Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Silvia Hildebrandt vorstellen. Vielen Dank, dass Du heute mein Gast bist.
Die Deutschrumänin Silvia Hildebrandt wurde 1985 in der Nähe von Timișoara geboren. 1990 siedelte ihre Familie nach Deutschland um. Nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte widmete sie sich dem Schreiben historischer Romane mit Schauplatz Rumänien. Von 2018 – 2022 veröffentlichte sie ihre Timisoara-Reihe in sieben Bänden, die die Geschichte Rumäniens von 1941 bis zum Jahr 2000 in der Art einer Familiensaga beinhaltet.
2023 begann sie mit dem Schreiben der neuen Reihe Glasvulkan, die sich um den homosexuellen, jüdischen Stummfilmschauspieler Franz Morolt dreht und in München, Berlin, Budapest und Dublin spielt. Seit Januar 2024 ist mit Glasvulkan Schall & Rauch der erste Band dieser neuen Reihe um die Goldenen Zwanziger erschienen. Im Juli 2024 wird Band 2 Funken & Flamme erhältlich sein.
Sie ist die Tochter des fränkischen Generalkonsuls und einer baltischen Freifrau. Er ist der jüngste Spross eines schwäbischen Adelsgeschlechts mit einer vielversprechenden militärischen Karriere. Als Nina und Claus von Stauffenberg sich 1929 auf einem Ball kennenlernen, sind sie verliebte junge Menschen auf dem Weg in ein märchenhaftes Leben.
Doch der Lauf der Geschichte will es anders: Aus der Mutterkreuzträgerin und dem Wehrmachtsoffizier werden Regimegegner und Verschwörer. Das Schlimmste für ihn: Deutschlands Zusammenbruch. Für sie: der Verlust ihres geliebten Mannes. Trotzdem lässt Nina von Stauffenberg ihrem Claus die Freiheit, zu tun, was er tun muss. Doch das bedeutet, dass sie ihn nach dem 20. Juli 1944 nie wiedersehen und alles verlieren wird …
Meine Rezension zu Brigitte Riebe Eifelfrauen Der Ruf der Nachtigall
Klara und Mia sind fast unzertrennlich, obwohl sie so unterschiedlich sind. Klara ist eher zurückhaltend, singt gern und Mia kann sehr gut mit Menschen umgehen. Als Klara Pavel, einen tschechischen Sänger, trifft und er sie singen hört, ermutigt er sie, Gesang zu studieren. Auch für Mia ergibt sich eine Chance, in die Tabakfabrik Fuchs einzusteigen. Welchen Weg werden die beiden wählen?
Dies ist der zweite Teil der Eifelfrauen. Der Krieg ist beendet. Während es im ersten Teil um die Mutter Johanna ging, stehen hier Klara und Mia im Vordergrund. Doch auch Johanna erlebt neues Glück. Es geht ihnen auf dem Dorf relativ gut, während die Großstädte teils zerbombt sind. Klara steht womöglich mit ihrer klaren, klangvollen Stimme eine große Karriere bevor und Mia, die ziemlich gut mit Zahlen umgehen kann, bekommt ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann. Dabei kommt die Liebe nicht zu kurz. Beide sind verliebt. Ich konnte mir die damalige Zeit gut vorstellen. Manchmal ging es mir aber zu sehr ins Detail, was meinen Lesefluss etwas beeinflusste.
Fazit: Es ist eine gute Fortsetzung, auch wenn mir der erste Teil besser gefallen hat. Eine sehr gute Recherche ist dem Buch anzumerken. Hier werden die letzten Familiengeheimnisse gelüftet. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Meine Rezension zu Anna Claire Die Glücksfrauen Die Kraft der Bücher
Eigentlich möchte Maria Kirschbaum mit ihrer jüdischen Familie ihrer Freundin Luise nach Amerika folgen, doch ihr Mann will seine Buchhandlung nicht aufgeben. Für die jüdische Familie wird es immer schwieriger und als sie sich schließlich zum Aufbruch entschließen, ist es fast zu spät. Die Nationalsozialisten erfinden immer neue Schikanen. Sie entscheiden sich für eine sehr schwierige und gefährliche Route.
