verdächtige, aber erst am Schluss wird klar, wer tatsächlich hinter dem Verschwinden steckt. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss hoch. Das Moor wirkt gespenstisch, da dichter Nebel herrscht, und die Frage, ob die Mädchen in der Kälte überleben können, bleibt bis zur letzten Seite bestehen.

Fazit: Der Auftakt der neuen Reihe ist sehr gelungen. Es handelt sich um einen spannenden und überraschenden Thriller in einer mystischen Kulisse, dem Moor. Ich freue mich auf die Fortsetzung, denn dieser Einstieg macht Lust auf mehr.
In vier Worten: spannend, mystisch, düster und geheimnisvoll.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Droemer Knaur herzlich bedanke.

Denk Regina – Der Fährmann

Rezension

Hannes Winkler muss sich schon früh als Fährmann bewähren. Seine sorglose Kindheit mit seinen Freundinnen Annemarie und Elisabeth ist abrupt vorbei. Er ist in Elisabeth verliebt, darf jedoch als Fährmann nicht heiraten, und sie ist außerdem bereits dem Landwirt Josef Steiner versprochen, während Annemarie auf eine Trauung mit Josef gehofft hat.
Dann kommt der Erste Weltkrieg, gefolgt von einem schweren Schicksalsschlag.

Der Autorin gelingt es wieder einmal, einen beeindruckenden historischen Roman zu schreiben, der im Zeitraum von 1894 bis 1915 spielt und von der ersten Zeile an fesselt. Die Kindheit von Hannes, Annemarie und Elisabeth ist nur von kurzer Dauer, da sie unter harter Arbeit leiden müssen. Schon das Elternhaus prägt sie auf grausame Weise und diese folgt ihnen durch das gesamte Leben.
Im Mittelpunkt stehen Elisabeth, Josef, Annemarie und Hannes. Elisabeth, inzwischen eine Bäuerin, fühlt sich gefangen in der Ehe mit Josef. Ihr eigener Einfluss und ihr Mitspracherecht sind gleich null. Auch Annemarie muss viel erdulden, während Hannes‘ Arbeit am reißenden Fluss Salzach gefährlich ist. Die unerfüllte Sehnsucht der Dreien fällt stark ins Gewicht, denn Gewalt, Missbrauch und Machtmissbrauch, prägen ihr Leben.
Die Erzählung wechselt die Perspektiven, was das Gefühl der Beklemmung des Romans verstärkt und die Realität der damaligen Verhältnisse anschaulich macht.

Fazit: Das Buch ist ein extrem bedrückender Roman, der sowohl mitreißend unterhält als auch tief berührt. Er gibt Einblicke in die grausamen Schicksale und die damalige Rolle der Frauen. Für mich zählt dieses Buch zu einem der herausragenden Leseerlebnisse. Selten hat mich eine Geschichte so gefesselt und nachhaltig beschäftigt. Es ist eine Erzählung, die lange im Gedächtnis bleibt.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐+

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Körner Birgit – Mord nach Schnittmuster

Rezension

Im Stoffgeschäft wird die Inhaberin Hanna leblos aufgefunden. Kommissar Martin Leidner glaubt nicht an einen Unfall, sondern hält einen Mord für wahrscheinlich. Zwischen Stoffen, Schnittmustern und Näh-Hacks tauchen Martin und sein Kollege Salvatore Travazzi tief in die Nähwelt ein. Sie fragen sich, weshalb Hanna sterben musste.

Dieser Kriminalroman wandelt sich schnell zu einer Näh-Detektivgeschichte, egal ob die Ermittler das wollen oder nicht. Immer wieder gibt es Situationen, die mich zum Schmunzeln brachten. Der Handlungsort ist Esslingen, das so lebendig beschrieben wird, dass man sich die Stadt gut vorstellen kann. Die Ermittler gefallen mir gut, denn ihre Methoden wirken glaubwürdig, und auch persönliche Einblicke werden gewährt. Dennoch bleibt der Fokus der Geschichte überwiegend auf dem Nähen, was dazu führt, dass die Spannung nicht durchgehend hoch ist.

Fazit: Es ist ein unterhaltsamer Krimi, der mit Humor und sympathischen Charakteren punktet und praktische Näh-Tipps in Form von Näh-Hacks bietet. Die Sprache ist lebendig und lädt zum Weiterlesen ein.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Emons Verlag herzlich bedanke.

Hebesberger Roland – Kripo Nordsee Niederträchtiges Sylt

Rezension

Hauptkommissar Lasse Klaasen und seine Teamkollegen erhalten eine Einladung von einem alten Freund, der sie zu dem traditionellen Biikebrennen nach Sylt einlädt. Zunächst zögert Lasse, weil Erinnerungen an die Insel wieder wach werden, doch schließlich stimmt er zu. Als das Feuer lodert, finden sie vier verbrannte Leichen. Während ihrer Ermittlungen stoßen sie auf einen alten Orden. Gleichzeitig hat Hauptkommissarin Hanna Janssen einen speziellen Auftrag, der sie ebenfalls nach Sylt bringt.

Der Kriminalroman beginnt spannend mit einem Prolog und die Handlung folgt mit zwei Handlungssträngen. Es gilt zunächst, den Mord an den vier Leichnamen zu klären, während gleichzeitig Hanna in eine äußerst riskante Rolle schlüpfen muss. Lasse entdeckt Symbole, die auch seine Mutter bei ihrem Tod getragen hat.
Die Charaktere sind durchweg glaubwürdig und vielschichtig, was sie überzeugend macht. An einigen Stellen ist die Erzählung auch recht heftig, was der Ernsthaftigkeit des Themas entspricht und für empfindsame Leser möglicherweise nicht geeignet ist. Wer hinter dem geheimen Orden steckt, bleibt bis zum Schluss unbekannt, was die Spannung bis zur letzten Seite hochhält.

Fazit: Auch der zweite Teil ist packend inszeniert und fesselnd verfasst. Die düstere und bedrückende Stimmung hielt mich in Atem. Starke und überraschende Wendungen zeichnen das Buch aus. Für mich ist es mehr als ein typischer Krimi. Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐

Unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Empire Verlag herzlich bedanke.