Anna Claire Die Glückstöchter Die Kraft der Bücher
Deutschland 1939: Die Zustände in Deutschland werden unerträglich, und die Jüdin Maria und ihre Familie wollen in letzter Sekunde flüchten. Doch inzwischen ist es fast unmöglich, das Land auf sicherem Weg zu verlassen. So wählen Maria und ihre Familie eine waghalsige und gefährliche Fluchtroute.
Brasilien 2023: Sandra führt eine Buchhandlung, die ihre Großmutter Maria gegründet hat. Als eine June aus New York sie kontaktiert und ihr von einem gemeinsamen Erbe erzählt, wird Sandra neugierig auf das Schicksal ihrer Großmutter. Sie schlägt June vor, mit ihr Marias Fluchtroute nachzureisen. Gemeinsam folgen die Frauen Marias Spuren und finden dabei mehr über die Geschichte heraus, die sie beide vereint. https://www.anja-saskia-beyer.com/
Das Buch erscheint am 31.05.2024
*unbezahlte Werbung,* da Rezensionsexemplar, wofür ich mich bei Bastei Lübbe herzlich bedanke
Meine Rezension zu Bertha Benz und die Straße der Träume
Alexander Schwarz Bertha Benz und die Straße der Träume
Während eines Familienausflugs lernt Bertha Carl Benz kennen und weiß, dass dies der Mann ihrer Träume ist. Bevor sie heiraten, werden ihnen viele Hindernisse in den Weg gelegt, aber mit ihrer Mitgift können sie endlich heiraten. Carl ist ein erfinderisches Genie und möchte unbedingt ein selbstfahrendes Auto bauen. Der Prototyp ist ihm nicht gut genug. Immer wieder möchte er ihn verbessern, bis Bertha entscheidet, dass genug sei. Sie unternimmt mit ihren 13 und 15 Jahre alten Söhnen eine erste Fahrt, die von Mannheim nach Pforzheim führt.
Dieses Buch hat mich von Anfang an begeistert. Es ist eine fiktive Geschichte, die jedoch viele wahre Ereignisse enthält. Wir lernen Bertha von klein auf kennen. Sie wusste schon immer, was sie wollte und interessierte sich für die Zimmerarbeiten ihres Vaters. Selbst mit technischen Details kannte sie sich aus und war Carl oft eine Hilfe. Bertha ist eine starke Persönlichkeit und hält die Fäden im Hintergrund in der Hand. Viele Steine werden ihnen dennoch in den Weg gelegt. Selbst ein Konkurs ist nicht aufzuhalten. Es ist ein weiter Weg, bis Carl Benz endlich einen selbstfahrenden Wagen erfindet. Aber immer wieder war er für Carl nicht gut genug. Eines Tages nahm sie sich den Wagen und ihre Söhne und fuhr los. Diese Reise war alles andere als einfach. Sie erlebten viele Hindernisse und Skepsis.
Fazit: Eine großartige Hommage an Bertha Benz ist dem Autor gelungen. Mir war nie langweilig. Im Gegenteil, ich fand es sehr interessant, wie Berta aufwuchs, wie sie sich verliebte und mit ihrem Mut und ihrer Zielstrebigkeit ein selbstfahrendes Auto zu einem geeigneten Fortbewegungsmittel machte. Auch ihre Fahrt gestaltete sich abenteuerlich. Das Buch ist gut recherchiert. Es hat mich sehr gut unterhalten, denn es ist nicht nur fesselnd und spannend, sondern hat mir große Einblicke in diese Zeit gewährt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Meine Rezension zu Susanne Morel Unter der Sommerlinde von Gourdon
Schon als Kind wollte Manon heilen und später setzte sie sich sehr zum Leidwesen ihrer Mutter durch und machte eine Ausbildung zur Krankenschwester. Tatkräftig und mit vollem Einsatz geht sie ihrer Berufung im Krankenhaus nach. Sie vertritt ihre eigene Meinung und damit ist der Chefarzt Dr. Tessier öfters nicht einverstanden. Sie lernt Léandre kennen und hilft ihm, ein krankes jüdisches Kind ins Krankenhaus zu schleusen. Endlich hat Dr. Tessier einen Grund, Manon zu entlassen. Aber auf Manon wartet schon eine neue Aufgabe.
