Rodacki Patrizia CREEKSCULVER DUNKLE VERGANGENHEIT

Meine Rezension zu
Patrizia Rodacki
CREEKSCULVER DUNKLE VERGANGENHEIT

Rosemary teilt im Internat Creeksulver das Zimmer mit Kate. Diese ist auf einmal verschwunden. Sie macht sich gemeinsam mit Sam auf die Suche und beide befinden sich plötzlich im Jahr 1950.
Was für schreckliche Zustände herrschen im Internat. Folter und Schläge für die kleinsten Vergehen sind an der Tagesordnung. Es gibt privilegierte Schüler, die die Folter ausführen. Im Besserungsraum erleben die Schüler eine Misshandlung, die unbeschreiblich ist.
Mehrere Schüler werden vermisst und werden tot aufgefunden. Haben Sam und Rosemary eine Mission?
Wird sie ihnen gelingen und welcher Psychopath mordet hier und aus welchen Gründen?

Patrizia Rodacki hat hier einen spannenden Thriller mit einem Hauch Fantasie zu Papier gebracht. Äußerst brutal geht es in dem Internat zu. Das hat Gänsehautcharakter.
Hohe Spannung zieht sich anfangs durch das Buch, ist dann ein wenig in die Länge gezogen und wird zum Schluss nochmals richtig spannend.
Mit den Protagonisten leidet man von Anfang an. Sie sind sehr unterschiedlich, aber glaubwürdig und authentisch dargestellt.
Die kurzen Kapitel tragen zum Lesevergnügen bei. Die bildhafte Sprache lässt uns alles gut vor Augen erscheinen.
Das Cover passt perfekt zu der düsteren Stimmung des Internats.
Tolle Leistung hat hier die erst 17 jährige Autorin erbracht.
Fazit: Spannend mit einem Gänsehautcharakter.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Schwarz Christina WENN DER TOD IN DUR ERKLINGT

Und hier ist der 2 Band der Anderlach Krimis von Christina Schwarz Auch dieser verspricht Spannung

Klappentext
Wenn der Wahnsinn Genie gebiert …
Victoria Anderlech, die Tochter des Zwieseler Kommissars, trifft die Liebe ihres Lebens und bringt dadurch ihren Vater und auch sich selbst in Lebensgefahr.
Bei seinen Opfern hinterlässt der Mörder niemals Spuren und weiß scheinbar immer schon vorher, was sein Gegenüber plant. So bringt er den Kommissar in eine immer größer werdende Verzweiflung, die schließlich in der Panik um seine Tochter gipfelt.
Der gewaltigen Ouvertüre und ihren klangvollen Sätzen folgt ein opulenter Schlusssatz, der eine geniale Mord-Komposition krönt.
Weitere Buchvorstellungen findet ihr unter
http://www.helgasbuecherparadies.com

Schwarz Christina WENN DER SOMMER SCHATTEN WIRFT

Die Anderlach Krimis von Christina Schwarz
versprechen Spannung.

Klappentext Band 1

„… sein Gewand dampft noch vom Geschrei lebender Fackeln, denn die Sünde der Freude und der Lust ist nur mit dem Tod zu bezwingen …“
Als die Junge Liza in den Fokus eines Ritualmörders gerät, erlebt sie 14 Tage voller Angst und Leidenschaft.
Mit dem Mörder greift auch ihre eigene Vergangenheit und die ihrer Vorfahren unaufhaltsam nach ihr und lässt sie zum Spielball menschlicher Abgründe werden.

Schwarz Christina IN DUBIO PRO REO?

📖📖📖 Buchvorstellung 📖📖📖
Heute möchte ich euch Roman von Christina Schwarz vorstellen. Bisher habe ich nur positives über das Buch gehört.

Klappentext

Wann beginnt Schuld?

Der investigative Journalist Florian Schwarz nimmt frustriert eine vorübergehende Auszeit von seiner Arbeit und stolpert dabei in einem alten Artikel über ein Gerichtsverfahren vor zehn Jahren, der ihn augenblicklich aus seiner Resignation reißt.
Zuerst verwundert über den damaligen Prozessverlauf, ertappt er sich dabei, wie er sich immer mehr über die Ungerechtigkeit einer blinden Justiz empört, wie er sie diesem Verfahren testiert.
Seine verbissene Recherche zu dem Fall aber setzt auf einmal Ereignisse in Gang, die er sich dramatischer nicht hätte vorstellen können.

