Buchvorstellung Christiane Wünsche Schwestern in einem anderen Leben
Rosalie Meyer lebt allein mit ihrer Katze in Neuss. Nur selten lässt die ältere Frau jemanden in ihre kleine Wohnung mit der Fotosammlung voller Erinnerungen. Rosi ist zufrieden mit ihrem ruhigen Alltag, bis eine Meldung in den Abendnachrichten mit einem Schlag alte Wunden aufreißt. Juli 1976: Europa stöhnt unter einer Hitzewelle, in Niederbroich genießen Rebecca und ihre Schwestern die freie Zeit. Rebecca feiert mit ihrer Clique am See und ist verliebt in ihren Freund – doch nach den Sommerferien verändert sich ihr Leben für immer. Mit viel psychologischem Gespür erzählt Christiane Wünsche eine spannende Familiengeschichte, die besonders ist und doch vertraut anmutet.
Meine Rezension zu Bernd Richard Knospe Am tiefsten Punkt der Schuld
Rechtsanwalt Bordesen soll eine Wiederaufnahme eines Verfahrens erwirken, denn Angelika Weichert wurde vor zehn Jahren aufgrund von Indizien angeklagt, ihre beiden 10-jährigen Söhne vergiftet zu haben. Im Gefängnis freundet sich Angelika mit Verena an, die kurz darauf aus der Haft entlassen wird. Mehrere Morde geschehen und die Hamburger Kriminalhauptkommissarin Diana Krause hat alle Hände voll zu tun, die Morde aufzuklären. Hält womöglich Angelika vom Gefängnis aus die Fäden in der Hand?
Der Thriller beginnt gleich spannend. Es gibt verschiedene Handlungsstränge. Einerseits wird eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Angelika angestrebt. Dann begleiten wir Verena in Freiheit, und sie wirkt sehr undurchschaubar. Zeitgleich beauftragt ein Millionär, den Sicherheitsbeauftragten Grevesen seine drogenabhängige Tochter zu retten. Und dann gibt es noch die Story um den Autor Eric Teubner, der aus seinem erfolgreichen Roman ein Drehbuch schreiben soll. Das behagt ihm nicht und eine neue Idee kreist in seinem Kopf. Zuerst sah ich keinen Zusammenhang, aber je tiefer ich in die Geschichte einstieg und dem Ende zuging, desto klarer wurde es. Es ist sehr spannend und die Kommissarin Krause hat mir mit ihrer Rhetorik und ihrem Scharfsinn sehr gut gefallen. Mir gefiel auch die Art, wie sie ihr Team führt. Auch mit den anderen Protagonisten hatte ich ebenso meine Freude. Durch die Vielfalt und Ecken und Kanten kamen sie authentisch rüber. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und ich wurde sprachlos zurückgelassen.
Fazit: Dieser Kriminalroman besticht durch seine abwechslungsreichen Charaktere, die ständige Spannung und die Frage, ob Angelika unschuldig im Gefängnis ist. Für mich war das Buch eine sehr fesselnde und spannende Lektüre. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Im Dorf Lendnitz passiert nicht viel, bis es im Hotel Schmuckkästchen plötzlich zu Gewalttaten kommt. Der Chef von Johann Mühlbauer kommt unter unglücklichen Umständen ums Leben. Um jeden Verdacht zu vermeiden, lässt er den Toten verschwinden. Schließlich hat Johann kurz vorher der Blitz in Gestalt eines Mädchens seiner Träume getroffen und er möchte sich keinen schlechten Ruf bei ihr einhandeln. Aber es hört nicht auf. Weitere Leichen pflastern seinen Weg und er schlittert ins Kriminelle.
Das ist ein sehr lustiger und nicht zu ernstnehmender Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat. Mit Johann ist der Autorin ein guter Charakter gelungen. Er ist unbeholfen und sein Liebesleben ist auf dem Nullpunkt. Seine Mutter ist viel aktiver, sehr zu seinem Leidwesen. Sein großes Vorbild ist Bruce Willis, und mehr als einmal fragt er sich, wie er reagieren würde. Aber nicht nur er ist sympathisch, auch alle anderen sind ein bisschen skurril und schräg. Unterdessen ermittelt Kommissar Fritz Reichel, zählt allerdings weiterhin die Tage bis zur Pensionierung.