Dieser Roman entführt nach Frankreich ins Jahr 1936 und erzählt unter anderen die Geschichte der Schwestern Manon und Estelle. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Manon macht eine Ausbildung zur Krankenschwester, sehr zur Enttäuschung ihrer Mutter, denn diese möchte sie reich verheiraten. Deshalb richtet die Mutter nun ihre ganze Energie auf Estelle und manipuliert sie schon in jungen Jahren, dass nur eine reiche Hochzeit Erfüllung bringen kann. Estelle fügt sich allem. Leider verstehen sich auch die Schwestern untereinander nicht gut. Beide Schwestern kommen irgendwann in ihrem Leben an einen Wendepunkt und müssen eine Entscheidung treffen. Es wird abwechselnd aus Sicht der Schwestern erzählt und es gibt emotionale Höhen und Tiefen. Die Angst vor dem kommenden Krieg ist spürbar. Hier nimmt zudem noch das Schicksal der Verfolgten Raum ein, was mich sehr traurig machte.
Fazit: Dieser Roman ist emotional, schicksalhaft und voller großartiger Charaktere. Das Buch ist abwechslungsreich und spannend und hat mich nicht gleichgültig gelassen. Außerdem ist es sehr berührend und mit einer schönen Kulisse ausgestattet. Ich konnte förmlich die Lavendelfelder und Kräutergärten riechen. Mit ihrer bildlichen Sprache erschien mir alles klar vor Augen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Meine Rezension zu Annette Meisl Das Geheimnis der Zigarrenkönigin
Anna ist 16 Jahre jung und soll mit einem älteren Mann verheiratet werden. Sie lernt Knut kennen und er nimmt sie mit auf eine abenteuerliche Reise nach Amerika. Mit im Gepäck hat sie Briefe ihrer Mutter und sie möchte dort ihren leiblichen Vater suchen. Durch glückliche Umstände landet sie in Kuba und lernt dort den sympathischen Fabrikanten Hoffmann kennen, der eine Zigarrenmanufaktur sein Eigen nennt. Anna verliebt sich in den Sklaven Luca. Kann ihre Liebe alle Hindernisse überwinden?
Anna ist eine sehr starke Persönlichkeit mit viel Mut, denn sie wusste nicht, was sie in der neuen Welt erwarten würde. Die mehrwöchige Überfahrt war sehr beschwerlich. Zum Glück lernt sie später Hoffmann kennen. Dass sie sich in einen Sklaven verliebt, war damals undenkbar. Ein weiterer Handlungsstrang handelt von der Sklaverei. Ofelia erleidet ein schreckliches Schicksal, aber nicht nur sie. Diese Perspektivenwechsel sind nicht nur spannend, sondern auch grausam. Ich litt mit den Menschen. Unsägliche Arbeitszeiten und Auspeitschungen waren an der Tagesordnung.
Fazit: Dieser Roman hat mich sehr mitgenommen. Er spielt in Kuba 1867 und Sklaven mussten unter widrigen Umständen zwanzig Stunden am Tag arbeiten, mit nur einer kargen Mahlzeit am Tag. Freiheit und Gleichberechtigung waren zu dieser Zeit weit entfernt. Der Autorin ist es gelungen, einen spannenden Roman zu kreieren. Außerdem erhält man Einblicke in die Kunst der Zigarrenherstellung Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Hauptkommissar Wilhelm Beck und sein Team werden zu einem Leichenfundort gerufen. Sie finden einen entstellten toten Mann vor, der bizarre Zeichen auf der Brust hat. Aber damit nicht genug. Kurz darauf wird eine zweite Leiche gefunden. Dieser Mann wurde durch einen Genickschuss getötet. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Sie stoßen auf eine Spur von Nationalsozialisten, die im Krieg Hunderte von Widerstandskämpfern ermordet haben.