Baumeister Uta

🎙🎙🎙 Autorenvorstellung 🎙🎙🎙

Heute möchte ich euch die äußerst sympathische Autorin Uta Baumeister / Autorin vorstellen

Deine Vorstellung
Zunächst danke ich Helga, dass sie mich in ihr Bücherparadies aufgenommen hat und ich mich als Schreibversessene vorstellen darf.
Das Schreibfieber packte mich bereits in jungen Jahren. Meine Mutter war Sekretärin und ich fand es faszinierend, wie sie mit der Schreibmaschine umging. Das blieb meiner Mutter nicht verborgen.
Darum erfreuten mich meine Eltern mit einer bunten Kinderschreibmaschine, als ich im Grundschulalter war.
Auf der klappernden Tastatur erfolgten lustige Schreibversuche.
Meinen ersten Krimi schrieb ich im Alter von 11 Jahren allerdings in ein Schulheft.
Er handelte über eine Mädchenbande, die Teer stahl, und wurde nie veröffentlicht.
Vor vielen Jahren folgte ich meiner „Berufung“ zum Schreiben als freie Autorin für verschiedene Tageszeitungen und Zeitschriften.
Ich schaffte es tatsächlich einige Jahre lang, vom Schreiben zu leben, bis ich von 2015 – 2019 vorübergehend als Angestellte der Volkshochschule tätig wurde.

Meine ersten literarischen Veröffentlichungen erfolgten ab 2004. Damals hatte ich mich einer Autorengruppe angeschlossen, die im Eigenverlag Krimis mit Lokalkolorit herausbrachte.
In diesem Verlag erschienen neben den Krimis von mir 2013 die Kurzgeschichtensammlung „Das Leben ist soso“ und 2014 der Roman „Mensch Horst!“.
Als Selfpublisherin brachte ich 2016 den Roman „Macht nix“ und 2019 den Roman „So weit der Himmel dich trägt“ heraus.
Nach einer experimentellen Phase habe ich mit „So weit der Himmel dich trägt“ mein Genre gefunden. Der Roman erzählt eine Familiengeschichte über vier Genrationen und beinhaltet zwei Weltkriege sowie den Holocaust.
Nach der Veröffentlichung kamen durch Zufall die Erinnerungen eines Niederländers zu mir, der 1944/45 als 19-Jähriger in die Fänge der deutschen Nazis geriet. Seine tragische Geschichte erzähle ich im Roman, an dem ich derzeit arbeite.

Daneben habe ich die Kinderbuchreihe „Bodo – Das Balver Mammut“ verfasst, von dem Band 3 im Juli 2020 im Verlag Zimmermann Balve erscheint. Ebenso gehöre ich dem literarischen Frauentrio „TrioLit“ an. Gemeinsam mit den beiden Kolleginnen brachten wir die Anthologien „Glitzlichter“ (2016) und „TrioPott“ (2019) heraus.
Viel Ruhe zum Schreiben bietet mir meine Wahlheimat Schweden. Dort lebe ich in der Region Småland, die vor allem durch Astrid Lindgren mit ihren Figuren Pippi, Michel und Co. bekannt ist.
Mehr über meine Buchprojekte erfahrt Ihr hier:

http://www.wortbaumeister.de
https://www.facebook.com/wortbaumeister.de/
Liebe Grüße aus Schweden Uta Baumeister

Ich danke dir ganz herzlich für diese interessanten Einblicke und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern

Schneider Bettina IN JEDEM MANN STECKT ETWAS GUTES

#bloggerin #rezensionen #Buch #thriller #krimi

Meine Rezension zu
Bettina Schneider/Betty Buttersky

IN JEDEM MANN STECKT ETWAS GUTES

Nach ihrer Scheidung kehrt Diana Neumann London den Rücken und tritt als Kommissarin ihren Dienst in Villach an.
Nach einer ersten ruhigen Zeit wird sie mit ihrer ersten Leiche konfrontiert. Alles deutet auf Selbstmord hin. Auch die nächsten Toten lassen nicht lange auf sich warten. Die Pathologen stellen nur Selbstmord fest und nicht wie von ihr angenommen, Mord.
Immer mehr Zweifel kommen ihr, ob bei allen tatsächlich Selbstmord vorliegt. Unterstützt wird sie von dem Spurensucher Sputnik und von jemand, von dem sie keine Hilfe erwartet hätte.
Was steckt denn wirklich dahinter? Sind das alles Selbstmorde so kurz vor Weihnachten?

