Interview mit H.C.Scherf

🎙🎙🎙 Interview mit H.C. Scherf🎙🎙Heute ist H.C. Scherf auf meinem Blog zu Gast.
Vielen Dank, dass Du Dir Zeit dafür nimmst.🎙Verrate uns bitte, wo du lebst und wo du geboren wurdest.Geboren wurde ich 1948 in Essen, bin also ein waschechtes Kind des Ruhrgebiets. Auch meine jetzige Wohnstätte Herten lässt mich weiterhin die Atmosphäre des „Potts“ als Single genießen. Bevor ich in den Ruhestand eintrat, durfte ich als Verantwortlicher die Geschicke in diversen Zeitungs-Geschäftsstellen leiten. Erst 2015 begann ich mit dem Schreiben.🎙Was hast du bisher veröffentlicht?Mein Debutroman unter H.C. Scherf war „Liebe ihn und leide“. Kurz darauf folgte „Der Flug der Libellen“. 2017 entstand die Idee, eine Thriller-Reihe zu schreiben, die das Leben meiner Heimatstadt in äußerst spannenden Bildern widerspiegelt. Der erste Band „Kalendertod“ war ein voller Erfolg. Es folgten „Der Serbe“ und schnell danach „Mordtiefe“. Als ich spürte, dass diese Thriller-Reihe sehr schnell zum Kult (nicht nur in Essen) wurde, habe ich beschlossen, „Brandzeichen“ und „Blut fordert Blut“ folgen zu lassen. Kurz danach erschien das von der Reihe losgelöste Buch DIE MACHT DER RACHE. Derzeit bestimmt wieder eine Thrillerreihe, beginnend mit HÜTER DER ANGST, DIE SCHULD BLEIBT und DIE ASCHE BLEIBT mein Schaffen. Aktuell in Arbeit befindet sich ein vierter Teil dieser Reihe DIE RACHE BLEIBT.🎙Beschreibe dein aktuelles Buch mit wenigen SätzenEin Serienmörder hat es in diesem Band direkt auf diverse Angehörige der Strafverfolgung abgesehen. Nach und nach beseitigt er deren Familienmitglieder. Seine unmenschlichen Taten zeugen von Hass und tiefsitzenden Rachegedanken. Doch sein Motiv bleibt rätselhaft, da er kein Vorbestrafter ist. Hauptkommissar Liebig und Kommissarin Momsen treffen auf einen Mörder, der sie an die psychischen Grenzen führt.🎙Du schreibst sehr schnell. Was treibt dich so an?Ich besitze den Vorteil, dass ich als Ruheständler keinen Brotjob habe, der mir wichtige Schreibzeit raubt. So kann ich mich mehrere Stunden am Tag dem Hobby widmen. Die Bilder, die ich in meinem Kopf habe, möchte ich schnell zu Papier bringen. Das kann auch schon einmal zu später Stunde sein.🎙Woher nimmst du deine Ideen?Wie ich schon sagte, es entstehen Bilder im Kopf, die raus wollen. Die Szenen, die in meinen Romanen auftauchen, zeigen die Bilder, die ich zuvor tatsächlich vor Augen hatte. Eine enorme Hilfe beim Schreiben ist bei mir, dass ich schon auf meinen vielen Reisen etwas von der weiten Welt gesehen habe. Die Orte, die ich in meinen Büchern beschreibe, kenne ich einfach. Das lässt die Handlungen authentischer werden. Vor wenigen Wochen habe ich sogar Zeit in einer JVA zugebracht, um das Feeling für einen Aufenthalt darin zu spüren. Der gleiche Grund trieb mich zur Recherche in Feuerwachen und auf Friedhöfe.🎙Das würde ja bedeuten, dass du ohne klare Vorlage, ohne Plot arbeitest?Das trifft den Kern schon recht gut. Natürlich besteht eine sehr grobe Idee, die ich aber nur im Hinterkopf habe. Sobald ich begonnen habe, bestimmen meine Protagonisten weiterhin das Geschehen. Sie sind für Wendungen, für Inhalte der Dialoge verantwortlich. Ich selbst werde zum Erfüllungsgehilfen degradiert. Oft weiß ich bis zur Mitte des Buches nicht einmal, wer der Mörder ist und wie er zur Strecke gebracht wird. Ich weiß, es klingt verrückt, doch es ist tatsächlich so.