Dies ist der zweite Teil der Trilogie und handelt von Maria, einer der drei Freundinnen. Es wird abwechselnd in der Vergangenheit von 1936 bis 1943 über Maria und ihre Familie erzählt. Sie verloren nie die Hoffnung und erhielten Unterstützung von Untergrundorganisationen, ohne die sie nie überlebt hätten. Maria ist eine starke Persönlichkeit. Ohne sie wäre die Flucht nicht möglich gewesen. Auch im Exil nahm sie das Leben in die Hand. Es hat mir sehr gut gefallen, wie sie sich durchgesetzt und nach Lösungen gesucht hat. Ein gemeinsames Erbe lässt June nach Brasilien zu Sandra reisen. Sandra erinnert sich an das Tagebuch ihrer Großmutter und als sie es finden, beschließen sie, den gleichen Weg zu gehen, den ihre Großmutter Maria damals mit ihrer Familie unternahm. Sie folgen den Spuren der Vergangenheit. Die Suche nach Anni ließen sie aber nicht außer Acht. Während die eine Erzählung sehr ernst und auch beklemmend ist, ist die andere eher von Leichtigkeit geprägt.
Fazit: Dieser Teil hat mich noch mehr begeistert. Die Flucht war extrem spannend und dramatisch. Ich habe mitgelitten. Es ist erschreckend, was damals geschah und sollte niemals vergessen werden. Man kann den Fluchthelfern nicht genug danken, die unter Einsatz ihres Lebens viele Menschen gerettet haben. Schon damals zeichneten sich Frauen durch Mut und Stärke aus. Das Buch ist wieder sehr emotional, spannend und fesselnd. Es gibt noch offene Fragen, die im 3. Teil bestimmt beantwortet werden. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Buchvorstellung Brigitte Riebe Die Eifelfrauen Der Ruf der Nachtigall
Altenburg, 1945: Wiesen voller Orchideen im Frühling, Heuernten in der Sommersonne, stille Landschaften im Herbstnebel. Klara und Mia Fuchs wachsen als Schwestern auf einem idyllischen Bauernhof in der Eifel auf. Die beiden sind unterschiedlich wie Tag und Nacht: Während Mia alle Blicke auf sich zieht und die Menschen mit ihrer ungezwungenen Art für sich einnimmt, ist Klara nachdenklich und in sich gekehrt. Nur wenn sie singt, fällt alle Schüchternheit von ihr ab. Ihre glockenhelle Stimme verzaubert jeden, der ihr zuhört. Als der tschechische Sänger Pavel auf dem Hof Schutz sucht, nimmt das Leben der Schwestern eine unerwartete Wendung …
Meine Rezension zu Marie Pierre Töchter des Aufbruchs
Pauline leitet ein Pensionat für höhere Töchter. Ihre Aufgabe ist es, sie zu unabhängigen und selbstbewussten Frauen zu erziehen. Eines Tages wird die Schülerin Suzette vermisst und Pauline hofft auf Hilfe vom preußischen Hauptmann Erich von Pliesnitz. Wo ist Suzette?
Dies ist der Beginn einer Trilogie und erzählt die Geschichte eines Mädcheninternats in Elsass-Lothringen im Jahr 1910. Die Institutsleiterin Pauline liebt ihre Arbeit und möchte den jungen Mädchen Werte und Selbstbewusstsein vermitteln. Als Suzette sich in einen Leutnant verliebt, begibt sie sich in Gefahr. Ihre Mitbewohnerin Louise deckt sie, doch diese hat ihr eigenes Geheimnis. Auch der neue Gärtner Vincent Lehmann steckt voller Rätsel und macht sich verdächtig am Verschwinden von Suzette. Ich war die ganze Zeit gespannt, welches Geheimnis er verbarg. Pauline ist eine starke Frau und befürchtet nicht nur das Schlimmste, auch der Ruf des Pensionats steht auf dem Spiel. Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig. Der Roman ist spannend gestaltet und birgt viele Geheimnisse.
