Hamburg, 1948: Die Währungsreform steht vor der Tür, Bargeld soll an die Zivilbevölkerung verteilt werden und die komplette Polizei ist in Bereitschaft versetzt worden. Doch Schutzpolizistin Ida Rabe hat einen viel brisanteren Fall auf dem Tisch: Eine misshandelte Frau, Vera, sucht ihre Hilfe. Der mutmaßliche Täter: ein Brite, der enge Kontakte zur Hamburger Polizei hat. Als wenig später der Verdächtige ermordet aufgefunden wird, womöglich mit einem hoch gefährlichen Kampfstoff vergiftet, und man Vera verhaftet, geht Ida einen riskanten Weg: Sie beginnt in den eigenen Reihen zu ermitteln.
Das Buch erscheint am 11.01.2024. *unbezahlte Werbung*, da Rezensionsexemplar, für das ich mich beim Bloggerportal herzlich bedanke.
Griet, Leni und viele weitere Häftlinge haben eine lange und beschwerliche Reise hinter sich, als sie endlich kurz vor Kriegsende in Wolfratshausen ankommen. Nachdem sie von den Amerikanern befreit wurden, sorgte Captain Walker dafür, dass Griet bei der Familie Brandl unterkommt. Sie wird nicht mit offenen Armen empfangen, denn nun fehlt ein weiterer Raum den Bewohnern. Griet birgt außerdem ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf. Toni Brandl ist täglich auf der Suche nach Lebensmitteln und anderen dringend benötigten Sachen und lernt dabei den äußerst anziehenden Louis kennen.
Dieses Buch hat mich schon von der ersten Zeile an in Bann gezogen. Bereits der Prolog beginnt spannend, aber auch traurig. Abwechselnd wird von zwei besonders starken Frauen erzählt. Griet war im niederländischen Widerstand tätig und als Zwangsarbeiterin in mehreren KZ. Erschreckend schildert die Autorin die Qualen, den Hunger und das Arbeiten bis zur Erschöpfung. Toni versucht täglich auf dem Schwarzmarkt an Lebensmittel zu kommen. Es ist ein täglicher Kampf. Zigaretten waren zu dieser Zeit das beste Zahlungsmittel. Um die Bevölkerung ernähren zu können, wurde die zugeteilte Kalorienzahl nochmals gesenkt. Man kann sich richtig vorstellen, wie schwer es damals war.
Fazit: Ich habe die Geschichte als sehr spannend und bewegend empfunden. Äußerst authentisch und real erzählt, dabei auch noch packend. Der fesselnde Schreibstil, sowie die sehr gute Recherche und das bewegende Schicksal, das mich in die Nachkriegszeit nach München entführt hat, haben mich nachdenklich zurückgelassen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
München 1945. Auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße treffen sich alle, die nach Glück und ein wenig Leben suchen. Nylons, Kaffee, Schokolade und Schmuck wechseln hier die Besitzer. Auch Toni, die ihr Zuhause verloren hat und nun bei ihrer Tante Vev wohnt, versucht, auf dem Schwarzmarkt das Nötigste für die Familie zu organisieren. Als sie die Holländerin Griet kennenlernt, spürt Toni zunächst eine tiefe Abneigung. Sie ahnt nicht, dass Griet eine schwere Zeit hinter sich hat, über die sie nie wieder sprechen möchte. Sie könnten einander helfen. Doch das geht nur, wenn sie ehrlich zueinander sind und ihre Vorurteile überwinden …
Meine Rezension zu Noa C. Walker Die Weite des Horizonts
Cara Biber wird als Wehrmachthelferin in die Normandie geschickt, denn in Deutschland wird es zu heiß für sie, da sie sich gegen das herrschende Regime widersetzt. Die Gegend kennt sie aus früheren Urlauben mit ihren Eltern und lernte dort den jungen Franzosen Nic Poulin kennen. Sein Einsatzort mit einer gefährlichen Mission wird ausgerechnet dort sein, in dem Cara weilt. Vergessen haben sie sich nie, obwohl viele Jahre vergangen sind. Im Schwarzwald lauern auf die Familie Biber viele Gefahren, denn Caras Bruder wurde verhaftet und die ganze Familie steht unter Aufsicht. Wird Alexander unter den schwierigen Haftbedingungen überleben und Caras Träume sich erfüllen?
