Mittmann Markus

🎤🎤🎤 #Autorenvorstellung 🎤🎤🎤

Heute möchte ich euch den sehr sympathischen Autor Markus Mittmann vorstellen.
Vielen Dank, dass du heute mein Gast bist.

Warum eigentlich nehmen Leute ihren Hund an die Leine, wenn sie mir im Wald begegnen? Und warum eigentlich werde ich öfter mit dem Revierförster verwechselt? – Ganz einfach! Zum einen, weil ich so aussehe, oder vielleicht weil Brutzeit ist oder ich mich so oft dort aufhalte, im Eigentlichen aber, weil mir meine Textideen so gut im Gehen entstehen und ich diese absolute Freiheit und Abgeschiedenheit brauche. Dann sitze ich auch oft im Auto, meinem mobilen Studierzimmer, am Waldrand oder auf Feldwegen mit Weitblick und erdenke und schreibe meine Texte.

Ich kann meine Gedanken und Ideen auf diese Weise zwar nicht direkt heranzwingen, aber ich begebe mich damit in Situationen, in denen diese üblicherweise kommen, sozusagen als „Eingebungen“, meist als Bilder oder Filmszenen, die ich dann plötzlich vor Augen habe. Und ich muss dabei mit Bleistift auf Papier schreiben und radiere dann viel. Manchmal ist es auch eine Art Kampf mit den Worten, wenn es nicht gleich gelingen will. In den Computer kommt der Text erst danach und dort kann ich ihn auch bearbeiten, aber das „Heranzaubern“ völlig neuer Ideen funktioniert bei mir nicht an Bildschirm und Tastatur. Wenn der Textfluss stockt und klemmt, steige ich aus dem Auto und laufe meine „Försterrunde“ oder fahre auf dem Mountain-Bike, das ich immer dabei habe. Danach geht es meist besser.

Wenn ich zuhause arbeite, kommt es nicht selten vor, dass ich vorher „nur noch kurz“ die Gardinenhalterung repariere, den Heizkörper entlüfte oder eine Tigermücke jage, und wenn ich dann endlich am Text sitze, klopft mir eines meiner Kinder auf die Schulter: Wieder „nur kurz“ mal beim Lego helfen, eine Schleifmaschine bauen… Auch deshalb: Wald und Feld und Auto.

Zum Schreiben selbst bin ich nicht auf geradem Weg gekommen, auch wenn ich als Kind schon ein möglichst bedeutendes Buch verfassen wollte. Vielleicht deshalb studierte ich später gleichzeitig zur Bildenden Kunst und Bildhauerei an einer anderen Hochschule Literatur- und Sprachwissenschaft. Auf wunderbare Weise bestärkt wurde ich jedoch zunächst in der Bildenden Kunst, als ich das Studium schon mit Bildverkäufen mitfinanzieren konnte und v.a. als der Staat Frankreich Skulpturen von mir für die staatliche Sammlung in Paris kaufte.
Trotzdem merkte ich, dass Sprache und Worte meine eigentlichen Sachen sind und begann Lyrik und Kurzgeschichten zu schreiben. Das Schreiben und die Recherche waren für mich immer schon ein Mittel um Tiefgründiges zu erforschen, auszuleuchten und etwas aufzudecken, für das ich eher nur vage Gefühle hatte, als klare Worte und Begriffe. Mein erstes großes Buch war deshalb eine architekturgeschichtliche Arbeit über das „Bauen im Nationalsozialismus“, die gleichzeitig meine Doktorarbeit am Architekturfachbereich der Uni Hannover wurde.

Es geht mir inzwischen aber nichts über das völlig freie Schreiben, das für mich nur in Romanform stattfinden kann. Ganz wichtig dabei, dass die Inhalte etwas mit mir selbst zu tun haben, dass sie aus dem eigenen Erleben, Fühlen und Denken stammen. Mein Anspruch ist immer, mit Worten etwas Tiefes zu untersuchen, mit Humor zu vermischen, um so den Leser/Innen gut verdaulich und trotzdem „unterhaltsam“ hilfreiches Material für eigene Überlegungen und Schlussfolgerungen zu bieten.

Deshalb sind für mich Lesungen etwas Besonderes, weil ich hier ganz direkt die Wirkungen des Textes oder sogar einzelner Textstellen mitbekomme und der direkte Kontakt zu den Leserinnen und Lesern besteht. Es ist ein so gutes Gefühl gemeinsam mit dem Publikum zu lachen oder ergriffen zu sein. Im anschließenden Gespräch erfahre ich oft ganz überraschende und sehr persönliche Reaktionen, es sind seelenbewegende Momente, wenn Menschen mir so offen und ehrlich berichten, was mein Text für sie bedeuten durfte und wie er sie bewegen konnte.
Jedoch auf welchem Weg auch immer, ich freue mich stets über Lesereaktionen und bin gern zu einem Austausch bereit, denn das Schreiben ist für mich nur ein Teil vom Dialog.

https://www.instagram.com/markus_mittmann/
https://www.kiener-verlag.de/ueber-uns/nachrichten/news-single/article/markus-mittmann.html

Ganz herzlichen Dank für die sehr interessanten Einblicke. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
Weitere Autorenvorstellungen findet ihr unter
https://helgasbuecherparadies.com/autorenvorstellung-a-z/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s