Ich habe Bettina Schneider durch ihren Liebesroman Mit Schirm, Charme und Keksen kennengelernt. Nachdem mir dieser sehr gut gefallen hat, war ich neugierig, wie sie im Genre Krimi schreibt.
Es ist ihr ausgesprochen gut gelungen. Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt.
Diana ist eine taffe Frau, die so schnell nichts umhaut. Selbst in der Pathologie ist sie immer anwesend und aufmerksam.
Nach kürzester Zeit wird sie mir mehr und mehr sympathischer. Der Schlagabtausch und die Dialoge haben mich oft amüsiert. Sie geht in ihrem Beruf voll auf. Privat hat sie ihre Vergangenheit zu bewältigen.
Auch die Nebencharaktere sind der Autorin absolut gut gelungen. Sie sind glaubhaft und authentisch dargestellt.
Das Buch ist spannend geschrieben und die kurzen Kapitel tragen zum Lesevergnügen bei.
Die Obduktionen sind teilweise sehr ausführlich beschrieben. Wem das zu detailliert ist, kann einfach darüber hinweglesen. Ich fand sie sehr informativ.
Das Cover ist genial. Großes Lob an den Designer.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Das Ende lässt drauf hoffen.
Eine klare Leseempfehlung gebe ich und
💥💥💥💥💥
Fazit: Spannung, gut durchdachte Dialoge, sympathische Protagonisten, großes Lesevergnügen.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflußt.
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Stavaric Michael FREMDES LICHT

📖📖📖 Buchvorstellung 📖📖📖

Heute möchte ich euch das sehr interessante Buch von Michael Stavaric vorstellen.
Ich möchte auch wissen, was Elaines Urgroßmutter damit zu tun hat.

Klappentext

Sie ist an einem unbekannten Ort und in einer eisigen, unwirtlichen Umgebung. Erst nach und nach kehrt die Erinnerung zurück, und Elaine begreift, was passiert ist: dass ihr Großvater einst bei den Inuit in Grönland lebte und er sie mit dem Überleben in Eis und Schnee vertraut machte. Dass sie zuletzt für einen Konzern im Schweizer Ort Winterthur tätig war und sich dort als Genforscherin mit der Rekonstruktion von Leben beschäftigte. Dass die Erde während eines Kometeneinschlages zugrunde ging und sie die letzte Überlebende zu sein scheint. Was das alles mit ihrer Urgroßmutter aus Grönland zu tun hat, ahnt sie nicht.

Kessing Lara STURMVERSCHWOREN

#bloggerin #rezensionen #Buch

Meine Rezension zu
Lara Kessing STURMVERSCHWOREN

Marissa besucht ihre Großmutter in Nassau, als ihr plötzlich eine Stimme ins Ohr flüstert: Könnt ihr mich hören?
Immer wieder hört sie die Stimme. Marissa antwortet und sie befindet plötzlich mitten im 18. Jahrhundert und ein Abenteuer beginnt.
Sie begegnet Sam. Was sie in dieser Zeitreise erlebt und welche Abenteuer sie bestehen muss, müsst ihr unbedingt selbst lesen.

Sehr spannend findet die Zeitreise von Marissa statt und die Abenteuer werden bildhaft dargestellt.
Normalerweise ist das nicht mein bevorzugtes Genre, aber das Buch hat mich gefesselt und gefangen genommen. Ich wollte unbedingt wissen, was Marissa erlebt und wie es endet.
Der Zeitwechsel zwischen den Kapiteln ist sehr abwechslungsreich.
Die Charaktere, allen voran Marissa und Sam sind gut dargestellt, authentisch und lebendig.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und
💥💥💥💥 💥 Sterne.
Fazit: abenteuerliche und spannende Zeitreise
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Striebel Christine DIE HEILUNG MEINES TRAUMAS