Fazit: Es ist ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie. Man erfährt viel über das Reichsland Elsass-Lothringen und es ist geschickt in den Roman eingewoben. Die Aktivität fand nicht nur im Pensionat statt, sondern es kam auch außerhalb zu Komplikationen. Dezenter Dialekt ist vorhanden, und ich konnte ihn ohne große Probleme verstehen. Im Anhang gibt es ein Glossar. Es ist gut recherchiert und gibt einen interessanten Überblick über die Zeit. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne
Anna Claire Die Glückstöchter Die Kraft der Bücher
Deutschland 1939: Die Zustände in Deutschland werden unerträglich, und die Jüdin Maria und ihre Familie wollen in letzter Sekunde flüchten. Doch inzwischen ist es fast unmöglich, das Land auf sicherem Weg zu verlassen. So wählen Maria und ihre Familie eine waghalsige und gefährliche Fluchtroute.
Brasilien 2023: Sandra führt eine Buchhandlung, die ihre Großmutter Maria gegründet hat. Als eine June aus New York sie kontaktiert und ihr von einem gemeinsamen Erbe erzählt, wird Sandra neugierig auf das Schicksal ihrer Großmutter. Sie schlägt June vor, mit ihr Marias Fluchtroute nachzureisen. Gemeinsam folgen die Frauen Marias Spuren und finden dabei mehr über die Geschichte heraus, die sie beide vereint. https://www.anja-saskia-beyer.com/
Das Buch erscheint am 31.05.2024
*unbezahlte Werbung,* da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Bastei Lübbe herzlich bedanke
Meine Rezension zu Bertha Benz und die Straße der Träume
Alexander Schwarz Bertha Benz und die Straße der Träume
Während eines Familienausflugs lernt Bertha Carl Benz kennen und weiß, dass dies der Mann ihrer Träume ist. Bevor sie heiraten, werden ihnen viele Hindernisse in den Weg gelegt, aber mit ihrer Mitgift können sie endlich heiraten. Carl ist ein erfinderisches Genie und möchte unbedingt ein selbstfahrendes Auto bauen. Der Prototyp ist ihm nicht gut genug. Immer wieder möchte er ihn verbessern, bis Bertha entscheidet, dass genug sei. Sie unternimmt mit ihren 13 und 15 Jahre alten Söhnen eine erste Fahrt, die von Mannheim nach Pforzheim führt.
Dieses Buch hat mich von Anfang an begeistert. Es ist eine fiktive Geschichte, die jedoch viele wahre Ereignisse enthält. Wir lernen Bertha von klein auf kennen. Sie wusste schon immer, was sie wollte und interessierte sich für die Zimmerarbeiten ihres Vaters. Selbst mit technischen Details kannte sie sich aus und war Carl oft eine Hilfe. Bertha ist eine starke Persönlichkeit und hält die Fäden im Hintergrund in der Hand. Viele Steine werden ihnen dennoch in den Weg gelegt. Selbst ein Konkurs ist nicht aufzuhalten. Es ist ein weiter Weg, bis Carl Benz endlich einen selbstfahrenden Wagen erfindet. Aber immer wieder war er für Carl nicht gut genug. Eines Tages nahm sie sich den Wagen und ihre Söhne und fuhr los. Diese Reise war alles andere als einfach. Sie erlebten viele Hindernisse und Skepsis.
Fazit: Eine großartige Hommage an Bertha Benz ist dem Autor gelungen. Mir war nie langweilig. Im Gegenteil, ich fand es sehr interessant, wie Berta aufwuchs, wie sie sich verliebte und mit ihrem Mut und ihrer Zielstrebigkeit ein selbstfahrendes Auto zu einem geeigneten Fortbewegungsmittel machte. Auch ihre Fahrt gestaltete sich abenteuerlich. Das Buch ist gut recherchiert. Es hat mich sehr gut unterhalten, denn es ist nicht nur fesselnd und spannend, sondern hat mir große Einblicke in diese Zeit gewährt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Meine Rezension zu Susanne Morel Unter der Sommerlinde von Gourdon
Schon als Kind wollte Manon heilen und später setzte sie sich sehr zum Leidwesen ihrer Mutter durch und machte eine Ausbildung zur Krankenschwester. Tatkräftig und mit vollem Einsatz geht sie ihrer Berufung im Krankenhaus nach. Sie vertritt ihre eigene Meinung und damit ist der Chefarzt Dr. Tessier öfters nicht einverstanden. Sie lernt Léandre kennen und hilft ihm, ein krankes jüdisches Kind ins Krankenhaus zu schleusen. Endlich hat Dr. Tessier einen Grund, Manon zu entlassen. Aber auf Manon wartet schon eine neue Aufgabe.
