Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Marley Alexis Owen vorstellen. Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.
Moin, mein Name ist Marley Alexis Owen und ich bin das offene Pseudonym von @m.a.opalka_autorin (Insta) / @melanieamelieopalka (FB), wenn’s spannend wird. Wahrend Amélie es für Frauen schreibt, die Mut brauchen und ihr Selbstvertrauen stärken wollen, bin ich, Marley, mehr für „selbst ist die Frau“ 😉
Und du? Magst du Bücher, in denen es aufregend zugeht und bei denen du nach und nach immer mehr ein Kribbeln im Nacken spürst?
Dann freue ich mich, dir Sara vorstellen zu dürfen, die ganz zufällig und unfreiwillig in eine echt heftige Situation gerät – und das gerade, wo ihr eigenes Leben ohnehin Kopf steht. Lies mehr dazu in meinem Debüt „Der Stalker – ein Sara Konrad Thriller“.
Und wenn du Sara ebenso cool findest wie ich, dann spiel mit und gewinne ein signiertes Taschenbuch, abonnier die mao-news und unbedingt auch mein Autorinnenprofil bei Amazon, denn es wird nicht ihr einziger Auftritt bleiben …
Bleib lebendig deine Marley
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Sabrina Nau Marlies Ferber vorstellen. Es freut mich, dass Du heute mein Gast bist.
Sabrina Nau ist das Sommerbuch-Pseudonym der deutschen Autorin und Übersetzerin Marlies Ferber. 2012 hatte sie ihren Durchbruch als Autorin mit der 0070-Krimi-Reihe um den pensionierten Ex-Agenten James Gerald. Außer Kriminalromanen und Kurzgeschichten sind unter ihrem eigenen Namen bislang zwei Gesellschaftsromane („Grün ist die Liebe“, dtv 2018, „Wohin die Reise geht“, dtv 2021) erschienen, unter dem Pseudonym Christa Boekholt veröffentlicht sie Kinderbücher. Seit 2020 leitet Marlies Ferber Literaturwerkstätten an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Sie ist Mitglied im Syndikat e.V. sowie von SchreibLand NRW.
Marlies Ferber lebt mit ihrer Familie und ihrem Königspudel Dobby in Hagen. Seit ihrer Reise in die Cevennen für „Ein Sommer mit Esel“ im Sommer 21 ist Frankreich ihr Sehnsuchtsland. https://www.marliesferber.de/
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg.
Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unterhttps://helgasbuecherparadies.com/autorenvorstellung-a-z/
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Sandra Nowak vorstellen. Vielen Dank, dass Du heute mein Gast bist.
Sandra Novak schreibt Gegenwartsromane mit Vorliebe für starke Frauen, die mitten im Leben stehen und sich den Herausforderungen und Veränderungen im Leben stellen müssen. Bei der Bewältigung ihrer Probleme erkennen sie neue Horizonte, die nicht immer die klassischen Wege sind, die die Gesellschaft für uns vorsieht.
Leser sagen zu ihrer „Neuen Horizonte“-Reihe – es sind Geschichten, wie aus dem Leben gegriffen. Authentisch, realistisch und tiefgehend.
Wenn Sandra gerade keine Romane schreibt, arbeitet sie als Trainerin in der Erwachsenenbildung. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien und genießt in ihrer Freizeit Aktivitäten in der freien Natur, wo sie wieder Kraft und Inspiration für viele weitere Geschichten sammelt.
Heute möchte ich euch den sehr sympathischen Autor Jochen Frech vorstellen. Es freut mich, dass Du heute mein Gast bist.