Mein klares Bestreben ist, dass der Leser mit den Figuren leidet, sich mit ihnen freut, verbündet und möglichst Sympathie oder Abscheu empfindet. Alle Figuren werden durch ihre Dialoge und nicht durch exakte Beschreibung zu dem, was der Leser in ihnen sieht. Das Kopfkino des mündigen Lesers ist mir sehr wichtig. Deshalb verzichte ich zumeist auf episch breite Personen- und Landschafts-Beschreibungen.🎙Wann kannst du am besten schreiben?Da gibt es keine Lieblingszeiten. Ich setze mich da auch nicht unter Druck. Es gibt Tage, da fehlt mir jegliche Motivation, worauf allerdings die Tage folgen können, an denen es mir nur so aus der Feder fließt. Die Stimmung muss einfach da sein.🎙Warum schreibst du ausgerechnet im Genre Thriller?Es gefällt mir, wenn ich beim Leser Spannung erzeugen kann, die ich durch Handlungsabläufe vorgebe. Ich manipuliere im Grund genommen meine Leser, kann deren Gefühle für den Augenblick bestimmen. Thriller geben mir ein gewisses Maß an Logik vor, der ich folgen muss. Ansonsten ist die Story unglaubwürdig, was der meist kluge Leser sehr schnell bemerkt und schlimmstenfalls das Buch frühzeitig ins Regal zurückstellt. Das ist die Höchststrafe für Autoren. Er oder sie müssen dem Ende entgegenfiebern, jede Unterbrechung muss schmerzen.🎙Warum schreibst du unter einem Pseudonym?Der erste und wichtigste Grund liegt in meinem Allerweltsnamen, der sich nicht so gut auf dem Buchcover macht. Der zweite Grund ist, dass ich schon unter dem Klarnamen Bücher veröffentlicht habe. Dabei habe ich mich aber in einem völlig anderen Genre bewegt. Die Bücher wurden auch sehr gut bewertet, ließen sich jedoch nicht übermäßig gut verkaufen, da sie die realen Probleme der heutigen Zeit als Leitthema hatten.
Außerdem machst du dich als Autor unglaubwürdig, wenn du in den Genres springst. Kein Autor kann heute eine Liebeskomödie und morgen einen Horrorroman unter dem gleichen Namen veröffentlichen.🎙Gibt es auch bei dir Lieblingsautoren?Ja, auf jeden Fall. Die sind sehr breit in den Genres gestreut. Da fallen mir Namen ein, wie Mario Puzo, Ken Follett, Dostojewski, Diana Gabaldon, Rebecca Gable, Markus Heitz, Nelson de Mille, Frank Schätzing u.v.m.🎙Gibt es ein Motto, das dein Leben, dein Wirken antreibt?Ich weiß, es klingt für einen Thriller-Autoren schon fast paradox. Doch für mich steht der Frieden, das gefühlvolle Miteinander der Menschen an erster Stelle. Deshalb habe ich als Ergänzung zu meinem realen Autoren-Namen den Satz gewählt: Der mit dem Herzen schreibt.
Ein Großteil meiner Reinerlöse spende ich außerdem für Kinderhospize.🎙Wo findet man dich im Netz?Eigentlich bin ich sehr sparsam in den digitalen Medien unterwegs. Man findet mich dort nicht so häufig. Google offenbart bei Eingabe des Namens schon unendlich viel von mir.
Hin und wieder findet man kleine Bemerkungen von mir unter:
Facebook: https://de-de.facebook.com/h.c.scherf.autor/
Twitter: https://twitter.com/hc_scherfVielen Dank für das interessante Interview.

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