Meine Rezension zu

Christine Striebel MEIN WEG AUS DE TRAUMA
In diesem Buch wird ein langer Leidensweg beschrieben, der trotz jahrelanger Therapiestunden, Depressionen, Panik und Krankheiten hervorgerufen hat, bevor Christine Striebel eine wunderbare Therapeutin kennengelernt hat. Einzutauchen in eine Phantasiewelt genannt ISO ist dabei ein wichtiger Grundstock.
Diese Art der Entspannung muss erlernt werden. Es kann immer wieder zu Rückschlägen führen.
Ein wichtiges Ziel ist es, dabei Fähigkeiten neu zu entdecken und auch auszuleben, sich anzuerkennen und stolz auf Veränderungen zu sein.
Als Christine Striebel nach vielen Jahren diese Therapie erlernt und Vertrauen zu ihrer Therapeutin aufgebaut hat, sind nur 2 Jahre vergangen. Jeden Wandel hat sie hier ausführlich beschrieben, aber auch die Rückschläge.
Nach 20 Therapiemonaten wurde mit dem Start des EMDR begonnen. Dies ist nur nach einer Stabilisierung möglich. Nach 7 Sitzungen hat sich für sie ein Portal zu einem neuen Leben geöffnet.
Dieses Buch ist für alle diejenigen, die einen Missbrauch im Kindesalter erlebt haben.
Trotz schwerster Misshandlungen gibt es einen Weg, der die Heilung eines Traumas beenden kann.
Besonders traurig hat es mich gemacht, dass Christine diese Therapeutin bzw. diese Therapiemöglichkeiten erst mit 60 Jahren kennen gelernt hat.
Die Botschaft dieses Buches ist: Heilung ist möglich. Sehr mutig von Christine Striebel darüber ein Buch zu schreiben
Der Schreibstil ist sehr gut und sehr ehrlich. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Die Sprache ist gut verständlich.
Ich war mehr als ergriffen, einerseits traurig, dass Kinder so was erleben müssen, anderseits erleichtert, dass es Hilfe geben kann.
Das Buch kann ich wärmstens empfehlen. In erster Linie natürlich an Betroffene, aber auch sonst ist sehr informativ und spannend.
Von mir gibt es 5 Sterne

Gebhardt Heidi

#bloggerin #rezensionen #autorenvorstellung

🎙🎙🎙 Autorenvorstellung 🎙🎙🎙

Heute möchte ich euch die sympathische Autorin Heidi Gebhardt und ihre Tante-Frieda-Krimis vorstellen.
Sie erzählt, was sie als Selfpublisher erlebt hat und gibt sehr gute Tipps.

Liebe Helgas Bücherparadies-LeserInnen!

Sätze, die ihr von Autorinnen sehr oft lesen könnt:

1. Ich schreibe, seit ich laufen kann. (Nö)

2. Ich bin erst zum Schreiben gekommen, als die Kinder aus dem Haus waren. (Nö)

3. Ich bin mega erfolgreich und alle sind begeistert. (hätte ich gerne)

4. Ich wurde oft nominiert und habe viele Preise abkassiert (dazu müsste ich meine Bücher erstmal bei Ausschreibungen einreichen).

Ich möchte euch lieber erzählen, wie rasant die Entwicklung der Selfpublisher vor sich ging – dabei lernt ihr mich ein bisschen kennen und findet vielleicht den einen oder anderen Tipp, falls ihr auch ein Buch veröffentlichen wollt.

Erst als ich 2013 mit dem Schreiben meines ersten Romans „Tante Frieda“ fertig war, habe ich geschaut, wie und wo ich veröffentlichen kann. Es gab noch nicht die Möglichkeit, es einfach bei Amazon hochzuladen (oder es gab sie schon und ich habe davon nichts mitgekriegt) und bei BoD hat mir die Qualität nicht gefallen. Also: Eine Lektorin beauftragt (sehr wichtig!), das Buch setzen und das Cover professionell illustrieren lassen (auch sehr wichtig!), ISBN gekauft, bei VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) eingetragen, Druckerei gesucht (eine, die Umweltfreundlich produziert), hochwertiges Papier ausgewählt. Gerechnet und kalkuliert (gelernt: der Buchhandel bekommt immer 40% , der Großhändler noch mehr). Buchhandlungen abgeklappert, Flyer produziert und ausgetragen. (Zum Glück ist meine Tochter Art Director und auch die Gestaltung der Cover liegt in ihren Händen). Das Buch wurde in den regionalen Zeitungen vorgestellt – das war eine große Hilfe!