Jochen Frech – Kurzvita
Jochen Frech, geboren in einer kalten Januarnacht 1967, war sechs Jahre lang Angehöriger eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei und stand mit internationalen Anti-Terror-Spezialisten in Kontakt. Nach einem anschließenden Studium war er unter anderem als Fachlehrer und Leiter der Sportbildungsstätte der Polizei des Landes Baden-Württemberg tätig. Heute kümmert sich der passionierte Sportler, Bücher- und Musikliebhaber, als Verantwortlicher für das Behördliche Gesundheitsmanagement um das Wohlbefinden von über 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seines Polizeipräsidiums. Wann immer es ihm sein Dienst erlaubt, widmet er sich dem Schreiben von Kurzgeschichten, Kriminalromanen und Thrillern.
Veröffentlichungen Kurzgeschichten: Hinter dem Rampenlicht, Herbert Utz Verlag GmbH, 2007 Zeit zu gehen, Herbert Utz Verlag GmbH, 2009 Bücher: HOCHSOMMERMORD, Kriminalroman, btb-Verlag, 2013 TÖDLICHE DISTANZ, Polit-Thriller, dotbooks, 2014 (erscheint 2024 als Print & E-Book) DEZEMBERMORD, Kriminalroman, emons-Verlag, 2017 HUNT – KEIN WEG ZURÜCK, Thriller, Maximum-Verlag, 2022 PLAGIAT, Polit-Thriller, Benevento, 2023
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Evelyn Kühne vorstellen. Vielen Dank, dass Du heute mein Gast bist.
Mein Name ist Evelyn Kühne, ich lebe in der Nähe von Dresden. Meine Romane, sind wie Schokolade in Buchform. Sie machen süchtig, ohne das ein Gramm mehr auf den Hüften landet.
Ich schreibe seit 2015. Für mich war Schreiben die beste Therapie, eine Krebserkrankung zu verarbeiten und ein neues Ziel im Leben zu finden. Dabei hätte ich mir früher nie träumen lassen, einmal Autorin zu werden. Ich habe Bücher schon immer geliebt, aber selber schreiben? Ich probierte es, merkte wie viel Freude dies machte und vor allem, wie gut meine Romane ankamen. Seitdem entführe ich meine Fans für eine Buchlänge ans Meer, lasse Ostseewellen rauschen, Sand unter den Füßen spüren oder stille Sehnsüchte nach anderen traumhaften Zielen. Allen meinen Romanen ist gemein, dass sie von gestandenen Frauen, wie du und ich handeln. Frauen, deren heile Welt irgendwann zusammenstürzt und die sich aufrappeln müssen. Sie wecken somit den Mut für Neuanfänge, die im Leben immer möglich sind. Oder einfach den Wunsch, eine neue Perspektive zu suchen und zu finden.
Irgendwann wollte ich etwas anderes verfassen, als immer nur Liebesromane. Kurz gesagt: Ich wollte morden. Deswegen dachte ich mir eine Krimi-Reihe, rund um die Ermittler Winter und Stier aus, die im wunderschönen Meißen, welches nahe Dresden an der Elbe liegt, spielt. Auch in diesen Romanen steckt ganz viel Evelyn Kühne drin. Alles ist ein wenig beschaulicher, ganz in der Tradition guter Cosy-Krimis aus England. Es strömt kein Blut, dafür kommt sächsische Lebensart, aber vor allem der Humor nicht zu kurz.
Und dann gibt es noch mein persönliches Herzensprojekt, mein Kinderbuch „Die kühne Marie“, welches die Themen Krebs und Sterben kindgerecht behandelt. Ein Buch, welches durch meine eigene Geschichte entstanden ist und Mut schenkt, wenn Worte fehlen. Das Buch ist ausschließlich bei mir erhältlich und nicht im Buchhandel, da ich mit einem Teil der Einnahmen Vereine unterstütze, die sich um krebskranke Kinder kümmern. Mehr unter http://www.evelyn-kuehne.de
Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg. Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Katharina Fuchs vorstellen. Vielen Dank, dass Du heute mein Gast seid.