In wechselnden Kapiteln wird über die Morde berichtet und es gibt sehr detaillierte Einblicke in die Ermittlungen. Verwirrend fand ich zunächst die Vielzahl der Personen. Dann wiederum wird über Jean-Francois Mutzig erzählt. Dieser wird gezwungen, Dinge zu erledigen, die ihm nicht leicht gefallen sind. Diese Aktivitäten wurden äußerst spannend beschrieben. Es ist zunächst nicht klar, wie die beiden Geschichten zusammenpassen. Dann kommen die Ermittler auch noch der RAF ins Gehege.
Fazit: Das ist eine interessante Geschichte, die Spannung enthält und in der gleichzeitig die Vergangenheit und Gegenwart verwoben wurde. Manchmal ist es etwas langatmig und die vielen Personen haben mich verwirrt. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und alle Fäden werden zusammengeführt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne
Buchvorstellung Alexander Schwarz Bertha Benz und die Straße der Träume
Alexander Schwarz‘ historischer Roman »Bertha Benz und die Straße der Träume« ist die erste Roman-Biografie über die Frau, die dem Automobil zum Durchbruch verholfen hat.
Mannheim, 1888: Bertha Benz hat genug! Sie liebt ihren Mann Carl, bewundert den brillanten Ingenieur und glaubt fest an seine Vision einer pferdelosen Kutsche. Schließlich verbringt sie selbst genug Zeit in der Werkstatt und lässt sich alle Motoren und Maschinen erklären, die Carl sich ausdenkt. Und sie hat sich ihre Mitgift und einen Teil ihres Erbes noch vor der Ehe auszahlen lassen, um die Werkstatt zu finanzieren – gegen den entschiedenen Willen ihrer Eltern. Doch nach einem Konkurs hatten Bertha und Carl lange Zeit ständig die Schuldner im Nacken und mussten mit ihren Kindern in bitterer Armut leben. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich endlich etwas ändert! Aber Carl mit seinem Perfektionismus zögert und zögert. Also beschließt Bertha, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes
Meine Rezension zu Elke Becker Das Haus Kölln Große Hoffnung
Der Erfolg der Haferflocken ist groß und der Betrieb läuft sehr gut. Anteil daran hat nicht nur Bertha Kölln, sondern auch ihre Schwägerin Marie. Der Erste Weltkrieg überschattet das Unternehmen zunächst. Die Männer werden in den Krieg eingezogen und die Frauen übernehmen ihre Arbeiten. Der Sohn Claus von Peter und Bertha lernt die Künstlerin Else kennen und verliebt sich in sie. Sie entwirft Kleidung und hat einen Traum. Auch Caroline, die Tochter des Apothekers, möchte ihren Traum verwirklichen. Doch zuvor erfährt sie ein Familiengeheimnis.
Auch dieser Teil der Kölln-Dynastie hat mich wieder begeistert. Diesmal tritt Peter Köllns Mutter Charlotte in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen ihre Kinder und Schwiegertochter Else. Marie genießt ihre Unabhängigkeit und macht beruflich große Fortschritte. Else hilft im Betrieb und liefert dazu geniale Ideen. Ihren Traum will sie dennoch nicht aufgeben. Hunger und Not gibt es überall, aber die Familie Kölln weiß sich zu helfen. Else hat mir am besten gefallen. Ihr Mut und ihre Ideen umzusetzen, fand ich hervorragend. Auch Marie hat mich ebenso wie Caroline überzeugt.