Fazit: Mit viel Witz und schwarzem Humor, sowie skurrilen und schrägen Protagonisten wird durch die Zeilen geführt. Dies ist kein klassischer Krimi und dennoch sehrunterhaltsam. Ich hatte zwischendurch immer wieder ein Lächeln im Gesicht und fragt mich des öfteren, wie Johann aus der Nummer unbeschadet herauskommt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Wandern, den Kopf frei bekommen. Eine raue, noch unberührte Landschaft auf sich wirken lassen. Nicht groß vorausplanen. Abenteuer fühlen. All das schwebte Simon und Maggie vor, als sie zu zweit mit dem Wohnmobil Richtung Bayerischer Wald aufbrachen. Doch als die beiden auf einer einsamen Straße durch den Tann ein Tier anfahren, nimmt ihr Urlaub plötzlich eine unheilvolle Wendung. Simon und Maggie melden den Unfall in der nächsten Ortschaft. Von den Bewohnern des Dorfes werden sie misstrauisch beäugt. Eine Bedrohung liegt in der Luft, die schon bald darauf greifbar wird. Denn als Simon in Begleitung von zwei örtlichen Polizisten an die Unfallstelle zurückkehrt, erwartet ihn eine böse Überraschung. Alles deutet daraufhin, dass er diesen Ort so schnell nicht wieder verlassen wird. Und dann verschwindet auch noch Maggie spurlos …
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Alexa Linell vorstellen. Es freut mich, dass Du heute mein Gast bist.
„Vielen Dank für die Vorstellung, liebe Helga.
Ich schreibe unter dem Pseudonym Alexa Linell Thriller und Krimis, bin in Hamburg geboren, dort und in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Nach einem Abstecher in die Rechtsmedizin und zwei juristischen Staatsexamen lebe und arbeite ich nun im Norden Deutschlands.
Mit vierzehn Jahren wurde ich zur Vielleserin und begann mit dem Schreiben. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man zunächst kurze Texte schreiben soll, aber ich hatte nur eine Romanidee. Außerdem erinnerten mich Kurzgeschichten an den ungeliebten Deutschunterricht in der Schule.
Also begann ich mit fünfzehn Jahren meinen ersten Roman und verschickte ihn drei Jahre später an diverse Verlage. Von den Absagen ließ ich mich nicht entmutigen und schrieb mit teils langen Pausen neben zwei juristischen Staatsexamen und verschiedenen Berufstätigkeiten weiter.
Irgendwann traf ich eine Mörderische Schwester, wurde Mitglied im gleichnamigen Verein und konnte zwei Kurzkrimis in den „Tatort Nord“-Anthologien bei der HarperCollins Verlagsgesellschaft unterbringen. Zum Glück gefiel der Lektorin mein Thriller „Projekt 22“ so gut, dass der Roman im Juli 2023 bei HarperCollins erschien.
Buchvorstellung Arno Strobel Mörderfinder Stimme der Angst
Auf einer Beerdigung steht Fallanalytiker Max Bischoff plötzlich einer Frau gegenüber, die seiner großen Liebe Jennifer Sommer zum Verwechseln ähnlich sieht. Aber Jennifer ist seit fünf Jahren tot. Und Max gibt sich noch immer die Schuld daran.
Die Begegnung lässt ihm keine Ruhe, und er spricht die Unbekannte an. Sie ist ebenso erstaunt wie er, es gibt keine Verbindung zu Jennifer.
Obwohl Max mit aller Macht versucht, das Vergangene ruhen zu lassen, gelingt es ihm nicht. Es ist alles wieder da, das alte Trauma, die inneren Dämonen.
Nie wieder wird ein Mensch seinetwegen sterben. Das hat er sich geschworen. Und doch scheint sich genau das zu wiederholen. Denn nur kurze Zeit später verschwindet jemand aus seinem Umfeld. Und Max wird zurückkatapultiert in den Keller, in dem er einst Jennifer fand, und jede Hilfe zu spät kam.
Der 15-jährige Tobi entkommt im letzten Moment einem brennenden Haus. Maria, bei der er aufgewachsen ist, stirbt. Zur Außenwelt hatte er bisher kaum Kontakt und sieht überall Gefahren. Er schlägt sich durch und schließt sich einer Gruppe an. Oldenburgers Kriminalhauptkommissar Haila Schrabberdeich und die Kriminalkommissar-Anwärterin Nazan Demir ermitteln im Fall einer grausam verstümmelten Leiche.