Katharina Fuchs, geboren in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und in einer hessischen Kleinstadt. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und in Paris wurde sie Rechtsanwältin und Justiziarin eines daxnotierten Unternehmens. Katharina Fuchs lebt mit ihrer Familie im Taunus. Zwei Handvoll Leben und Neuleben basieren auf ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Traum vom Leben ist nach Unser kostbares Leben und Lebenssekunden ihr jüngster Roman.
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Regine Bott vorstellen. Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.
Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften, Anglistik und Kunstgeschichte arbeitete Regine Bott fast 20 Jahre lang festangestellt als Medienlektorin. 2014 machte sie sich als Lektorin selbstständig und begann nebenher als Kris Brynn im Bereich des Near-Future-Genres zu schreiben. Ihr Debutroman »The Shelter« (Bastei Lübbe) gewann 2019 den Deutschen Phantastikpreis SERAPH. »Out of Balance – Kollision« (Bastei Lübbe) wurde 2020 für den SERAPH als bester Roman nominiert. »BORN« (Knaur) erreichte 2022 die Skoutz-Midlist und »A.R.T – Coup zwischen den Sternen« (Knaur) wurde vor kurzem für den Kurd-Lasswitz-Preis 2023 nominiert. Neben Near Future schreibt sie als Charlotte Blum gemeinsam mit Dorothea Böhme im Genre des historischen Krimis.
2020 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in BW e. V. für »Raketenträume« (bisher noch unveröffentlicht) und 2022 ein Stipendium der VG Wort für den Roman »A.R.T – Coup zwischen den Sternen«.
Regine ist »Mörderische Schwester« und Mitglied bei PAN e. V., und sie besucht gern und regelmäßig den SF-Stammtisch in Stuttgart. Sie tourt als Teil der »get-shorties-Lesebühne« durch die baden-württembergischen Lande und haut mit der »Schreibbude« in die Tasten einer Olympia-Schreibmaschine aus den 70ern.
Mit Familie und Kater lebt sie in Kornwestheim, 300 Meter von der Stuttgarter Stadtgrenze entfernt. Wenn sie nicht schreibt, findet man sie entweder im Kino, in einem Museum, irgendeiner Bibliothek, in der Natur, in der Küche oder auf dem Sofa – lesend oder Serien bingend.
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Juli Sand vorstellen. Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.
Juli Sand wurde als mittlere von drei Schwestern in Weimar geboren. Der Liebe wegen zog sie nach Hamburg und die Stadt wurde zu ihrer Heimat. Sie studierte Germanistik, Betriebswirtschaft und die Menschen im Allgemeinen, die sie immer wieder zu neuen Romanideen inspirieren. Die Faszination fürs Schreiben begleitet Juli Sand schon ihr ganzes Leben. Ihre zahlreichen Reiseerlebnisse lässt sie gern in ihre Bücher einfließen: Ihre Feelgood-Romane spielen an wunderschönen Orten und verbinden Wohlfühl-Atmosphäre mit Ideen zu nachhaltigem Leben. Ihr aktueller Roman „Frühstück im kleinen Cottage in Schottland“ ist Band 1 der Bright Blossom Cottage-Reihe, die in einem kleinen Cottage in Schottland spielt. Hier köcheln die Gefühle und die Herzen schlagen höher. „Ein kleines Cottage, Whisky und ganz viel Gefühl. Perfekt, um sich für ein paar gemütliche Lesestunden nach Schottland zu träumen.“ (Carina Schnell, Bestsellerautorin)
Heute möchte ich euch den sehr sympathischen Autor H.C. Scherf vorstellen. Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.
Interview mit dem Thrillerautor H.C. Scherf
🎤 Vielen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten. Ich möchte Fragen stellen, die etwas abweichen von denen, die Sie vielleicht ständig beantworten müssen.
Ich glaube nicht, dass eine gibt, die ich noch nicht hörte.