Ich weiß noch, dass ich stolz wie Oskar war, als ich von einer Buchhändlerin zum allerersten Mal nach einer Lesung und meinem Honorar gefragt wurde. Völlig überwältigt sagte ich: Ich lese natürlich kostenlos!“ … und erntete dafür einen Blick, als sei ich komplett übergeschnappt. Sehr streng (wirklich sehr streng) antwortete die Buchhändlerin: „Das sagst du nie wieder! Du musst immer ein Honorar nehmen! IMMER! Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Es ist dein Werk, deine Arbeit, deine Zeit – und das muss honoriert werden.“ Ich bin ihr noch heute dankbar dafür.

Nachdem ich fünf Mal hintereinander je 500 Bücher gedruckt und verkauft hatte (Wow, das liest sich toll: 5. Auflage!), wurde ich mutig und bestellte mit zitternden Knien gleich 1000 Exemplare auf einmal. Justament wurde ich vom Ullstein-Verlag entdeckt. Bei einem Verlag zu veröffentlichen hat Vorteile. So musste ich mich nicht mehr um die Produktion und den Vertrieb kümmern (Mein Mann, unsere Tochter und unser Sohn waren zum Bücherausliefern eingespannt und im Geheimen froh, diese Dienste nicht mehr übernehmen zu müssen). Alles andere, zum Beispiel Marketing fürs eigene Buch machen oder Lesungen organisieren, bleibt trotzdem. Große Verlage bewerben nämlich, auch bei vielversprechenden anderen und zeitgleichen Neuerscheinungen, nur einen einzigen „Spitzentitel“.

Mein Mann indes versuchte, nach den ganzen Erfahrungen, die ich gemacht habe, mich zu überreden ein Handbuch für Selfpublisher zu schreiben. „Ach“, sagte ich, „das braucht doch kein Mensch! Wie es geht, findet man doch im Internet!“ Mittlerweile gibt es diese Ratgeber-Bücher haufenweise. Was zeigt, der Bedarf ist doch vorhanden. Manche dieser Ratgeber-Autoren bezeichnen sich als „Selfpublisher-Pabst“, andere veröffentlichen selbstherrlich unnützes Wissen oder Selbstverständlichkeiten. (*Notiz an mich: Männer hauen immer tüchtig auf den Putz. Tun so, als hätten sie die Welt erfunden und erklären das gerne wortreich allen anderen. Unbedingt ein bisschen davon übernehmen – was ich hiermit versuche). Da fällt mir eine Begegnung auf der Buchmesse ein: An einem Stand erklärt mir ein älterer Herr (ohne mich zu kennen), was für ein toller Autor er ist und dass er mit seinem T-Shirt, auf das er seinen Buchtitel gedruckt hat, der absolute Prof ist, was Werbung angeht. Ich habe nicht gesagt, dass ich Autorin bin. Ich habe nicht gesagt, dass ich aus der Werbung komme und welche Etats ich betreut habe. Ich frage Euch: Muss man immer laut herausschreien, was man kann und macht? Diesbezüglich habe ich noch viel zu lernen.

Wenn ihr die Idee, ein Buch zu schreiben, wirklich ernst meint und ebenfalls selbst veröffentlichen wollt: Auf der FBM gibt es mittlerweile eine ganze Halle mit Angeboten und Vorträgen nur für Selfpublisher. Ihr findet dort Leute, die euch motivieren mit dem Schreiben anzufangen; Menschen, die euch „bei der Stange halten“; Andere, die erklären, wie man ein Exposé schreibt; einen Plot entwickelt, Charaktere schafft; AutorInnen die Schreib-Workshops halten; den Lektoren-Verband, Druckereien, Marketing-Fachleute und und und… Das erinnert mich an einen Cartoon: Die Buchmesse hat zwei Eingänge. Über der einen Tür steht „Leser“ über der anderen Tür „Autoren“. Durch die Tür „Leser“ trödeln zwei Menschen, vor der Tür „Autoren“ steht eine endlose Schlange. Gefühlt ist das momentan die Realität.