Das Buch beginnt sehr spannend und wir begleiten zunächst Tobi, wie er aus dem brennenden Haus entkommt und auf eine Gruppe trifft. Dann gibt es noch eine andere Geschichte, in der die Ermittler einen Mord aufklären müssen, was sich nicht einfach gestaltet. Eine weitere Handlung wird mit Sabine fortgesetzt. Sie lebt mit ihrem Mann in einem eleganten und noblen Haus und ist eigentlich glücklich, doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Geschickt hat die Autorin die Fäden so gespannt, dass ich lange keine Ahnung hatte, wie das Ganze zusammenhängt. Erst zum Ende kommt Klarheit, was die Spannung durchgehend aufrechterhielt.
Fazit: Den ersten Teil kenne ich nicht, es sind aber keine Vorkenntnisse nötig. Dieser Oldenburger Krimi hat es in sich. Das Buch hat alles, was ein guter Krimi braucht. Spannung, fesselnde Lesestunden und eine Handlung, die man nicht gleich durchschaut. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Ehefrau Britta bittet Olaf Scholz, mit dem Hund Gassi zu gehen, und der Hund findet die Leiche eines Mannes. Endlich darf sich Olaf neben seiner Kanzlerschaft noch mit einem tatsächlichen Mordfall befassen. Schon als Teenager fühlte er sich zu Fernsehkrimiserien hingezogen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um den windigen Journalisten, der viele unaufgeforderte Artikel geschrieben hat, von denen einige Geschädigte möglicherweise ein mörderisches Motiv haben. Als es kurz darauf zu weiteren Morden kommt, möchte Olaf unbedingt wissen, ob sie miteinander zu tun haben. Neben dem Amt und vielen Terminen trifft er auch auf Kleinkriminelle und eine Obdachlose.
Nachdem es bereits einen Krimi über die Exkanzlerin gibt, gibt es nun auch einen über den führenden Bundeskanzler Olaf Scholz. Ähnlichkeiten sind vorhanden, jedoch sollte man diese ignorieren und das Buch unabhängig betrachten, sonst kommt man womöglich um einen Lesegenuss. Es ist kriminell, aber auch voller Humor. Wortwitz und Satzkreationen bringen einen zum Schmunzeln. Olaf genießt politische Diskussionen mit seiner Frau Britta, am liebsten bei einem Bohneneintopf. Jetzt haben beide Spaß daran, einen Mord aufzuklären. Nein, es gibt nicht nur einen Mord aufzudecken, sondern gleich drei. Für Olaf ist das keine leichte Aufgabe, denn seine Position verlangt ihm einiges ab. Sein Tag ist geprägt von unzähligen Meetings und Telefonaten. Unterstützt werden sie von Kommissar Wondratschek und vielen weiteren anderen Personen, die sonst nicht zu seinem Kreis gehören. Die Familie Scholz ist bodenständig und kümmert sich sogar um die Kinder der leitenden Ministerin.
Fazit: Dies ist ein humorvoller Krimi, der eine Pointe nach der anderen abliefert. Was der Ausschlag für den Namen des Hundes war, war einfach köstlich zu lesen. Das Buch macht Spaß mit dem sehr unterhaltsamen Erzählstil des Autors. Obwohl einige Politiker auf die Schippe genommen werden, werden sie dennoch respektiert. Schließlich wird der Fall zur Zufriedenheit aller gelöst. Spannend, amüsant und äußerst unterhaltsam. Ich hatte einen Mordspaß beim Lesen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Buchvorstellung Friedrich Kalpenstein Prost, auf die Künstler
»Manche Leut’ leben für die Kunst. Andere sterben wegen ihr!«
Karl Hinterleitner wird tot in seiner Garage neben einem alten Traktor aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass er ermordet wurde. Hauptkommissar Tischler nimmt die Ermittlungen auf.
Laut Zeugenaussagen war der Ermordete ein paar Tage zuvor auf einem Oldtimertreffen in eine Auseinandersetzung verwickelt. Erste Recherchen ergeben, dass der alte Traktor in Hinterleitners Garage, für den er allem Anschein nach mehrere Interessenten hatte, einen beträchtlichen Wert darstellt. Doch wenig später kommt heraus, dass Hinterleitner noch ein paar Schätze mehr besaß, die ihm niemand zugetraut hätte. Musste er deshalb sterben?