🎤 Das eine oder andere Buch habe ich von Ihnen bereits gelesen. Dabei fiel mir auf, dass Sie sich besonders mit den von Ihnen kreierten Figuren abseits des üblichen Rahmens bewegen. Ich vermisse dieses so oft dargestellte Heldentum, mit dem die Figuren ihre Fälle lösen.
Eigentlich ist diese Frage recht einfach zu beantworten. Meine Figuren – und das betrifft sowohl Protagonisten wie auch Antagonisten – sind Menschen wie du und ich. Und sind wir mal ehrlich, wer von uns ist ein wirklicher Held im Alltag? Natürlich müssen die Protagonisten Aufgaben bewältigen, die hier und da außergewöhnlich sind. Doch das muss nicht ständig in einer außergewöhnlichen Mutprobe gipfeln. Ich beobachte gerne Menschen und versuche dabei, ihre Grenzen kennenzulernen. Dabei stelle ich fest, dass sie überwiegend pragmatisch handeln und Fehler produzieren. Beziehen wir das einmal nur auf die Täter. Täten sie das nicht, würde kein Fall gelöst. Also sehe ich meine Hauptaufgabe darin, solche Fehler zu erkennen, sie zu benennen. Das darf natürlich nicht zu plump geschehen, da ansonsten die Leser*innen gelangweilt würden.
🎤 Wenn ich das richtig sehe, fordern Sie die Leser*innen heraus, diese Fehler möglichst selbst zu erkennen.
Das wäre natürlich das Optimum. Doch damit mache ich meine Ermittler brotlos. Eigentlich sollten sie die eigentlichen Helden sein. Doch das sind sie nur in wenigen Fällen. Sie leben mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Schwächen, was sie menschlicher wirken lässt. Sind wir doch einmal ehrlich. Die Kinohelden gibt es in der Realität nicht. Über neunzig Prozent aller Mordtaten z.B. werden in Deutschland aufgeklärt. Das basiert jedoch nicht auf der Tatsache, dass unser Kommissar durch eine Scheibe aus dem 12. Stock auf ein fünfzehn Meter entfernt fahrendes Lkw-Dach springt. Kriminalfälle zu lösen bedeutet irre viel Kleinarbeit in Laboren, Beweismittel am Tatort erkennen, Profiling, Rechtspsychologie und jede Menge Berufserfahrung. Für Heldentum ist da kaum Platz.
🎤 Aber auch Ihre Figuren müssen Aufgaben bewältigen, die speziell sein können. Damit kontakarieren Sie Ihre vorherigen Feststellungen doch.
Da gebe ich Ihnen recht. Doch das Schreiben von Büchern gibt uns Autor*innen auch gewisse Regeln vor. Ein Buch, das die trockene Arbeit der Ermittler beschreiben würde, kauft niemand, da es einem Sachbuch gleichkommen würde. Sie wollen schließlich unterhalten werden. Dazu gehört der Aufbau von Spannung, was besonders den Thriller betrifft. Das bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass wir die präzise Polizeiarbeit vernachlässigen. Jetzt eine gehörige Portion Dramaturgie einzubauen, ist hier das Zauberwort. Aber auch dabei lasse ich nur in seltenen Fällen Heldentum aufkommen. Meine Ermittler haben stets auch etwas Menschliches: Ich spreche von Angst. Es ist keine Schande, diese zu zeigen und doch den Job zu machen, für den man bezahlt wird.
🎤 Schaffen Sie ganz bewusst den Antihelden?
Das wäre natürlich kontraproduktiv, denn schnell verwechselt man das mit Feigheit. Das wäre fatal, wenn Leser*innen diesen Eindruck gewinnen könnten, obwohl es ein interessanter Ansatz wäre, eine neue Figur zu schaffen. Leser fordern den Helden in gewissen Grenzen ein. Doch gestatte ich meinen Figuren auch den einen oder anderen Lapsus, der wiederum zu Konflikten führen kann. Und damit kommen wir zum wesentlichen Teil eines Buches. Es lebt von Konflikten. Gäbe es die nicht, würde das Buch unwirklich und langweilig erscheinen.