Anfangs habe ich mir schwergetan, in die Geschichte zu kommen. Viele Namen, die wiederum Abkürzungen erhielten oder Tarnnamen bekamen, verwirrten mich. Die Geschichte beginnt langsam und ruhig, und dann nimmt sie an Fahrt auf. Es gibt wechselnde Perspektiven. Wir begleiten die selbstbewusste und freiheitsliebende Cara, die in Gefahr ist, da sie sich gegen das Regime auflehnt. Ihre Arbeit als Funkerin ist interessant und auch die Wiederbegegnung mit Isabell, die sich äußerst kühl ihr gegenüber verhält. Emmas Ehemann Alexander wurde verhaftet und seine Haftbedingungen haben mir einen Schauer über den Rücken gejagt. Die Charaktere sind sehr lebendig. Ich fühlte und litt mit ihnen. Besonders angetan hat es mir Fitzi, deren Schicksal mich schwer berührt hat.
Fazit: Eindrucksvoll wird hier der Aufstand der Franzosen aufgezeigt, sowie die Ängste der Bevölkerung. Dazu kommt Neid, Missgunst und Verrat, aber auch Freundschaft und Mut. Sehr bewegende Zeitgeschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Den Mut und die Gefahr, die die Bevölkerung auf sich nimmt, indem sie Menschen verstecken und viele mit dem Einsatz ihres Lebens zahlen müssen, war sehr ergreifend. Die Autorin hat eine blumige und ausschweifende Sprache und man merkt dem Buch eine sehr gute Recherche an. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐
Buchvorstellung Ana Galana Das Geheimnis der Zigarrenkönigin
Kuba 1867: Findet eine junge Zigarrendreherin ihre Wurzeln und die Liebe oder zerstört die Revolution ihre Träume?
Auf der Suche nach ihrem Vater verlässt die 16-jährige Anna im Jahre 1867 ihre Heimatstadt Bremen und heuert als Matrose verkleidet an Bord eines Schiffes Richtung Neue Welt an. Die junge Zigarrendreherin landet auf Kuba, wo sie vom Manufakturinhaber Hoffmann in Obhut genommen wird.
Dort begegnet sie dem ehemaligen Sklaven Luca. Zwischen den beiden entbrennt heftige Leidenschaft.
Buchvorstellung Noa C. Walker Die Weite des Horizonts
Sommer 1942: Gegen ihren Wunsch wird Cara Biber als Wehrmachtshelferin aus dem Schwarzwald in die besetzte Normandie entsandt. Die herrliche Alabasterküste kennt die junge Deutsche von früheren Familienurlauben. Damals war sie in den jungen Nic Poulin verliebt – der inzwischen als Radar-Ingenieur für die Engländer im Einsatz ist. Ziel seiner nächsten gefährlichen Mission ist ausgerechnet der Ort, an dem Cara stationiert ist.
Auch über ihrer Familie im Schwarzwald braut sich Unheil zusammen: Ihr Bruder Alexander wird wegen kritischer Äußerungen von den Nazis inhaftiert, also muss ihre Schwägerin mit den Kindern allein zurechtkommen. Und dann überschlagen sich die Ereignisse … Noch kann niemand sagen, ob sich die Bibers je wiedersehen. Werden Liebe und Hoffnung den Krieg überdauern?
*unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemplar“ für das ich mich bedanke.
June erbt das Haus und ein Restaurant ihrer Großmutter Luise. Um das Erbe antreten zu können, muss sie zwei Miterben, nämlich Luises Freundinnen Anni und Maria oder deren Nachkommen ausfindig machen. June stellt sofort Nachforschungen an, aber diese gestalten sich schwieriger als gedacht hat, denn nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es keine Spur von Ihnen.
Dies ist der erste Teil der Trilogie und handelt von Luise, die 1936 in die USA immigriert ist. Sie folgt Richard, der schon früher ausgewandert ist. Leider gestaltet sich das Zusammenleben mit Richard schwierig. Mit anderen immigrierten Frauen eröffnet sie einen Windows-Shop, der sehr erfolgreich läuft. Sie ist aber nach wie vor auf der Suche nach Anni und Maria. Diese haben ihr Geld geliehen, damit sie in den USA ein Restaurant eröffnen kann, das sie auch später umsetzt. In wechselnden Perspektiven wird von June berichtet, die in die Vergangenheit hinabtaucht, um nach dem Verbleib der Freundinnen von Luise nachzuforschen. Dabei erfährt sie, dass Luise Schuld auf sich geladen hat. Hilfe bekommt sie von Henrik und Walter und beide bedeuten ihr etwas. Dazu gibt einige Parallelen in der Geschichte von Luise.
Fazit: Mich hat schwer beeindruckt, was die Frauen damals geleistet haben. Ganz alleine, in einer fremden Welt. Es ist eine bewegende Geschichte mit Emotionen. Die Schicksalsschläge, der Krieg und die Verfolgungen gingen mir unter die Haut. Der erste Teil der Trilogie hat mir sehr gut gefallen, aber ich bin etwas enttäuscht, dass nicht aufgelöst wurde, welche Schuld Luise trägt. Auch wenn es eine Trilogie ist, finde ich, dass ein Buch doch in sich abgeschlossen sein sollte. Ich bin dennoch gespannt, wie es weitergeht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
Meine Rezension zu Bettina Storks Die Kinder von Beauvallon
Im Jahr 1940 wurden viele jüdische Familien ins Lager Gurs deportiert. Dabei befand sich auch die neunjährige Lilly Blum. 1965 nimmt die Radiomoderatorin Agnes die Suche nach ihrer Schulfreundin Lilly auf. Ihre Recherchen führen nach Frankreich. Sie erfährt von den Rettungsaktionen jüdischer Familien. Auch ihre Freundin Lilly hatte damals dort Unterschlupf gefunden und sie stößt auf das Wunder von Dieulefit.
Was für ein wunderbarer, einfühlsamer und aufwühlender Roman, der nach wahren Begebenheiten von Bettina Storks verfasst wurde. Es gibt verschiedene Handlungsstränge. Zum einen wird erzählt, wie Agnes sich auf die Suche nach Lilly macht. Lillys Erleben des Krieges, ihre Ängste, das Leid und vieles mehr. Zum anderen begleiten wir die Widerstandskämpferin Jolie, die unermüdlich ihr Leben riskierte. Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Tränen und Mitgefühl begleiteten mich beim Lesen. Ich musste es immer wieder aus der Hand legen. Dieses Buch ist eine Hommage an die stillen Helden von Dieulefit. Das Cover ist sehr gelungen. Es zeigt eine Originalaufnahme der Schule Beauvallon und diese Kinder hatte ich beim Lesen genauso vor Augen.
Fazit: Ein ganzes Dorf versteckte 1500 Flüchtlinge und ihre Entschlossenheit, Mut, Beherztheit und Risikobereitschaft haben mich schwer beeindruckt. Sie zeigten sich solidarisch unter Einsatz ihres Lebens. Diese selbstlosen Retter, die keinen Ruhm suchten, können nicht genügend gewürdigt werden. Es ist eine packende Zeitgeschichte, die in mehreren Zeitebenen erzählt wird. Wie von der Autorin gewohnt, ist auch hier eine äußerst gute Recherche spürbar. Sehr emotional, eindrucksvoll, ergreifend, aufwühlend und spannend ist dieser Roman.Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Vielen Dank an Diana Verlag und Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter https://helgasbuecherparadies.com/
Meine Rezension zu Charlotte Blum Das Fräulein vom Amt Der Tote im Kurhaus
Zwei Jahre sind bereits vergangen seit der letzten Mordermittlung, die die Telefonistin Alma Täuber und der Kriminalkommissaranwärter Ludwig Schiller gemeinsam lösten. Dabei kamen sich die Beiden näher. Alma hat sich gegen Ludwig entschieden. Ihre Freiheit war ihr wichtiger. Sie trifft ihn wieder, als nach einer Premierenfeier der Tenor ermordet aufgefunden wird. Ein Verdächtiger ist gleich gefunden. Ihre Freundin Emmi ist verzweifelt, denn sie ist von Augusts Unschuld überzeugt. Alma ermittelt auf eigene Faust und begibt sich trotz Warnungen in Gefahr.
Dies ist bereits der zweite Teil mit Alma Täuber. Auch hier besticht der bildhafte Ausdruck und der wunderbare Schreibstil. Es spielt wieder im mondänen Baden-Baden und der Krieg ist nicht mehr so präsent, aber ein Umbruch findet statt. Die Nationalisten gewinnen immer mehr an Macht, aber nicht alle sind konform mit ihnen. Alma ist sehr selbstständig und möchte dies auch beibehalten. Eine Heirat kommt für sie nicht infrage, obwohl sie ihrem Ludwig wieder näher kommt. Der Mord lässt ihr allerdings keine Ruhe und sie forscht nach. Zum Schluss wird es richtig spannend. Das Thema Ägypten kommt vor und vor allem die Gesellschaft in den 20 Jahren. Die Charaktere sind mir alle ans Herz gewachsen, ob es Alma und Emmi sind, oder die Mutter und Großmutter.
Fazit: Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mir etwas Spannung gefehlt hat. Ich konnte mich gut in die 20 Jahre versetzen. Ein gelungener historischer Roman, der Lust auf Baden-Baden und auf die Fortsetzung macht. Von mir gibt eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne. Vielen Dank an sFischer Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter https://helgasbuecherparadies.com/
Meine Rezension zu Dora Heldt Drei Frauen und ein falsches Leben
Friederike hat keine Ahnung, was das frühere Leben ihrer Mutter Esther betrifft. Sie war immer sehr distanziert zu ihr und hat nie von ihrer Vergangenheit erzählt. Jetzt lebt Esther in einem Seniorenheim und ist teilweise dement. Junge Studenten arbeiten an einem Projekt und sind an der Vergangenheit von Esther interessiert und wenden sich an Friederike. Diese möchte nun mehr erfahren.
Mir war nicht bewusst, dass es sich hier um einen dritten Teil handelt. Deshalb ist es mir anfangs schwergefallen, in die Geschichte zu kommen. Friederike erlebte ihre Mutter nur ungeduldig und hatte nie wirkliches Interesse an ihr. Deshalb interessiert sie sich, was der Grund dafür war, dass ihre Mutter ihre frühere Freundlichkeit verloren hat. Zumindest kam bei ihrer Recherche heraus, dass Esther Freund und lebensfroh war. In Rückblicken wird das Leben von Esther erzählt und man erfährt nach und nach ihre Geschichte. Ich konnte dennoch nicht nachvollziehen, warum sie ihrer Tochter gegenüber so war. Meine Sympathie konnte Esther nicht erreichen. Des Weiteren wird über die drei Freundinnen Friederike, Jule und Alexandra in der Gegenwart erzählt. Sehr lesenswert war die Nachkriegszeit über Frauen, die ohne Zustimmung ihres Mannes nicht arbeiten durften.
Fazit: Ein schöner Roman, der flüssig, mit einem guten Schreibstil erzählt wird und ein interessantes Thema und ernster Hintergrund hat, hat mir gut gefallen. Da mir der Einstieg schwergefallen ist, empfehle ich die vorigen Bücher zu lesen. Von mir gibt eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐
Vielen Dank an dtv Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Weitere Rezensionen findet ihr unter https://helgasbuecherparadies.com/