Wenn ihr versuchen wollt, über einen Verlag zu veröffentlichen, dann sucht zunächst eine Literaturagentur, denn viele Verlage lesen nur Manuskripte, die sie über eine Agentur empfohlen bekommen haben. Literaturagenturen findet ihr im „Uschtrin“, Handbuch für Autoren. Agenturen und Verlage wollen immer ein Exposé und 30 Seiten Leseprobe. Fürs Exposé schreibt man einfach auf einer halben bis ganzen Seite kurz und knackig, worum es in dem Buch geht, beschreibt die Handlungsstränge und den Ausgang. Für viele ist das Exposé das Schwierigste am Bücherschreiben überhaupt. Vielleicht geht mir das Schreiben eines Exposés so leicht von der Hand, weil ich als Kundenberaterin in Werbeagenturen verständliche Konzepte verfasst habe – und ein Exposé ist fast das Gleiche, nur in Kurz.

Wie geht ihr mit Kritik um? Ich musste es erst lernen. Ich meine jetzt nicht wohlwollende, konstruktive Kritik, sondern ifese, hinterhältige: Hanebüchene „Rezensionen“ auf entsprechenden Plattformen, bei denen man sofort erkennt: das Buch wurde niemals gelesen. Von einer erfolgreichen Beststeller-Autorin habe ich mir sagen lassen, dass hinter solchen „Beurteilungen“ neidische Kolleginnen stecken. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn Neid ist etwas, was mir völlig abgeht.

Was mir passiert ist (und ich niemanden wünsche): Bei Lesungen wurde mir oft freudig und stolz von den ZuhörerInnen mittgeteilt, dass man bereits alle drei Romane von mir gelesen hätte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt aber definitiv erst zwei geschrieben – und mich sehr gewundert, bis ich diesen ominösen dritten Titel zufällig bei Amazon entdeckte – in einer Reihe mit meinen. Jemand hat meine Figuren geklaut und „Tante Frieda… (irgendwas)“ als Titel genommen. Dieser Fake-Titel durfte natürlich nicht länger veröffentlicht werden, trotzdem war das mehr als ärgerlich. Es gilt: Wer zuerst nachweislich veröffentlicht hat, hat auch die Rechte. Prüft also erst genau, ob es euren Wunsch-Titel im gleichen Genre noch nicht gibt und schreibt bitte nicht von anderen ab. Glaubt mir, das wird von keiner Autorin, keinem Autor als Kompliment aufgefasst.

Es gibt einige Verbände und Vereine für SchriftstellerInnen die Treffen, Workshops, Ausschreibungen und Seminare für Autoren anbieten. Schaut, ob das für euch in Frage kommen kann. (Auch hier gilt: Da gibt es sehr viele nette und hilfsbereite Menschen, aber auch ein paar, die – warum auch immer – Informationen vorenthalten oder falsche Infos weitergeben.) Immer die

Augen offen halten und mit so vielen wie möglich sprechen.

Warum ihr trotzdem an gute Ideen glauben sollt:

Ich erinnere, dass mich mein Mann vor sehr langer Zeit überzeugen wollte (bevor es Google und Facebook gab) meine Rezepte und die neuen Gerichte, die ich aus Reste koche, im Internet zu veröffentlichen. Ich koche leidenschaftlich gerne und habe ein Faible für gute und naturbelassene Lebensmittel und kann außerdem Verschwendung nicht leiden. „Ach“, sagte ich, „Resteverwertung – das will doch keiner lesen, das ist so unsexy!“ Genau mit dieser Idee sind heute ein paar Menschen sehr erfolgreich und veröffentlichen Bücher und Filme. Wäre ich vielleicht damit reich und berühmt geworden?

Was ich damit sagen will: Hört auf euch und eure Freundinnen, Kumpel und EhepartnerInnen. Erkennt die guten Ideen! Wo liegen eurer Talente, euer Wissen? Sagt euch nicht, so wie ich: ‚Das weiß doch jeder‘ oder ‚Wer will das wissen‘? Denkt lieber darüber nach, was euch besonders viel Spaß macht und was davon ihr besonders gut könnt. Und dann macht ihr genau das. Just do it! Noch nie waren die Gegebenheiten für Startups so gut wie heute. Lasst euch nicht von Zweiflern verunsichern. Zweifelt vor allen Dingen nicht an euch selbst. Seid zuversichtlich und positiv – und haut ordentlich auf den Putz.

Herzlichst Eure Heidi Gebhardt
https://www.facebook.com/heidi.gebhardt.35/

Vielen Dank für die interessanten Einblicke und Tipps.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.
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