🎤 Wenn ich Sie richtig verstehe, bewegen Sie sich vorzugsweise in der Realität?
Oh nein. Das ist fast unmöglich. Hier und da muss ich vom geraden Pfad etwas abweichen, um Spannungselemente zu schaffen. Allerdings sollte man als Autor nicht zu sehr in die Welt der Fantastereien abdriften. Lassen Sie mich allerdings etwas erklären. Wenn Sie als Leserin glauben, dass der Autor etwas weit über das Ziel hinausgeschossen ist, darf ich klarstellen, dass die Realität viel schrecklicher sein kann, als das gerade Gelesene. Oft können oder besser gesagt, wollen wir die Realität gar nicht so schildern, wie wir sie bei der Recherche vorfanden. Die Leser*innen haben oft gar keine Vorstellung davon, wie grausam Menschen vorgehen, wenn sie Gewalttaten an Mitmenschen ausüben. Das Böse lebt direkt neben dir – Tür an Tür.
🎤 Jetzt möchten Sie aber verunsichern, oder?
Wieder muss ich verneinen. Damit übertreibe ich nicht im Geringsten. Kaum jemand, außer den Polizeibehörden und vielleicht den Mitarbeitern der forensischen Psychologie, wissen, wozu Menschen wirklich fähig sind. Wir alle besitzen von Geburt an gute und böse Gene in uns. Wie sie sich entwickeln, hängt von vielen Faktoren in unserer Erziehungsphase ab. Geht es in die falsche Richtung, entwickelt sich daraus schlimmstenfalls ein Serien- oder Mehrfachtäter. Die Geschichte zeigt uns immer wieder auf, wozu diese Menschen dann fähig sind. Mich persönlich fasziniert der Werdegang dieser abnormen Menschen sehr, doch weigere ich mich, deren Leben und Taten detailliert darzustellen. Vielleicht ist es auch gut so, dass Leser*innen alle Geschichten, die wir anbieten, als rein fiktiv ansehen. Die Realität wäre um ein Vielfaches Grausamer. Denken Sie z.B. nur an die Geschehnisse um die vielen Kindesmissbräuche, von deren wahren Ausmaße nur die gepeinigten Ermittler und die Täter selbst wissen. Wie ich zuvor schon erwähnte: Wir leben mit dem abgrundtief Bösen Tür an Tür.
🎤 Ich muss zugeben, dass Sie mich jetzt verunsichert haben. Doch kommen wir noch einmal zurück auf die Eingangsfrage. Sie weigern sich, dem gebräuchlichen Klischee des Starken und Schönen bei Ihren Figuren zu folgen? Wie sehen das Ihrer Meinung nach Ihre Leser*innen?
Eine Frage, die sich aus meiner Sicht nur schwer beantworten lässt. Das sollten Ihnen besser die Verbraucher beantworten. Aber für mich gibt es keine Alternative zu dem, was ich bisher schrieb. Die Darstellung des smarten, mit Waschbrettbauch versehenen Supermannes liegt mir nicht. Ebenso verpasse ich den Frauen nur selten das Aussehen eines Topmodels. Viel zu gerne beschreibe ich Figuren, die uns tagtäglich auf der Straße begegnen. Es freut mich, wenn sich meine Leser*innen in den Figuren selbst wiederfinden können. Oft zaubert es ein Lächeln auf ihr Gesicht. Darin liegt auch der Grund, warum ich z.B. wie ein Voyeur am Nebentisch im Café sitze und alle möglichen Reaktionen der Mitmenschen aufsauge. Das findet sich irgendwann in einem meiner Bücher wieder. Der Bezug zur Realität ist mir sehr wichtig. Doch genau hier liegt die Krux. Wer ein Buch kauft, will sehr oft aussteigen, den Alltag hinter sich lassen und in eine Welt abtauchen, die es eigentlich nicht gibt. Das ist unendlich befreiend, wenn die Traumwelt betreten werden kann. Das kann ich gut nachvollziehen. Doch es ist nicht meine Welt. Und das muss man mir zugestehen, wenn eines meiner Bücher in die Hand genommen wird. Viel zu gerne halte ich uns den Spiegel vor und halte Leser*innen fest in der realen Welt, wo das Böse mittlerweile die Herrschaft übernommen hat.