Dieser Roman entführt nach Frankreich ins Jahr 1936 und erzählt unter anderen die Geschichte der Schwestern Manon und Estelle. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Manon macht eine Ausbildung zur Krankenschwester, sehr zur Enttäuschung ihrer Mutter, denn diese möchte sie reich verheiraten. Deshalb richtet die Mutter nun ihre ganze Energie auf Estelle und manipuliert sie schon in jungen Jahren, dass nur eine reiche Hochzeit Erfüllung bringen kann. Estelle fügt sich allem. Leider verstehen sich auch die Schwestern untereinander nicht gut. Beide Schwestern kommen irgendwann in ihrem Leben an einen Wendepunkt und müssen eine Entscheidung treffen. Es wird abwechselnd aus Sicht der Schwestern erzählt und es gibt emotionale Höhen und Tiefen. Die Angst vor dem kommenden Krieg ist spürbar. Hier nimmt zudem noch das Schicksal der Verfolgten Raum ein, was mich sehr traurig machte.
Fazit: Dieser Roman ist emotional, schicksalhaft und voller großartiger Charaktere. Das Buch ist abwechslungsreich und spannend und hat mich nicht gleichgültig gelassen. Außerdem ist es sehr berührend und mit einer schönen Kulisse ausgestattet. Ich konnte förmlich die Lavendelfelder und Kräutergärten riechen. Mit ihrer bildlichen Sprache erschien mir alles klar vor Augen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Heute möchte ich euch die sehr sympathische Autorin Sonja Roos vorstellen.
Vielen Dank, dass Du heute mein Gast bist.
Gerne stelle ich mich Dir vor. Vita: Sonja Roos, Jahrgang 1974, lebt und arbeitet im Westerwald, wo sie mit Mann, drei Töchtern und einem Australien Shepard zuhause ist. Privat liebt sie es zu reisen, Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, zu lesen und Serien auf Netflix wegzusuchten. Von Haus aus ist Sonja Roos Journalistin, sie arbeitet mit halber Stelle bei einer großen Tageszeitung. Während der Elternzeit ihrer dritten Tochter 2014 kam ihr alter Wunsch wieder auf, ein Buch zu schreiben, so dass sie die (wenigen) freien Zeiten, in denen ihr Baby schlief und ihre anderen Töchter beschäftigt waren, nutzte, um ihren ersten Roman zu verfassen. Es dauerte dann aber, bis ihre Bücher den Weg zum Publikum fanden. Der erste Roman blieb nämlich zunächst in der Schublade, weil das Buch mehr ein Verarbeitungsprozess war, denn in dieser Zeit erkrankte eine gute Freundin von ihr unheilbar an ALS. Da sie aber nun wusste, dass sie genug Ideen, Ausdauer und Kreativität hatte, um ein Buch zu schreiben, setzte sie sich an ihren zweiten Roman – „Für immer und ein Vierteljar“ erschien 2019 im Acabus-Verlag. Dann ging es Schlag auf Schlag. Sie fand eine Agentur und über diese ein Zuhause für ihre nächsten Romane, nämlich den Goldmann-Verlag. Hier erschienen bereits „Der Windhof“ (2021), „Die Lavendeljahre“ (2022), und zuletzt „Die Sonntagsschwestern“ im Dezember 2023. Das Besondere an diesem Buch: Es ist ihr erster Roman, den sie überarbeitet hat und ihrer mittlerweile verstorbenen Freundin widmete. Unter dem Pseudonym Sienna David hat sie zudem eine Roman-Biografie über Ada Lovelace verfasst (Ada und die Gleichung des Glücks, erschienen 2022 bei Lübbe). Jetzt, 2024, kommt mit „Eine grenzenlose Welt“ ihre erste, rein historische, Trilogie, ebenfalls bei Goldmann. In den Romanen geht es um vier Auswanderer, die 1892 von Hamburg aus nach New York gehen, um ihr Glück zu suchen. Es geht aber auch um Journalismus, ums Zeitungsmachen und darum, wie spannend die Anfangsjahre der Branche waren – besonders im schillernden New York des Gilded Age. Somit ist die Trilogie auch ein Brückenschlag zwischen ihren beiden Berufen.