Fazit: Diese Geschichte ist ausgesprochen unterhaltsam und zeigt die Stärke der Frauen in der damaligen Zeit, als es verboten war, ohne Einwilligung des Ehemannes zu arbeiten. Sie ließen sich von den Rückschlägen nicht entmutigen und gingen ihren eigenen Weg. Ich bin nur so durch die Zeilen geglitten und hatte wunderbare Lesestunden. Jetzt freue ich mich auf den dritten Teil. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Buchvorstellung Sonja Roos Eine grenzenlose Welt Aufbruch
Hamburg 1892: Während eine Choleraepidemie in der Stadt wütet, verlassen die junge Marga und ihre Cousine Rosie ihre Heimat für immer. Auf einem Auswandererschiff wagen sie die Fahrt nach Amerika in der Hoffnung auf ein Leben fern von Not und Armut. Während der langen Reise schließen die beiden Freundschaft mit zwei jungen Männern, Simon und Nando, die wie sie auf ein besseres Los in der Neuen Welt hoffen. Die vier beschließen, gemeinsam in New York das Glück zu suchen. Doch dann kommen Rosie und Simon einander näher. Ihre aufkeimende Liebe, aber auch dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit treiben einen Keil zwischen die Freunde, und die Gruppe droht schon bald nach der Ankunft zu zerbrechen
Die Jüdin Margot und ihre Eltern verbringen viel Zeit in ihrem Ferienhaus in der Eifel und Margot schließt tiefe Freundschaften mit Elli und Käthe. Die Freundinnen genießen einen Sommertag im Jahr 1933, doch die Unruhen beginnen bereits. Margot ist die Erste, die heiratet, und als ihre Briefe ausbleiben, macht sich Elli große Sorgen. Kurz vor Kriegsbeginn kommt es zu ersten Rissen in der Freundschaft, denn Käthe schließt sich den Nationalsozialisten an. Margot und ihre Familie kommen in Gefangenschaft und Elli will ihnen helfen.
Elli hat es nicht leicht, denn ihr Bein macht ihr zeitlebens zu schaffen. Sie findet endlich eine Beschäftigung als Kinderbetreuerin, aber als sie dahinterkommt, was deren Mütter für Fragebögen ausfüllen müssen, ist sie völlig geschockt. Als sie nichts mehr von Margot hört, macht sie sich trotz ihrer Behinderung auf die beschwerliche Reise zu ihrer Freundin und was sie da erlebt, lässt sie verzweifeln. Elli ist stark und ihre Entwicklung hat mich sehr beeindruckt. Sie wächst über sich hinaus. Es sind nicht nur Margot und ihre Eltern, die Schreckliches erleiden. Die Schrecken des Krieges sind überall.
Fazit: Dies ist eine bildgewaltige, emotionale, tiefgründige und bewegende Zeitgeschichte, die unter die Haut geht. Was mich sehr beeindruckt hat, waren die Fluchthelfer, die mit ihrem Mut, Entschlossenheit und ihrer Risikobereitschaft den Flüchtigen über die Grenzen geholfen haben. Diesen Leuten kann nicht genug gedankt werden. Dies ist mein erster Roman der Autorin und bestimmt nicht mein letzter. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
Buchvorstellung Elke Becker Das Haus Kölln Große Hoffnung
Elmshorn 1912: Mit der Erfindung der Haferflocke hat Bertha Kölln Großes vollbracht. Unermüdlich hat ihre Familie daran gearbeitet, die neue Zutat massentauglich herzustellen. Da greift schließlich der Erste Weltkrieg nach dem verschlafenen kleinen Ort bei Hamburg und damit auch nach den Köllns. Doch die lassen sich weder von dieser Bedrohung noch von zahlreichen Unglücken in der Hafermühle unterkriegen. Als mit Else Voormann eine junge Frau aus Künstlerkreisen in die Unternehmerfamilie einheiratet, haben es beide Seiten nicht leicht: Ihr Mann Peter Claus Diedrich versteht die selbstbewusste, entschiedene Else nicht – Else wiederum traut ihrem Mann nicht über den Weg, verbringt er doch arg viel Zeit mit einer hübschen Schneiderin. Wieder heißt es für zwei sehr unterschiedliche Frauen: gegen- oder miteinander?