🎤 Nun haben Sie aber aktuell einen Roman geschrieben, der sich in einem völlig anderen Genre bewegt. Wie mir scheint, handelt es sich bei „Lockruf der Nordsee“ um ein Liebesdrama. Wie kam es dazu? Schließlich kennt man Sie als Vertreter der harten Schiene.
So verrückt wie es klingt, ist es gar nicht. Verwechseln Sie bitte dieses Buch nicht mit den herkömmlichen Liebesromanen, in denen nur heile Welt verkauft wird. Das ist schon harter Stoff und beschreibt das Schicksal zweier Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise die Tiefen des ehelichen Beisammenseins kennenlernen mussten. Hier zeige ich, dass ein Krimiautor auch in Gefühle machen kann. Die Rezensionen und Reaktionen auf das Buch sind erstaunlich. Man zeigt sich ergriffen, erstaunt, schockiert und betroffen. Spannung ist auch hier reichlich gegeben. Ich zeige meinen Leser*innen, dass niemand an seinem Schicksal verzweifeln muss. Aufgeben ist die falsche Option. Wahre Liebe und echte Freundschaft gibt es auch heute noch. Oft wird es nicht erkannt oder abgelehnt, weil schlechte Erfahrungen dies vorgeben. Ich gebe zu, dass der Roman nichts für Feiglinge ist und für Betroffene eine Triggergefahr besteht. Doch die Betroffenheit, der Hass auf den Antagonisten und das Unverständnis im Handeln der Figuren ist vergessen, wenn die letzte Seite umgeblättert wird. Dieses Buch hallt lange nach. Es gibt Bücher, die gelesen werden und wieder im Regal ein stilles Schicksal fristen. Ich garantiere, dass diese Story lange im Gedächtnis haften bleibt. Und das Bedeutsame an dieser Tasche ist, dass es keine erfundene Geschichte ist, sondern dem realen Leben entnommen wurde. Ich schicke meine Leser*innen auf eine Gefühlsachterbahn.
🎤 Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich lesen möchte, denn auch ich gehöre zu den Menschen, die gerne der Realität entrücken möchte. Dafür ist mein Buch da. Doch hört es sich sehr spannend an und ich werde es versuchen.
Das würde mich freuen, denn ich bin mir sicher, dass dieses Drama Sie mehr beanspruchen wird, als so mancher Thriller. Das reale Leben kann, ich sagte es vorher bereits, härter sein als erfundene Storys. Sie werden es nicht bereuen.
🎤 Dass Sie das Schreiben nun aufgeben wollen, gaben Sie bekannt. Das ist doch nur ein Bluff, ein Marketingtrick. Oder?
Oh, nein. Das habe ich mir vorgenommen. Aber lasse ich mir ein kleines Türchen offen. Messen und Lesungen finden auch weiterhin statt. Nach vielen Jahren des intensiven Schreibens möchte ich wieder einmal Urlaub machen und ausspannen. Das habe ich mir mit 74 Lebensjahren redlich verdient. Allerdings will ich danach einen Rücktritt vom Rücktritt nicht völlig ausschließen. Wen einmal der Virus befallen hat, wird niemals wirklich davon befreit.
🎤 Genau das wollte ich von Ihnen hören, Herr Scherf. Ich hoffe mit Ihren Lesern auf einen Return. Für heute möchte ich nicht weiter in Sie dringen und bedanke mich für die Zeit, die Sie sich für die Antworten genommen haben.
Immer wieder gerne. Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter